Posted on Leave a comment

Video: Polizeifahrzeug auf #Tahrir angegriffen worden

Weitere Tote in Kairo und Suez, neue Proteste und Kämpfe

Das Büro vom Gouverneur von Alexandria wurde heute angegriffen und ging in Flammen auf.
Das Büro vom Gouverneur von Alexandria wurde heute angegriffen und ging in Flammen auf.

Die Entscheidung, den Ausnahmezustand für drei Regionen am Suez Kanal zu verkünden, dürfte nicht nur der Intensität der dortigen Auseinandersetzungen geschuldet sein. Nach Angriffen auf die Infrastruktur des Kanals werden Militärs und Kanalbehörde nicht müde zu betonen, dass die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der strategischen Wasserstrasse gewährleistet sei. Außerdem will Muris sich so Luft verschaffen, um seine geplante Reise nach Brüsssel und Berlin antreten zu können, um Finanzhilfen für den kurz vor dem Kollaps stehenden Haushalt des Landes zu sammeln.

Katar hatte gerade erst 5 Milliarden US Dollar vorgeschossen, um die Liquidität Ägyptens abzusichern. Splitter von gestern Abend, der Nacht und Heute.

Die Kämpfe in Kairo dauern nun schon den fünften Tag in Folge an. Nach der Ansprache von Muris gestern Abend, bei der er die Verhängung des Ausnahmezustandes und eine nächtliche Ausgangssperre in den Regionen Suez, Port Said und Ismailia verkündet hatte, intensivierten sich die Kämpfe erneut. An drei Stellen in der Nähe Tahrir Platzes wurde mit Steinen und Molotovs gegen die Bullen gekämpft, die weiterhin Unmengen an CS und CN verschiessen, selber massiv mit Steinen werfen, häufig von Häuserdächern aus.

Es gelang, die Absperrung aus Betonquadern in der Sheikh Rihan Strasse niederzureissen, wiederholt wurde der Verkehr der Metro, ebenso wie Hauptstrassen und wichtige Brücken, über längere Zeiträume blockiert.

Ein 19jähriger Passant wurde heute Nacht auf dem Weg von der Schicht nach Hause am Tahrir Platz getötet. Er wurde von einem Geschoss im Nacken getroffen, im Krankenhaus konnte nur noch sein Tod festgestellt werden. Bereits am Samstag war ein Mann von Schrotmunition, wie sie von den Bullen verwendet wird, im Brustbereich getroffen worden und starb ebenfalls im Krankenhaus.

In Suez versammelten sich Angehörige und Freunde, nachdem Nachrichten kursierten, dass die Gefangenen aus dem Ataka Knast verlegt werden sollten. Zuerst wurde die geplante Verlegung blockiert, bei dem anschliessenden Versuch, die Gefangenen zu befreien, wurde ein Gefangener durch die Bullen getötet.

Verschiedene Gruppen, wie die Bewegung des 6. April, der Suez Jugendblock und der black bloc haben heute in der Stadt eine Kundgebung gegen die Verhängung des Ausnahmezustandes veranstaltet, sie kündigten an, sich heute Abend erneut zu versammeln, um die nächtliche Ausgangssperre zu brechen.

Während die verschiedenen salafistischen Parteien und Gruppierungen uniso die Verhängung des Ausnahmezustandes begrüssten, ruderten die Anführer der oppositionellen “Nationalen Rettungsfront” heute zurück. Gestern noch zeigten sie sich prinzipiell gesprächsbereit gegenüber den Moslembrüdern und der Armee, nun werde man unter diesen Bedingungen der Einladung von Mursi zu einem “nationalen Dialog” nicht folgen.

Heute abend werden neue Massenproteste in Kairo beim Gedenkmarsch zum Jahrestag des “Freitags des Zorns” erwartet, der Tag, der das Schicksal Mubaraks besiegelte.

Die Demozüge sollen zum Parlamentsgebäude führen, genau das war in den letzten Tagen mehrmals von den Bullen mit massiver Gewalt vereitelt worden.

Aus Alexandria werden gerade ebenfalls neue Massendemos gemeldet, viele Tausend ziehen durch die Strassen: “Nieder mit den Moslembrüdern…”

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/77276

Video: Polizeifahrzeug auf  Tahrir angegriffen worden (28. Januar, 20:00 Uhr Lokalzeit)

Livestream aus Kairo:

[gigya src=”http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=ontveglive&autoPlay=false” width=”560″ height=”340″ quality=”high” wmode=”transparent” allowFullScreen=”true”]

Posted on Leave a comment

Von #Tahrir – #PortSaid und #Suez nach #Berlin: #Mursi besucht am 30. Januar Berlin

Cairo am 28. Januar..
Kairo am 28. Januar..

