#19jGR #19Jan #Greece: Internationaler #Antifa Aktionstag – Solidarität mit der griechischen Antifa

antifa19JplakatGestern fanden in vielen Ländern antifaschistische Aktionen statt. Es gab Demonstrationen in u.a. Berlin, Leipzig, London, Dublin, Barcelona, Toronto,  Moskau, Chicago, New York und natürlich auch in Athen. Aufgerufen hatten diverse Gruppen aus Griechenland, die gegen den Aufmarsch von Chrissi Avgi (Golden Dawn, Goldene Morgenröte) in Griechenland und darüber hinaus kämpfen. Denn die griechischen Faschisten haben auch außerhalb von Griechenland Büros eröffnet und planen an den Regionalwahlen in der Lombardei (Nord-Italien) teilzunehmen. Auch in Spanien versucht die Partei Fuß zu fassen. Gleichzeitig gibt es immer massivere Angriffe des griechischen Staates gegen die autonome Bewegung und vor allem auch gegen ihre Infrastruktur. Es gab im letzten Monat mehrere Räumungen von besetzten Häusern und einen Angriff auf einen freien Radiosender. Das Innenministerium kündigte an in der kommenden Zeit noch 40 Häuser räumen zu wollen. Häuser, die wichtig sind im Kampf gegen den Aufmarsch der Nazis, da dort Soziale Zentren, Volxküchen und Kindergärten ihren Platz haben. Denn die Nazis von Chrissi Avgi versuchen nach der Welle von Kürzungen durch Sozialarbeit und Hilfsangebote an die Bevölkerung nicht ohne Erfolg sich überall in den Dörfern und Stadtteilen zu etablieren.

250 Menschen demonstrierten in Leipzig

250 Menschen demonstrierten in Leipzig.

In Leipzig nahmen etwa 250 Menschen teil. Die Demonstration in Leipzig war vor allem auch eine Antwort auf das Skandal-Urteil gegen Tim (Siehe auch: http://enough14.org/2013/01/19/antifa-soli_tim-ddnazifrei-tim-geht-in-berufung-spendenaufruf/) und gegen staatliche Repression und die Kriminalisierung von Antifaschismus im Allgemeinen.  Am Freitag Abend waren in Dresden schon 500 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen das Urteil und die staatliche Repression von Antifaschisten zu demonstrieren. In Berlin machten sich etwa 200 Menschen auf den Weg zur griechischen Botschaft. Die Demonstration startete im Refugee Camp am Oranienplatz.

Gegen 22:00 Uhr kamen die Motorrad Bereidschaftspolizei und verhaftete in Athen 20 Menschen.

Gegen 22:00 Uhr kamen die Motorrad Bereidschaftspolizei und verhaftete in Athen 20 Menschen.

In Athen startete die Demonstration mit einer Schweigeminute für den am Donnerstag von Neo-Nazis erstochenen Serdar Yarkoub. Danach zogen rund 5000 Menschen zum Syntagma Platz. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle, aber in den späten Abendstunden gab es plötzlich einen Aufmarsch der Bereitschaftspolizei in Exarcheia, ein Stadteil in dem die autonome Bewegung am stärksten vertreten ist und eine der wenigen Stadtteile, in dem Chrissi Avgi noch nicht sehr präsent ist. Ohne nachvollziehbare Gründe wurde auf dem Exarcheia Platz plötzlich mit Blendgranaten und Tränengas geschossen. Etwa 22 Menschen wurden verhaftet, diverse Augenzeugen sagten aus, dass sie nicht wüssten, aus welchem Grund, da es absolut ruhig war, bis die Bereitschaftspolizei mit ihren Motorrad Einheiten den Platz attackierten. Später wurde bekannt, dass die Polizei das besetzte Sozial Zentrum K*VOX am Exarcheia Platz angegriffen hat. Weitere Einzelheiten sind uns leider nicht bekannt.

