#EZLN #Video: #Zapatistas besetzen 6 Städte in #Chiapas, #Mexiko

Während gestern Millionen von Menschen im Westen, wegen einer kompletten Fehldeutung des Mayakalenders, auf den Untergang der Welt gewartet haben, besetzten am Anfang ihres neuen Zeitzyklus tausende Zapatisten der EZLN, in dem von überwiegend Mayas bewohnten, mexikanischen Staat Chiapas, 6 Städte und führten damit den Kulturimperialismus des Westens nebenbei ad absurdum. Denn statt auf den Weltuntergang zu warten, bauen die Mayas in Chiapas seit 20 Jahren an ihrer neuen Welt. Aber was war noch mal die EZLN?

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Ya basta — Es reicht! Mit diesem Schlachtruf besetzt ein Heer maskierter und schlecht bewaffneter Indígenas im Morgengrauen des Neujahrstages 1994 die Rathäuser in sieben Landkreisen des südostmexikanischen Bundesstaates Chiapas und erklärt der mexikanischen Regierung den Krieg.

Was im ersten Moment wie ein Himmelfahrtskommando anmutet, erweist sich schnell als waghalsige, aber wohl überlegte und koordinierte Aktion. Die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung EZLN ist, im elften Jahr ihres Bestehens, an die Öffentlichkeit getreten — und hat Chiapas und ganz Mexiko seitdem nachhaltig verändert.

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Gestern, am ersten Tag des neuen Zyklus der Mayas, dem 14. Baktun, besetzte das Zapatistische Heer zur Nationalen Befreiung (EZLN) die Städte Ocosingo, Comitán, Las Margaritas, Altamirano, Palenque und San Cristóbal de Las Casas. Über 40.000 EZLN Aktivisten, der indigenen Befreiungsbewegung hatten sich über Nacht zu Fuß mit einem Schweigemarsch auf den Weg gemacht und erreichten am Morgen die 6 oben genannten Städte. Sie waren unbewaffnet, aber fest entschlossen. Subcommandante Marcos schrieb in einer Erklärung:

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“Haben Sie es gehört? Es ist der Klang ihrer Welt der zusammenbricht. Unsere Welt erhebt sich wieder. Der Tag war der Tag, zuvor war es Nacht. Und heute Nacht wird es Tag sein, der Tag. Demokratie! Freiheit! Gerechtigkeit!

Aus den Bergen vom mexikanischen Südosten.

Im Auftrag vom klandestinen revolutionären indigenen Komitee – Zentrales Kommando der EZLN

Subcomandante der Aufstänischen MarcosMexico, Dezember 2012″

Die 40.000 Zapatisten besetzten zentrale Plätze in 6 Städten, die gleichen Plätze, die während des zapatistischen Aufstandes am 01. Januar 1994 besetzt wurden. Dieses Mal marschierten sie aber friedlich und schweigend unter dem heftigen Dezember-Regen und gepriesen und bejubelt durch viele Anwohner. Nach einem erneuten Schweigemarsch durch die Städte verschwanden die Zapatistas genau so still wie sie gekommen waren wieder in ihren Dörfern.

Die mexikanische Öffentlichkeit wurde völlig überrascht von dem vermummten, aber unbewaffneten Großaufmarsch der indigenen Befreiungsbewegung. Mit ihrem Schweigemarsch am symbolträchtigen Datum des 21. Dezember 2012 gelingt es den Zapatistas nun weltweit auf ihren ungebrochenen Wille und ihre Stärke aufmerksam zu machen.

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Auch die internationale Öffentlichkeit wurde von der Aktion völlig überrumpelt. Die EZLN hatte es geschafft mit einer stillen Mobilisierung, ohne Plakate, Flyer und andere typische Mobilisierungsinstrumente, über 40.000 Menschen zu mobilisieren. Die Aktion ist ein starkes Signal gegen die zunehmende Repression durch die Regierung und ihre paramilitären Organisationen in den letzten paar Jahren. Dies, kombiniert mit der Rückkehr der PRI an die Macht, die Partei, die bis 2002 70 Jahre an der Macht war und wogegen die EZLN in ihrer Anfangszeit mobilisiert hatte, lässt befürchten, dass diese Repression weiter zunehmen wird.

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Zusätzlich hat Mexikos neuer Präsident Enrique Peña Nieto, Emilio Chuayffet zum Erziehungsminister ernannt. Chuayffet war in den neunziger Jahren Innenminister und einer der Hauptverantwortlichen für das Scheitern der Friedensverhandlungen in Chiapas. Nach dem Massaker von Acteal, heute vor genau 15 Jahren, am 22. Dezember 1997, musste Chuayeffet zurücktreten. Wenige Tage vor dem Massaker fanden mehrere Treffen von Paramilitärs in Nachbardörfern von Acteal statt. Auf diesen Treffen wurde der Überfall auf das Dorf geplant. Die Paramilitärs kesselten Acteal von allen Seiten ein und metzelten die Opfer mit Schusswaffen und Macheten nieder. Mit der Ernennung von Chuayffet sendet Mexikos neuer Präsident auch das Signal, dass die Menschenrechte ihm nichts bedeuten, kommentierte Luis Hernández Navarro in einer Kolumne in der linksliberalen Tageszeitung La Jornada.

Mit ihre gestrigen Schweigemarsch sendet die EZLN eine Nachricht an Mexiko und den Rest der Welt. Wir sind immer noch da, geduldig und schweigend, aber da!

Video: EZL Schweigemarsch 1:

Video: EZLN Schweigemarsch 2:

Video: EZLN Schweigemarsch 3:

Interview mit Subcommandante Marcos (EZLN, Januar 1997):

Siehe auch unseren Artikel mit Video-Doku EZLN – Chronik einer Rebellion:

http://enough14.org/2012/12/11/video-zapatistas-chronik-einer-rebellion-ezln-mexico-mexiko/

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Its time to revolt!
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