Neue Tote bei Beisetzungen in Port Said / Ägypten am Sonntag

Wir fassen an dieser Stelle unseren Kurzbericht von heute Mittag sowie eine Aktualisierung von heute Abend zusammen. Wie immer absolut unvollständig…

Kurzbericht gestern Mittag (schon in der Kommentarfunktion gepostet)

Die Kämpfe in Kairo zogen sich bis in die Morgenstunden hin, Schwerpunkte nahe des Tahrir Platzes in der Youssef al-Guindy Strasse und erneut in der  Mohamed Mahmoud Strasse. Steine und Molotov gegen die Bullen, die alles mit Gas einnebeln. Ein Gefährte schwebt in Lebensgefahr, nachdem er von einem Bullenwagen überfahren wurde. Mehrere Gebäude sind bei den Kämpfen durch Molotovs in Brand geraten. Der black bloc blockert die wichtige Brücke des 6. Oktober, Kämpfe auch vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens

Am Morgen dann neue Kämpfe in Kairo downtown, die Bullen versuchen die Leute Richtung Tahrir Platz abzudrängen.

Großdemonstration am Montag den 28. Januar in Alexandria
Großdemonstration am Montag den 28. Januar in Alexandria

Tausende trotz massiver Militärpräsenz auf Beerdigungszüge in Port Said heute, Parolen gegen die Moslembrüder, es wird scharf geschossen, riots brechen aus. Wut auf den Staat überall, “man wolle sich für unabhängig erklären, nicht mehr zu Ägypten gehören” Die Ultras von Al-Masry, die  “Green Eagles” rufen “zur Revolution auf”. Die zum Tode verurteilten Ultras sind in Gefängnisse in anderen Landesteilen verlegt worden.

In Suez gelang gestern abend einer Gruppe von Gefangenen die Flucht aus dem Knast, daraufhin wurden massiv Verlegungen vorgenommen. Drei Bullenwachen, die gestern angegriffen wurden , werden von den Bullen nicht weiter belegt, sie “wollen damit weitere Zusammenstösse vermeiden”.

Der Tagesspiegel berichtet heute, dass sich Mursi  ab Mittwoch sogar für 2 Tage in Berlin aufhalten soll. Seinen Besuch beim Afrika Gipfel hat er allerdings angesichts der Unruhen abgesagt.

Kurzbericht gestern Abend

Suez

Obwohl Präsident Mursi gestern Abend den Ausnahmezustand über Port Said und 2 andere Städte am Suez Kanal verhängt hat, wurde auch heute in Port Said demonstriert.
Obwohl Präsident Mursi gestern Abend den Ausnahmezustand über Port Said und 2 andere Städte am Suez Kanal verhängt hat, wurde auch heute in Port Said demonstriert.

Die Strassen der Stadt waren heute mit Zehntausenden gefüllt, die die aufgebahrten Toten auf dem Weg zur Beisetzung begleiteten. Überall Hass und Wut auf die Bullen, den Staat, die Moslembrüder. Massiver Reizgaseinsatz gegen die Menge, es wird scharf geschossen, bis zur Stunde werden schon sieben tote Demonstranten gemeldet.

Zwei Militärclubs gehen in Flammen auf, mehrere Bullenwachen werden attackiert, an einigen Stellen geraten auch die “Sicherheitskräfte” unter Feuer aus scharfen Waffen.

Kairo

Für Heute  sind durch mehrere politischen Gruppierungen und Parteien neue Massenroteste in Kairo angekündigt, die Opposition fordert die Rücknahme der Verfassung, will sich nicht an den Parlamentswahlen beteiligen.

Der Nationale Sicherheitsrat ruft zum Dialog auf, Mursi auch und die etablierte Opposition ebenso, aber eben unter Vorbedingungen.
Währendessen kämpfen die Jugendlichen, die nichts mehr zu verlieren haben, auch heute in Kairo gegen die Bullen. Gestern wurde das Sozialministerium in Brand gesteckt und erheblich beschädigt, in den umkämpften Strassen sind einige öffentlichen Gebäude, wie z.B. Schulen niedergebrannt, was unter anderem damit zusammen hängt, dass die Bullen sich auf den Dächern der Gebäude verschanzt hatten und von dort aus die Demonstranten mit Steinen beworfen hatten.