Video: Polizei marschiert in Exarcheia auf:

Video: Golden Dawn and the Antifascist Movement in Greece

Soli-Komitee Wuppertal: Das System ist die Krise. Faschismus ist Teil des Systems. Spendenaufruf: Solidarität mit der griechischen Antifa!

Die europäische Politik zur Bewältigung der «Krise» ist eine Politik gegen die Menschen. Immer neue, so genannte «Sparhaushalte» nehmen den Schwächsten das bisschen, was zum Überleben da ist. Sie treffen Einkommenschwächere, Rentner, Kranke und junge Menschen, sie betreffen überall die Sozialsysteme, die Bildung und das Gesundheitswesen. Die Rechte aller auf Wohnen, Gesundheit, Bildung und Teilhabe werden von den Besitzenden erstmals auch innerhalb der EU offen bestritten.

Nirgendwo lassen sich die Folgen dieser Politik besser feststellen als in Griechenland, wo die «EU-Troika» bereits seit Beginn des Jahres immer neue Kürzungen vom Nichts einfordert. Das untere gesellschaftliche Drittel, das noch nie vom System profitierte, ist schon längst abgehängt und vergessen. Doch auch die so genannte «Mittelschicht» ist in kurzer Zeit abgestürzt. Davon profitieren in Griechenland die Nazis der «Chrysi Avgi» («Goldene Morgenröte»).

Ihr offener Straßenterror richtet sich vor allem gegen Migranten und Migrantinnen. Diese stranden in hoher Zahl in den griechischen Städten, weil die EU-Politik verhindert, dass sie nach Deutschland oder Frankreich weiterreisen. In der aktuellen Krise bleibt ihnen oft gar nichts mehr zum Leben. Und werden von vielen wirtschaftlich und sozial Abgehängten als Konkurrenten um immer kleinere Krümel des Krisen-Daseins wahrgenommen. Auf diesem Boden gedeiht die Hetze der griechischen Nazis der «Chrysi Avgi». Sie flankieren ihren Terror mit rassistischer Sozialarbeit – etwa, wenn organisierte Blutspendeaktionen von «Griechen für Griechen» durchgeführt werden, oder faschistische Armenküchen Essen nur an Griechinnen und Griechen austeilen. Oft geniessen sie den Schutz der griechischen Polizei, die sich nach den Jahren der Militärjunta nie wirklich gewandelt hat. Nachts gehen Schlägertrupps der «Chrysi Avgi» gemeinsam mit der Polizei auf die Jagd nach «illegalen» Einwanderern. Viele Polizisten, die selber oft nicht mehr als 700 Euro im Monat verdienen, sympathisieren offen mit den Nazis.

Die einzige Kraft, die Migranten und Migrantinnen zu schützen versucht, und die sich den Nazis der «Chrysi Avgi» auf der Straße entgegenstellt, sind die griechischen Antifaschisten und Antifaschistinnen. Sie versuchen mit Patrouillen die Menschen zu beschützen – etwa vor Polizeioperationen wie «Xenios Zeu» («gastfreundlicher Zeus») bei denen die Beamten gemeinsam mit Nazis brutal Jagd auf alle machen, die nicht «griechisch aussehen». Immer wieder kommt es dabei auch zu Festnahmen und Übergriffen auf Aktivistinnen und Aktivisten der Antifa.

Wir erfahren oft nur von den krassesten Fällen. Beispielsweise vom Überfall auf eine antifaschistische Motorradpatrouille am 30.09. in Athen, bei der die Öffentlichkeit über «Xenios Zeu» informiert und schützende Präsenz in Straßen gezeigt werden sollte. Nachdem die Patrouille auf Nazis traf, begannen Polizeieinheiten der Delta-Truppen die Demo anzugreifen, wobei einige Antifaschisten und Antifaschistinnen schwer verletzt wurden. 15 von ihnen wurden festgenommen. Eine Solidaritätsdemonstration am darauffolgenden Tag wurde ebenfalls angegriffen. 25 Antifaschistinnen und Antifaschisten wurden verhaftet, vier blieben mehrere Tage in Haft. Sie berichteten nach ihrer Freilassung von Gewaltexzessen und Folter im Polizeirevier. Sie berichteten auch von anderen, die im Knast seit Monaten einfach in der Untersuchungshaft «vergessen» werden.

