#FIFA #WM 2014 & #Olympia 2016: 170.000 Zwangsräumungen in #Brasilien

Bereits 170.000 Zwangsräumungen und andere Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Herren-Fussball-WM 2014 sowie der Olympiade 2016 in Brasilien. KoBra-Aktivist_innen überreichen Protestbrief an Ex-Präsident Lula da Silva.

Brasilien ist gastgebendes Land der Fussballweltmeisterschaft der Herren 2014 sowie die Olympischen Sommerspiele 2016. Der Bundesweiten Zusammenschluss Brasiliensolidarität – Kooperation Brasilien e. V. (KoBra) beklagt “die vielfältigen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Vorbereitungen” der “beiden sportlichen Megaevents.” So wurden in diesem Zusammenhang bereits 170.000 Menschen geräumt bzw. sind von Räumung bedroht, ohne dass sie angemessen umgesiedelt und entschädigt werden. Während Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva die Nähe seiner Regierung zur Bevölkerung und den sozialen Bewegungen lobt, sind die Betroffenen mit dem Verlust ihrer Heimat konfrontiert.

Es gab schon mehrere Streiks gegen die Arbeitsbedingungen auf Bauplätze für WM Stadien. Ein neues Gesetzt hat für die Zeit während der WM das Streikrecht in Brasilien eingeschränkt.

Es gab schon mehrere Streiks gegen die Arbeitsbedingungen auf Bauplätze für WM Stadien. Ein neues Gesetzt hat für die Zeit während der WM das Streikrecht in Brasilien eingeschränkt.

Bei einem Besuch Lulas im Dezember 2012 in Berlin überreichten Aktivist_innen von KoBra einen offenen Protestbrief. Der Brief im vollen Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Luiz Inácio Lula da Silva,

wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Runden Tisches Brasilien 2012, der
vom 30.11. bis 02.12. in Naunhof (Deutschland) stattfand und sich mit dem Thema
“Copa para tod@s – Eine WM für alle” auseinandersetzte, vertreten
unterschiedliche Organisationen aus Forschung und internationaler Kooperation
sowie Einzelpersonen. Wir beobachten mit Sorge die vielfältigen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf die
Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien.

Folgende der während der Tagung vorgestellten und diskutierten Themen erregen unsere
besondere Besorgnis:
1. Bereits mehr als 170.000 Personen wurden im Zusammenhang mit den
sportlichen Megaevents geräumt bzw. sind von Räumung bedroht, ohne
dass sie angemessen umgesiedelt und entschädigt werden und ohne dass
ihnen die notwendige Versorgung zukommt. Es mangelt an Informationen
und Transparenz sowie Einbezug der betroffenen Bevölkerung.
2. Mehr als 27 Milliarden Reais, die dem brasilianischen Bundesrechnungshof
zufolge fast gänzlich aus öffentlichen Mitteln stammen, werden derzeit in
Stadien und den städtischen Nahverkehr investiert, während die offenen
Bedarfe im Land– um nur einige zu nennen – im Bildungs- und
Gesundheitsbereich wie auch im Wohnungswesen und Breitensport
weiterhin unbefriedigt bleiben.

3. Verschiedene Ausnahmegesetzgebungen werden eingeführt: zur
Steuererhebung, im Hinblick auf die Nutzung des öffentlichen Raums,
bezüglich neuer Straftatbestände und entsprechender Sanktionen. Der FIFA
und dem IOC werden die von ihnen geforderten Garantien gewährt. Es
besteht die Gefahr, dass diese Änderungen nach den sportlichen
Großereignissen fortbestehen, was im Hinblick auf die vom brasilianischen
Volk erkämpften sozialen Rechte einen Rückschritt darstellt.
Angesichts dieser Situation, die tendenziell die sozialen Ungleichheiten in Brasilien
verschärft, wie auch in Anbetracht Ihres Lebensweges im Einsatz für Demokratie
und Rechte der Arbeiter_innen, sind wir davon überzeugt, dass auch Sie diese
Maßnahmen verurteilen und die Forderungen der sozialen Bewegungen wie auch
der betroffenen Gemeinschaften unterstützen. Diese sind im Dossier
“Megaeventos e Violações de Direitos Humanos no Brasil” (Großereignisse und
Menschenrechtsverletzungen in Brasilien) dargestellt, das wir Ihnen mit diesem
Brief überreichen.

Wir freuen uns über die Möglichkeit, Ihnen in Deutschland zu begegnen und
hoffen, dass Ihre Unterstützung der Forderungen der sozialen Bewegungen und
betroffenen Gemeinschaften es ermöglicht, dass die Fußball-WM 2014 wirklich eine
WM für alle wird.
Mit freundlichen Grüßen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Runden Tisches Brasilien 2012

 

Video Zwangsräumungen in Brasilien:

About Enough is Enough!

Its time to revolt!
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