Gestern Abend hat Mursi eine Fernsehansprache gehalten. Führende Moslembrüder, wie Mohamed El-Beltagy, forderten den Nationalen Sicherheitsrat im Vorfeld auf, seiner Überlegung den Ausnahmezustand zu verhängen, endlich Taten folgen zu lassen. Im Übrigen sind natürlich gekaufte Diebe und ausländische Verschwörer an allem schuld, so war es ja auch schon unter Mubarak und unter der Militärdiktatur. In seiner Fernsehansprache rief Mursi für die kommenden 30 Tage den Ausnahmezustand für die 3 Großstädte am Suezkanal Port Said, Suez und Ismailia aus. Dort gilt auch eine Ausgangssperre, die von 21:00 bis 06:00 Uhr gelten soll. Tausende Menschen gingen nach seiner Fernsehansprache sofort auf die Straße, um gegen den Ausnahmezustand zu demonstrieren. Auch heute gab es überall Demonstrationen. Viele Einwohner von Suez haben angekündigt sich der abendlichen Ausgangssperre zu widersetzen, indem sie jeden Abend um 21:00 Uhr auf die Straße gehen, um gegen Mursis Islamisten zu demonstrieren.

Mursi

Anlässlich des Berlin Besuchs von Mursi (Am 30. Januar) gibt es eine Demo:

Stoppt den Menschenraub und den Organhandel auf dem Sinai!

Organisiert von der Eritreischen Community in Deutschland:

29. Januar 2013, 14:00 Uhr Berlin-Mitte

Beginn am Neptunbrunnen Berlin-Mitte, (Spandauer Str., Nähe Rotes Rathaus), Route Richtung Bundestag.

Aufruf  u.a. auf borderline-europe

Und die Solidarität?

Der angekündigte Besuch Mursis in Berlin wird nun nicht, wie berichtet am Dienstag stattfinden, sondern erst am 30.01..
Mursi wird am Flughafen Tegel landen und dort von Merkel mit den üblichen „militärischen Ehren“ begrüsst werden…..

„…Wir halten es also für angebracht, einen Aufruf zu lancieren, zum Angriff überzugehen, die laufende revolutionäre Welle in Ägypten dort, wo wir uns befinden, mit unseren eigenen Ideen, mit unseren eigenen Mitteln zu unterstützen. Wenn in Alexandria, in Kairo, in Malhalla,… tausende Personen sich in die Schlacht für eine neue Welt werfen, dann lasst uns dafür sorgen, dass jeder Repräsentant des Ägyptischen Staates und Kapitals überall auf der Welt den Konflikt vor seine Tür getragen findet….“

Aus einem aktuellen Aufruf von Anarchisten aus Belgien, auf deutsch auf andiewaiseindesexistieren

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/77219

Video: Black Block versucht Angriff mit Molotovcocktails auf Mursi’s Palast

Livestream aus Ägypten:

[gigya src=”http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=ontveglive&autoPlay=false” width=”560″ height=”340″ quality=”high” wmode=”transparent” allowFullScreen=”true”]

Posted on Leave a comment

Konferenz zur libertären Freiheit am 23. & 24. Februar in #Berlin

Die Konferenz zur libertären Freiheit, am 23. Februar & 24. Februar 2013, im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Berlin
Konferenz Programm – Macht Ohne Herrschaft ald PDF:
http://emanzipatorischelinke.files.wordpress.com/2013/01/programm-ema-li-konferenz-macht-ohne-herrschaft-v2.pdf

Posted on Leave a comment

#Tahrir #PortSaid #Suez: Zur weiteren Entwicklung heute in Ägypten

blackblocegypt25j
Ein Black Block Aktivist versucht ein verletztes Kind zu retten (Kairo, 25. Januar 2013)

Die Entwicklung in Ägypten ist mittlerweile auch das Topthema in den deutschsprachigen Massenmedien. Deshalb wollen wir hier nicht all das wiederkauen, was dort auch vermeldet wird, sondern ergänzende Infos liefern.

 Suez

Die Gerichtsmediziner haben bekannt gegeben, das die in Suez erschossenen Demonstranten aus kurzer Distanz erschossen wurden, etliche Schüsse wurden von hinten abgegeben.

An den heutigen Trauerzügen beteiligten sich Tausende, die mit den aufgebarrten Toten durch die Strassen zogen. Schon während des Aufstandes gegen Mubarak waren die Kämpfe in Suez besonders heftig, etliche verloren dabei ihr Leben.

In der Nacht und nach dem Massaker an den Demonstranten zogen sich die Bullen von den Strassen zurück und wurden durch einrückende Einheiten des Militärs ersetzt, die an strategischen Punkten mit einer Vielzahl an gepanzerten Fahrzeugen postiert wurden.

Trotzdem kommt es teilweise weiter zu Kämpfe, ein Bullenrevier wurde erst mit Molotovs angegriffen, dann gestürmt. Die Bullen sind getürmt, das Waffenlager wurde geplündert, mehrere Gefangene wurden befreit.

