#Opel #Bochum Sa 15.12 Opel-Solidaritätsfest

Solidaritätsdemo mit 20.000 Menschen in 2004 während den Wilden Streik der Opelaner in Bochum

Solidaritätsdemo mit 20.000 Menschen in 2004 während des wilden Streiks der Opelaner in Bochum

Interim Opel-Chef Thomas Sedran verkündete heute auf der Betriebsversammlung der Bochumer Opelwerke das Ende der Autoproduktion in Bochum. Ganze 40 Sekunden hatte Sedran übrig um einer kompletten Region mitzuteilen, dass Mutterkonzern General Motors sie in die Krise katapultieren wird. Er war insgesamt 12 Minuten in dem Gebäude. Auch wenn das für die Betroffenen schon schlimm genug wäre: Es geht bei Sedrans Ankündigung nicht nur um Opel und die 3300 Mitarbeiter dort. Es geht auch um viele Zulieferbetriebe, um Dienstleister, laut des Betriebsrates geht es um 40.000 Arbeitsplätze in einer Region, in der durch die Schließung von vielen Zechen, Stahlwerken und Nokia sowieso schon viele Menschen erwerbslos sind.

Ein Opelaner während des Streiks in 2004.

Ein Opelaner während des Streiks in 2004.

Als die Zechen in Bochum und Umgebung zu sterben begannen, setzte die Stadt auf Opel, um Bergleuten eine Perspektive zu geben. In Hochzeiten beschäftigte Opel in den Stadteilen Laer und Langendreer ungefähr 20.000 Menschen. Laut derwesten.de soll die Stadt Bochum Anfang der sechziger Jahre einen dreistelligen Millionenbetrag (in D-Mark) ausgegeben haben, um Opel nach Bochum zu holen.  Die Stadt hatte damals 17.500 Arbeitsplätze im Bergbau verloren und setzte auf Opel.

Mutterkonzern General Motors verwehrt Opel den Zugang zu Teilen des asiatischen Marktes. Dies hat dazu geführt, dass Opel in der Falle sitzt. Durch das Spardiktat der Troika  von Merkel & co wurde und wird die Wirtschaft in u.a. Spanien, Griechenland und Italien kaputt gespart. Immer mehr Menschen in Süd-Europa haben dadurch schlichtweg kein Geld um sich neue Autos zu kaufen. Die Krise kommt damit endgültig in Deutschland an.

Dass der Konzern den Bochumer Standort ausgerechnet 2016 schliessen will, dürfte kein Zufall sein. Denn bis Ende 2016 gibt es bei Opel ein Ausschluss von Entlassungen. Der Knaller an der Sache: Erst nach dem Abschluss der seinerzeit geplanten “Personalreduzierungen” sollte der Ausschluss von Kündigungen wirksam werden. So steht es in einem vor einigen Monaten zwischen IG Metall und Unternehmensleitung ausgehandelten Vertrag. Im Gegenzug hat die Belegschaft seit Anfang November auf eine Tariferhöhung von 4,3 Prozent verzichtet. Opel spart dadurch jährlich 176,8 Millionen Euro auf Kosten der Belegschaft von den vier Opelwerken in Deutschland.

Bochumer Opelander während einen wilden Streik in 2004.

Bochumer Opelander während eines wilden Streiks in 2004.

Nach seiner 40sekündigen Mitteilung an die Belegschaft verließ Opel-Chef Thomas Sedran heute Morgen fluchtartig den RuhrCongress, ohne sich den Fragen und der Kritik der Belegschaft zu stellen. Sedran ist sich anscheinend sehr wohl bewusst, dass die Bochumer Opelbelegschaft sehr kämpferisch sein kann. Der Konzernchef hatte 40 Leibwächter mitgebracht. Auch extra Polizeikräfte waren in unmittelbarer Nähe. Beim unerwartet plötzlichen Abgang von Thomas Sedran und seinen beiden Vorstandskollegen kam es im Bochumer Veranstaltungsort RuhrCongress zu einem Zwischenfall. Ein Vertrauensmann der IG Metall forderte Sedran hinter der Bühne zum Bleiben auf und wurde von zwei Sicherheitsleuten von Sedran zu Boden geworfen und sogar gewürgt. Er blieb aber unverletzt.

Von der Bundesregierung kam heute nicht mehr als ein heuchlerisches Bedauern, Geld für eine Rettung würde aber nicht fließen, hieß es aus Berlin. Mal wieder zeigt der deutsche Staat, dass das Retten von Banken wichtiger ist als das Wohlergehen und die Existenzen von Menschen. Wir brauchen dringend Alternativen zur bisherigen kapitalistischen Wirtschaftspolitik, die werden wir uns selbst erkämpfen müssen.

Heute Mittag machten IG Metall und Betriebsrat auf einer Pressekonferenz deutlich, dass sie alles versuchen werden, um die Schliessungspläne von Opel zu kippen. Nun müsse geprüft werden, wie sehr sich die Belegschaft auf die Solidarität der anderen Standorte, der Politik und der Menschen in der Region verlasse könne.

In der gleiche Pressekonferenz  wurde deutlich, dass der Betriebsrat und die Gewerkschaften jetzt überlegen, welche Maßnahmen Opel so sehr weh tun, dass die Konzernleitung noch einmal über ihre Entscheidung nachdenkt. Streiks wurden nicht ausgeschlossen. Auch erklärte der Betriebsrat, dass Opel die 50-Jahr-Feier des Werkes am nächsten Samstag nicht absagen könne. Hierzu gäbe es tarifliche Vereinbarungen. Das Fest am kommenden Samstag soll nun ein Zeichen der Solidarität mit der Belegschaft werden. Kommt zahlreich!

Opel-Solidaritätsfest:

Samstag, den 15. Dezember 2012 von 11.30  –  18.00 Uhr

Das Solidaritätsfest findet in den Werkshallen statt und ist dadurch Wetter unabhängig.

Schild bei eine Kundgebung während der Wilden Steik in 2004.

Schild bei einer Kundgebung während des wilden Streiks in 2004.

Video: Der Kampf um Opel 2004 (gekürzte Fassung)

About Enough is Enough!

Its time to revolt!
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