Wenige Tage später wurden mehrere Genossinnen und Genossen in Patras festgenommen, nachdem es tagelang Auseinandersetzungen mit Polizei und «Goldener Morgenröte» gegeben hatte. Noch immer sitzen vier von ihnen in Haft. Ihnen wird «versuchter Mord» vorgeworfen. Ein haltloser Vorwurf, der nur durch Zeugenaussagen von Nazis der «Chrysi Avgi» belegt wird, die an den Auseinandersetzungen beteiligt waren. Staat und Faschisten gewähren sich gegenseitigen Flankenschutz. Der eine überzieht Antifaschisten und Antifaschistinnen mit haltlosen Prozessen, knastet sie willkürlich ein und mißhandelt sie, die anderen machen die dazu passenden Aussagen.

Die «Chrysi Avgi» verfügt scheinbar über unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten – es erreichen uns jetzt Berichte von neu gegründeten Ablegern in Spanien, die über immenses «Startkapital» verfügen. Im Gegensatz dazu steht die griechische Antifa finanziell inzwischen mit dem Rücken zur Wand. Es wird immer schwieriger, von Prozessen Bedrohten und willkürlich Eingesperrten juristische Hilfe zu finanzieren und die enormen Prozesskosten zu tragen. Die Kosten des juristischen Feldzug des griechischen Staates gegen die Antifa sind sehr hoch und müssen von den Betroffenen vielfach selbst getragen werden: Nur für die Vorführung beim Haftrichter mussten die Gefangenen von Athen innerhalb von vier Tagen rund 15.000 Euro aufbringen.

Einige Gruppen und Initiativen aus Wuppertal, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet, darunter auch das so_ko_wpt, wollen konkrete solidarische Hilfe zeigen. Wir beginnen deshalb mit einer Spendenkampagne, mit der wir den griechischen Genossen und Genossinnen wenigstens in ihren juristischen Kämpfen etwas beistehen können.

united we stand – devided we fall – spread the word!

Wir fordern alle antifaschistisch denkenden Menschen auf, mit einer Spende den antifaschistischen Abwehrkampf in Griechenland zu unterstützen! Er wird für uns alle geführt!

Rechtshilfe Wuppertal
Kto.No. 18 371 602
BLZ 43060967
GLS-Bank
Stichwort “Louk”

Die Verwendung der Gelder wird von uns persönlich organisiert. Wir bemühen uns um Hilfe da, wo sie am nötigsten gebraucht wird. 

Quelle Spendenaufruf Soli-Komitee Wuppertal: http://soli-komitee-wuppertal.mobi/2012/11/solidaritat-mit-der-griechischen-antifa/

 Video: Antifa Demo am 19.01.2013 in Tampere, Finnland

Video: Antifa Kundgebung vor dem griechischen Konsulat in Toronto

Video: Antifa Demo in Moskau

Antifa Demo vor dem griechischen Botschaft in New York.

Antifa Demo vor der griechischen Botschaft in New York.

Über 5000 Menschen demonstrierten in Athen.

Über 5000 Menschen demonstrierten in Athen.

Antifa Demo am 19. Januar vor dem griechischen Botschaft in London.

Antifa Demo am 19. Januar vor der griechischen Botschaft in London.

In Barcelona gingen auch 200 menschen auf die Straße.

In Barcelona gingen auch 200 Menschen auf die Straße.

Eine der größten Antifa Demos fand gestern in Moskau statt.

Eine der größten Antifa Demos fand gestern in Moskau statt.

In Berlin demonstrierten 200 Menschen.

About Enough is Enough!

Its time to revolt!
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2 Responses to #19jGR #19Jan #Greece: Internationaler #Antifa Aktionstag – Solidarität mit der griechischen Antifa

  1. ubeudgen says:

    Reblogged this on .

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