Ein Verwaltungsgebäude der Sicherheitskräfte wurde gestürmt und in Brand gesetzt.

Dakahliya

Der black bloc versuchte heute, den Regierungssitz der Provinz zu stürmen, es kam zu Kämpfen mit den Bullen.

Port Said

Nach den schweren Kämpfen in der Stadt nach den Todesurteilen im Prozess wegen des Massakers im Stadion von Port Said ist die Zahl der Getöteten weiter gestiegen, ägyptische Medien berichten von 30 Toten. Es gibt viele schwer Verletzte, sodass die Anzahl der Toten weiter ansteigen kann. Unter den Toten sind auch zwei Spieler des Vereins.
Einheiten der zweiten ägyptischen Armee sind in grosser Anzahl in der Stadt eingerückt und sichern nicht nur die Gegend um das Gefängnis, sondern auch alle strategisch wichtigen Orte wie Wasser-und-Elektrizitätswerke, zentrale Regierungs-und-Verwaltungsgebäude und insbesondere die wichtige Infrastruktur des Suezkanals.

Zuvor war es nicht nur zu den allgemein berichteten Kämpfen vor dem Gefängnis gekommen, sondern zu Aktionen, die eher von einem generalisierten Aufstand in der Stadt sprechen lassen.
Zwei Bullenstationen wurden gestürmt, Feuer gelegt, Waffen erbeutet. Es gab Angriffe auf das Rathaus, zentrale Steuereinheiten für den öffentlichen Verkehr, die Zentrale für die Elektrizitätsversorgung der Stadt wurde ebenso gestürmt, wie Logistikzentren für die Bullen und die öffentliche Verwaltung, um mit den erbeuteten Materalien das Gefängnis stürmen zu können.
Fahrzeuge und Gebäude der staatlichen Medien wurden angegriffen, wichtige Verbindungsstrassen in die Stadt ebenso blockiert, wie der Zugang zum wichtigsten Industriegelände.

Kairo

Auch heute Nachmittag Kämpfe mit den Bullen in der Nähe des Tahrir Platzes, so in der Mohamed Mahmoud Strasse, dort kämpfen Aufständische mit Steinen und Molotovs gegen die Bullen.
Zuvor hatten die Bullen eine Demo in Richtung des Parlamentsgebäude mit Reizgas aufgelöst. Ebenfalls heute nachmittag geht ein Lager der Armee in Kairo in Flammen auf.
Die Ultras von Al Ahly haben erklärt, es habe bisher keine Urteile gegen die Bullen, Militärs und Politiker gegeben, die für das Massaker im Stadion von Port Said verantwortlich seien, gegeben.

Der Prozess gegen einige Bullen und für die Sicherheit im Stadion Verantwortlichen wird erst im März stattfinden.

Am Nachmittag zogen hunderte Ultras zum Innenministerium und lieferten sich dort Kämpfe mit den Bullen.

Der nationale Sicherheitsrat, in dem die Moslembrüder und hohe Militärs zusammensitzen, hat heute getagt und öffentlicht angekündigt, dass er über eine Verhängung des Ausnahmezustandes nachdenke und eine allgemeine Ausgangssperre für bestimmte Regionen des Landes in Betracht ziehe.

Und die Solidarität?

Der angekündigte Muris Besuch in Berlin wird nun nicht, wie berichtet am Dienstag stattfinden, sondern erst am 30.01.
Mursi wird am Flughafen Tegel landen und dort von Merkel mit dem üblichen „militärischen Ehren“ begrüsst werden…..

„…Wir halten es also für angebracht, einen Aufruf zu lancieren, zum Angriff überzugehen, die laufende revolutionäre Welle in Ägypten dort, wo wir uns befinden, mit unseren eigenen Ideen, mit unseren eigenen Mitteln zu unterstützen. Wenn in Alexandria, in Kairo, in Malhalla,… tausende Personen sich in die Schlacht für eine neue Welt werfen, dann lasst uns dafür sorgen, dass jeder Repräsentant des Ägyptischen Staates und Kapitals überall auf der Welt den Konflikt vor seine Tür getragen findet….“

Aus einem aktuellen Aufruf von Anarchisten aus Belgien, auf deutsch auf andiewaiseindesexistieren

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/77174?

Video: Black Block

Livestream aus Kairo:

[gigya src=”http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=ontveglive&autoPlay=false” width=”560″ height=”340″ quality=”high” wmode=”transparent” allowFullScreen=”true”]

Posted on Leave a comment

#Mali: Französische Armee verhindert „Bürger-Karawane für Frieden in Mali“

malilogoPressemitteilung von Afrique-Europe-Interact 

24. Januar 2013: Französische Armee verhindert „Bürger-Karawane für Frieden in Mali“ (ursprünglich: „Weißer Marsch“) – unterdessen verschärft sich die ökonomische Situation der Bevölkerung dramatisch.

