#Zürich: Auseinandersetzungen während Too #Binz To Fail Demo

Zürich in der Nacht auf Sonntag

Zürich in der Nacht auf Sonntag

Das besetzte ehemalige Fabrikgelände im Zürcher Stadtteil »Binz« hat von kantonalen Immobilienamt einen Räumungsbefehl auf 1. Juni erhalten.

Bei einer Demonstration in der Nacht auf den Sonntag ist es in der Zürcher Innenstadt zu Auschreitungen gekommen, mehrere Geschäfte wurden geplündert. Die Polizei ging mit Tränengas, Gummischrot und Wasserwerfern gegen mehr als tausend Menschen vor.

Die ‘Too Binz To Fail’ Demonstration startete beim seit einigen Jahren besetzen Haus und wurde bereits beim Bahnübergang Bahnhof Zürich Binz von drei Polizeiautos erwartet, welche die Demonstration über Manesseplatz in richtung Schmiede Wiedikon leiteten. Divere Böller und Fackeln wurde gezündet. Diverse Böller flogen unkontrolliert in der Gegend und manchmal auch direkt in der Demonstration herum. Diverse Sprayer nutzten die Gunst der Stunde und bemalten Hauswände und Garagentore. Als die Demonstration beim Stadtpolizei Kreisposten 3 angelangte und divere Demonstranten diesen mit Feuerwerk, etc. angriffen, griff die Polizei mit Gummischrot, Tränengas und einem Wasserwerfer ein.

Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrant_Innen in Zürich.

Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrant_Innen in Zürich.

Daraufhin zog sich die Demonstration zur Schmiede Wiedikon zurück und bahnte sich ihren weg hin zum Bahnhof Wiedikon. Vor und hinter der Demonstration wurden Mülltonnen in Brandgesteckt und auf die Straße geworfen. Die Polizei hatte sich merklich zurückgezogen und tauchte bei der Tramhaltestelle Werd mit einem Wasserwerfer wieder auf. Die Demonstration zog weiter via Tramdepot in Richtung Kasernenareal/Langstrasse. Dort wurden diverse Scheiben eingeschlagen und ein Coop Pronto geplündert. Die Demonstration zog weiter in Richtung Langstrasse, wo die Polizei wiederum mit Tränengas, Gummischrot und Wasserwerfer den Demonstranten den Weg verstellte. Die Demonstration ging dann zurück in Richtung Kalkbreite, wo sie von einem großen Polizeiaufgebot, welches zwischen dem Lochergut und der Kalkbreite stand, bereits erwartet wurde. Dort gab es wiederum diverse Gummischroteinsätze, woraufhin die Demonstration zurück zum Bahnhof Wiedikon lief, wo die Polizei wiederum mit Gummischrot und Tränengas einschritt. Die Demonstration machte sich dann auf den Weg in Richtung Binzareal.

Die Demonstration wurde von diversen Soundmobilen begleitet, welche die ganze Zeit die Leute mit tanzbarer Musik unterhielt.

Text von Binz:

Neuer Räumungstermin: Ende Mai

Das kantonale Immobilienamt hat der Familie Schoch einen ‘letztmaligen’ Aufschub gewährt und wünscht nun, dass die Binz per 1. Juni 2013 leer ist.

Allerdings ist uns aus zuverlässigen Quellen auch bekannt, dass mit den Bauarbeiten für die von der Stiftung Abendrot (Pensionskasse) und Werner Hoffman (Immobilienstratege) geplante Spitalpersonal- und Studenten- Boxen bestenfalls im Oktober 2014 begonnen wird. Das Projekt befindet sich derzeit in der Entwurfsphase der Planung.

Kein Abriss auf Vorrat!

Selbst wenn (was bei Bauvorhaben dieser Grössenordnung selten zutrifft) der Idealfall eintrifft, sämtliche Planungs- und Vorbereitungsarbeiten bis dahin gemacht sind und die notwendigen Baubewilligungen ohne Verzögerung ausgestellt werden, ist im Fall eines Abbruchs der Binz im Juni 2013 eine einjährige Baubrache gewiss.

Die Ansage des Immobilienamts ist insofern ernst zu nehmen, dass sie ihr Vorhaben die Binz im Juni 2013 abzureissen umsetzen können wenn sie wollen.

Binz bleibt.

Abgesehen vom Argument ‘Kein Abriss auf Vorrat’ treten wir normativ ideologisch für die Autonome Zone Binz ein:

Mit dem Abbruch der Binz würde weit mehr zerstört, als das Dach über dem Kopf derjenigen, die dort leben. In der Binz manifestieren sich antikapitalistische, gemeinschaftliche Ideen, Lebenseinstellungen und Alltage. Die Ideen können zwar nicht mit abgerissen und saniert werden, sie bleiben bestehen, aber ein einzigartiger Ort würde verschwinden.

In einer Stadt,

– in der bezahlbarer Wohnraum mehr als nur knapp ist,
– kapitalistische Machtdemonstrationen wie beispielsweise der Prime Tower als städtisches Wahrzeichen gefeiert werden,
– das öffentliche Leben zunehmend mit Sicherheits- und Sauberkeitswahn zum Verschwinden gebracht wird,
– sich die Stadtplanung mehr und mehr an Standort- und anderen Wettbewerben orientierten statt an den Bedürfnissen der Bevölkerung, die eben nicht nur aus gut Verdienenden besteht,
– der Ausschluss von allen und allem, was nicht einem makellosem Marketing orientiertem Image der Stadt entspricht, immer vehementer und gewaltsamer wird,

sind Orte wie die Binz unbedingt notwendig.

Darum:

Wir wollen und müssen jeden alternativen Lebensraum erhalten und verteidigen. Umso mehr, je verplanter, durchregulierter und Prestige orientierter die Stadt wird und systematisch alles vereinnahmt oder ausmerzt, was nicht Teil dieser Entwicklung ein kann oder will.

Quelle: http://binzbleibtbinz.ch/

Video: Auseinandersetzungen in Zürich

About Enough is Enough!

Its time to revolt!
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One Response to #Zürich: Auseinandersetzungen während Too #Binz To Fail Demo

  1. secr says:

    Die Wiediker haben sich übrigens wahnsinnig darüber gefreut und haben natürlich Verständnis dafür, dass eine normativ ideologischen Lebensraumtheorie mit Gewalt verteidigt werden muss.

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