Trotz ausdrücklicher Befürwortung seitens des malischen Innen- und Verteidigungsministeriums sowie vom malischen Übergangspräsidenten hat das französische Militär die Straße zwischen Segou und Mopti nicht für die Busse der seit November geplanten „Bürgerkarawane für Frieden“ (ursprünglich: „Weißer Marsch“) freigegeben. Nach zwei Absagen innerhalb der letzten sieben Tage haben die an dem Projekt beteiligten Basisgruppen aus der malischen Zivilgesellschaft daher entschieden, die Friedenskarawane auf den nächstmöglichen Zeitpunkt zu verschieben.

Die maßgeblich von der malischen Sektion von Afrique-Europe-Interact initiierte Bürgerkarawane spricht sich für das Recht auf Selbstverteidigung aus, warnt aber vor den katastrophalen Konsequenzen einer militärischen Eskalation des Konflikts, zumal Frankreich mit seiner Intervention in erster Linie ökonomische und politische Interessen verfolge. Als Schlüssel zu einem nachhaltigen Frieden wird stattdessen die Eröffnung eines Dialogs mit jenen Teilen der Tuareg-Bevölkerung aus dem Norden betrachtet, die sich weder durch das islamistische Ansar Dine noch die laizistische MNLA vertreten sehen. Denn nur so könnten die Islamisten sozial und politisch marginalisiert und ihre schrittweise Entmachtung erreicht werden.

Wie wichtig ein solcher friedenspolitischer Dialog ist, zeigen insbesondere die mutmaßlichen Hinrichtungen von so genannten Kollaborateuren durch Angehörige der malischen Armee – darunter mehreren Tuareg. Das bestätigt auch Ousmane Diarra, Präsident der ebenfalls an der Karawane beteiligten „Assoziation der Abgeschobenen Malis“ – wobei es noch keine endgültigen Bestätigungen für die vor allem von französischen und malischen Menschrechtsorganisationen gemeldeten Hinrichtungen gibt. Erinnerst sei nur an den Fall eines bekannten Radiojournalisten aus Gao: Mehrere Quellen meldeten am 19. Januar unabhängig voneinander seine Ermordung durch islamistische Besatzer, woraufhin der islamistische Polizeichef von Gao von der lokalen Bevölkerung gelyncht wurde. Erst 48 Stunden später entpuppte sich die Todesnachricht glücklicherweise als falsches Gerücht.

Unterdessen erfreut sich das militärische Vorgehen gegen die Islamisten nach Auskunft zahlreicher BasisaktivistInnen aus Bamako unverändert großer Zustimmung innerhalb der Bevölkerung. Demonstrationen im Ausland gegen die französische Militärintervention würden daher auf absolutes Unverständnis stoßen – unabhängig davon, ob der Protest antikolonial oder religiös begründet sei. Dennoch könne die Stimmung bei der Mehrheit keineswegs als kriegerisch beschrieben werden. Im Gegenteil: Im Vordergrund stünde das Verlangen nach Frieden, entsprechend würden umfängliche Gebete und Koran-Lektüren in den Moscheen breiten Raum einnehmen. Maßgeblich für die Gestimmtheit vieler Menschen sei dabei die Sorge, dass die soziale und kulturelle Identität Malis durch die Herrschaft der radikalen Islamisten nachhaltig Schaden nehmen könnte. Die gesamte Gesellschaft sei daher von einer Art Positiv-Boom des in Mali ohnehin vorherrschenden Sufi-Islam erfasst worden.

Unbeschadet der kriegsbedingt einmal mehr verschärften ökonomischen und sozialen Krise halten die westlichen Länder – darunter auch Deutschland – unverändert an der nach dem Putsch im März 2012 erfolgten Suspendierung der Entwicklungszusammenarbeit mit der malischen Regierung fest. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass große Teile der Bevölkerung die Absetzung der hochgradig korrupten Regierungselite rund um den ehmaligen Präsidenten Amadou Toumani Touré bis heute ausdrücklich begrüßen. Afrique-Europe-Interact verurteilt dieses Vorgehen als zutiefst undemokratisch, stattdessen fordern wir umfassende Hilfe für das durch Krieg, Korruption und 20 Jahre IWF-Strukturanpassungspolitik schwer gezeichnet Land – hierzu gehört auch die Unterstützung des demokratischen Aufbruchs, wie er von von der malischen Zivilgesellschaft im Anschluss an den Putsch auf den Weg gebracht wurde.

Afrique-Europe-Interact

www.afrique-europe-interact.net

Posted on Leave a comment

Griechenland: Die kapitalistische Junta schreitet voran – stoppen wir sie!

Griechenland: Die kapitalistische Junta schreitet voran – stoppen wir sie!
Kommt am Samstag, den 26.01. um 17.30 Uhr vor die IHK-Frankfurt, Börseplatz 4. Versauen wir dem griechischen Innenminister Stylianídis sein nobles Abendessen mit dem deutschen Staatssekretär Fuchtel und den IHK-VertreterInnen.

Posted on Leave a comment

#25jan #Tahrir: Blockaden, riots und black block / Meldungen aus Ägypten Update 19:00 Uhr

Black Block am 25. Januar in Kairo
Black Block am 25. Januar in Kairo

Aktivisten berichten von erschossenen Demonstranten in Alexandria – Truppenaufmärsche rund um die Hauptstadt – Angriffe auf Bullenstationen, Büros der Moslembrüder und Regierungsgebäude- Demos im gesamten Land- Islamisten meiden die Strasse

 Jahrestag des Aufstandes in Ägypten – erste Meldungen

 Es knallt an diversen Ecken, während sich überall die Demonstrationszüge formieren. Ein erster unvollständiger Überblick

Kairo
Bereits am gestrigen Donnerstag kam es zu Auseinandersetzungen in der Qasr El-Aini Strasse. Aktivisten gingen eine der schon vor Monaten errichteten Absperrungen aus massiven Betonquadern an, es gelang ihnen, Teile davon einzureissen. Die Bullen intervenierten, bei den folgenden Kämpfen wurden mehrere Aktivisten festgenommen, drei Bullen so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten.
Am Nachmittag dann erneut ein Angriff auf eine Absperrung am Randes des Regierungsviertels, massiver Tränengaseinsatz, die Bullen werden mit Molotovs eingedeckt, die Demonstranten ziehen sich zum Tahrir Platz zurück.
Während am Freitagmorgen die ersten Demonstranten zum Tahrir Platz strömen, Transparente aufgehangen werden, “Brot, Freiheit, Gerechtigkeit und Würde”, kommt es zu neuen Auseinandersetzungen an der Absperrung in der Qasr El-Aini Strasse, Steine fliegen auf die Bullen, erneuter Tränengaseinsatz. Gleichzeitig wird die Merghany Strasse vor dem Präsidentenpalst mit brennenden Autoreifen blockiert.

Port Said
Hunderte Ultras der “Green Eagles” stürmen am Donnerstag den Hafenbereich von Port Said, brennen Feuerwerk ab, und ziehen sich nach einer halben Stunde zurück. Sie solidarisieren sich mit den Aktionen der Ultras von Al Ahly, die seit Mittwoch Aktionen in Kairo durch führen, um dagegen zu protestieren, das die Prozesse wegen des Massakers im Stadion von Port Said ausgesetzt wurden. In einer Erklärung betonen sie, dass die Aktion zeige, dass sie in der Laga seien, im Zweifelsfall den strategisch wichtigen Suezkanal zu blockieren.

Alexandria
Gruppen von vermummten Demonstranten blockieren mit Barrikaden Strassen und Strassenbahnlinien. Sie betonen, dies sei es der Anfang der heutigen Aktionen
Es wird berichtet, sie seien alle in schwarz gekleidet gewesen, bei den Aktionen in Kairo gestern sei auch erstmalig eine Gruppe aufgetreten, die sich selber als black bloc egypt bezeichnet habe.

Sinai
In einem Bullenausbildungslager kommt es zu einer Revolte, seit Tagen befinden sich hunderte Rekruten im Hungerstreik, um gegen Misshandlungen durch Vorgesetzte zu protestieren. Als Sondertruppen des Innenministeriums intervenieren, werden ein Dutzend von ihnen bei Kämpfen mit den Rekruten verletzt.

Ismailia
Aktivisten haben gestern die Zugverbindung an den Suezkanal blockert, um gegen die Besuch des Präsidenten am Suezkanal zu protestieren.
Sie stoppen einen Zug mit Hindernissen auf den Schienen , auch ein Bus mit einer Militärband, die zu Ehren von “Bruder Mursi” aufspielen wollte, hat sein Ziel nicht erreicht.

Unser Bericht von 19:00

Protestzüge in allen grösseren Städten, die Islamisten ziehen es im Gegensatz zu den letzten Protesten im Dezember vor, nicht auf der Strasse präsent zu sein, auch die Armee hält sich im Hintergrund, das Drecksgeschäft wird den Bullen der Aufstandsbekämpfungseinheiten überlassen. Unvollstädige Splitter vom Nachmittag/ frühen Abend.

In Alexandria kommt es am späten Mittag zu schweren Zusammenstössen vor dem lokalen Regierungssitz, Hunderte kämpfen gegen die Bullen. 

Die Leute vom black bloc, die gerade in Ägypten richtig Furore machen, alle Massenmedien berichten darüber, stürmen währendessen das Gericht in Alexandria, vor dem es bereits letzten Sonntag zu schweren Zusammenstössen kam, weil das Verfahren gegen mehrere Bullen wegen der Morde an Demonstranten während des Aufstandes gegen Mubarak, kurzfristig abgesagt wurde.
Später kommt es zu Kämpfen vor der Al-Manshia Bullenstation, Hunderte haben sich davor versammelt, beschimpfen die Bullen, beide Seiten bewerfen sich mit Steinen, die Bullen schiessen in die Luft, um zu verhindern, dass die Bullenwache gestürmt wird. Währenddessen ziehen tausende Demonstranten durch die Stadt.

In Kairo sind vier Demozüge in Richtung Tahrirplatz unterwegs, die immer weiter anschwellen, während die Kämpfe an der Betonbarriere seit den Morgenstunden andauert, auch hier werfen beide Seiten mit Steinen aufeinander, Molotovs fliegen auf die Bullen.

Video: Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant_Innen und Polizei in Ägypten

Die Kämpfe in Alexandria vor dem Regierungssitz dauern weiterhin an, massiver Einsatz von Reizgas, während vor der Bullenwache Bewaffnete mit Schwerter auftauchen, die Demonstranten angreifen.

In Suez kommt es am frühen Nachmittag ebenfalls zu schweren Kämpfen mit den Bullen, als diese einen Demonstrationszug vor dem lokalen Regierungssitz mit Reizgas beschiessen.
In Kairo wird einer der Demozüge von einem Hoteldach aus mit Steinen und Flaschen beworfen, Aktivisten machen Mitglieder der Moslembrüder dafür verantwortlich. Hunderte spalten sich daraufhin vom Demozug ab und ziehen zum naheliegenden Büro der Moslembrüder, werden dort unter Feuer genommen.

In Ismailia wird das Büro der Moslembrüder gestürmt und teilweise in Brand gesetzt.

In Port Said gehen jetzt Tausende mit den Ultras, die gestern vorübergehend Teile des Hafens besetzt haben , auf die Strasse.

In Alexandria eskaliert die Lage weiter, das Regierungsgebäude steht kurz vor dem Sturm, Aktivisten erklären, man werde als erstes Bilder der während des Aufstandes gegen Mubark getöteten Demonstranten an dem Gebäude aufhängen.
Gegen 17.00 Ortszeit wird eine Presseerklärung von mehreren oppositionellen Gruppen veröffentlicht, dass die Bullen in Alexandria zwei Demonstranten erschossen haben.
Die Regierungsbehörden dementieren dies.

Es wird von massiven Truppenkonzentrationen an den Zufahrtsstrassen nach Kairo berichtet.
Das Militär gibt eine Presseerklärung heraus, man werde nicht gegen Zivilisten vorgehen, es handele sich um Routineoperationen.

In Ismailia wurde währendessen die Fassade des Regierungsgebäude massiv mit Steinen bombadiert, es wird versucht, das Gebäude zu stürmen.

Am frühen Abend hat der black bloc seine Ankündigung wahrgemacht, und ist zum Präsidentenpalast gezogen und nicht wie alle anderen zum Tahrir Platz. Als versucht wird, die Stacheldrahtverhaue zu durchbrechen, schiessen die Bullen massiv Reizgas.

In Sharqiya ziehen am Abend Hunderte zum Privatsitz von Präsident Mursi, greifen die dort stationierten Bullen mit Steinen und Molotovs an.

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/77036?

Video: Black Block in Kairo am 24. Januar

Posted on Leave a comment

#Antifa #Tim #Dresden #DDNaziFrei: Orwelleske Verhältnisse herrschen in #Sachsen

Der Freistaat, welcher für seine Repression gegen Antifaschismus bekannt ist und der zuletzt durch eine rechtswidrige Razzia bei Jugendpfarrer Lothar König sowie durch den Abhörskandal “Handygate” bundesweit Empörung ausgelöst hatte, zeigt nun erneut sein totalitäres Antlitz.

Wir sprechen Tim Kdresden17J(H.). unsere Solidarität aus – Es trifft Einen, gemeint sind wir alle.

Wir verurteilen die sächsische Lynchjustiz auf’s Schärfste!

Am 15.1.2013 wurde in Dresden der 36-jährige Antifaschist und Vater Tim K. zu einer 22 monatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Die Indizien sind indes äußerst fragwürdig: Eine Videoaufnahme, die eine nicht erkennbare Person von ähnlicher Statur mit Megaphon zeigt, soll belegen, dass Tim zum Durchbrechen von Polizeisperren aufgerufen habe. Jedoch konnte keiner der bei der Verhandlung anwesenden Zeugen bestätigen, dass es sich bei der gefilmten Person um Tim handelte.

Die Anklagen wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung und Beleidigung sind skurril und klar politisch intendiert; dies belegt nicht zuletzt der Ausspruch des Richters in der Urteilsbegründung: “Irgendwann hat die Bevölkerung in Dresden es mal satt.”

Dieser Prozess ist eine Form von staatlichem Terrorismus. Abzielend auf die Kriminalisierung von Antifaschismus, Protest, zivilem Ungehorsam und nicht zuletzt von Zivilcourage soll ein Exempel statuiert werden: Durch das Verbreiten von Angst und Schrecken unter den Aktivist_Innen gegen Rechts wird versucht, diese von notwendigem Widerstand gegen Neonazis abzubringen und vom Blockieren der Neonazimärsche abzubringen.

Tim ist nicht der Erste, der öffentlichkeitswirksam kriminalisiert wird. Auch der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König ist einem politischen Schauprozess ausgesetzt, der die erschreckende Haltung des “Freistaats Sachsen” offenbart: Dresden soll zu einer no-go-area für emanzipatorische Kräfte werden.

Solidarität muss praktisch werden!

Deswegen: Kommt am 13.2.2013 alle nach Dresden. Zeigen wir diesem faschistophilen Bundesland, dass wir uns nicht von seiner Willkür einschüchtern lassen. Lasst uns den Kräften der Repression zeigen, dass wir faschistischen Geschichtsrevisionismus und völkische Propaganda nicht hinnehmen. Lasst uns zeigen, dass wir keine Angst haben und uns von solchem Abschreckungsversuch nicht aufhalten lassen.

Wenn wir das Problem staatlicher Repression und Verhinderung von Gegenkulur mit Phrasen wie “sächsischer Demokratie” abtun, ignorieren wir die Tatsache, dass die massive Unterdrückung und Repression radikaler linker Initiativen in allen Bundesländern ein reales Problem ist. Polizeigewalt und Willkür sind an der Tagesordnung. Erst letzte Woche durften wir in Magdeburg die “deeskalative” und “rechtsstaaliche” Arbeit des (behelmten) schwarzen Blockes erleben: Ohne Vorwarnung und ohne jede Rechtfertigung wurde eine Spontandemonstration aus 1000 Anti-Faschist_innen, welche in einer Entfernung von über 7 km des geplanten Naziaufmarsch liefen, mit Pfefferspray und Schlagstöcken angegriffen. Die hoch ausgerüsteten Schlägertruppen stürmten einfach in die Reihen der Demonstrant_Innen und schlugen wild um sich, wie auch von Medien, Demobeobachtern und Aktivist_Innen berichtet wurde.

Derartige Verhältnisse sind nicht hinnehmbar. Alle emanzipatorischen Kräfte, alle progressiven Denker, alle empörten Bürger, alle desillusionierten Staatsdiener sowie alle Menschen, die das Wegschauen nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, sind dazu aufgerufen, diesen Zuständen die Stirn zu bieten.

„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ Berthold Brecht

INSEL JENA 22.1.2013

Posted on 1 Comment

#Lausitzer8 #Berlin: Neuer Räumungstermin – Neuer Aufruf zur Blockade! – #StopDesahucios

 

blockade_header0214Der neue Räumungstermin für die Lausitzer Str. 8 steht fest! Am Donnerstag, den 14. Februar 2013 um 7 Uhr wollen wir mit euch gemeinsam auch den dritten Räumungsversuch durch eine Blockade verhindern.

 

Am Montag, den 22.10.2012, wurde in der Lausitzer Straße 8 dieZwangsräumung einer Familie durch eine Sitzblockade verhindert. Die Gerichtsvollzieherin musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Dies war die erste erfolgreiche Verhinderung einer Zwangsräumung in Berlin. Der zweite Räumungstermin am 12.12.2012 wurde kurz vorher ausgesetzt, aus „formellen Unstimmigkeiten“. Wir wollen auch den dritten Räumungsversuch mit Massenblockaden zum Scheitern bringen.

 

Werdet konkret aktiv gegen Verdrängung!
Kommt zur Blockade am 14. 02.2013!
Sagt Freund*innen, Nachbar*innen und Verwandten Bescheid und bringt sie mit!
Helft bei der Mobilisierung – Mobimaterial hier: http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de/mobi-material/

Quelle: http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de/