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#bloodstrawberries #Athen #Exarchia: Aktion gegen “blutige Erdbeeren” auf dem Wochenmarkt

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Auf dem Gemuesemarkt am Wochenende im linken Stadtteil Exarchia in Athen/Griechenland gab es eine Aktion von einer lokalen AnwohnerInnen-Organisation gegen den Verkauf “Blutiger Erdbeeren”. Weil bei Schuessen von Vorarbeitern auf einer seit langem beruechtigten Erdbeer-Plantage der Firma Vaggelatos SA in der Region Manolada auf zahlreiche migrantische Plantagen-ArbeiterInnen geschossen wurde – wegen seit 6 Monaten ausstehenden Loehnen – gibt es verstaerkt Boykottaufrufe. Eine griechische Supermarktkette auf Kreta – Chalkiadakis” – soll laut Zeitungsmeldungen bereits reagiert haben und saemtliche Erdbeeren aus der Region aussortiert und an Obdachloseninitiativen weitergegeben haben.

Am Sonntag brachte die lokale AntwohnerInnen Initiative in Exarchia Aufkleber und Plakate mit einem Boykoytt Aufruf an zahlreichen Gemuese-Staenden an. Ein Haendler, der falsch etikettierte Erdbeeren aus der Region verkaufte beschwerte sich daraufhin lautstark und rief, dass die Schuesse richtig gewesen seien und drueckte ueberraschend seine Sympathie fuer die griechischen Rechten aus.

Daraufhin kippten beherzte AnwohnerInnen seinen Erdbeerstand um.

Solidarische Gruesse an Indymedia Athen, die wieder senden: https://athens.indymedia.org/

Twitter hashtag: #bloodstrawberries

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/84293

http://enough14.org/2013/04/21/bloodstrawberries-griechenland-kundgebungen-und-boykottaufrufe-wegen-schuesse-auf-erdbeer-plantagenarbeiter-in-nea-manolada/

Video: Arbeiter_Innen aus Bangladesh liegen auf dem Boden nachdem sie angeschossen wurden.

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#bloodstrawberries #Griechenland: Kundgebungen und Boykottaufrufe wegen Schuesse auf Erdbeer-Plantagenarbeiter in Nea Manolada

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Gestern gab es in mehreren Staedten in Griechenland Kundgebungen des Erwerbslosen- und Praekarisierten-Netzwerks anlaesslich des griechenlandweiten Tags der Erwerbslosen und Praekarisierten.

Dort wurden auch die Schuesse auf die GastarbeiterInnen (die groesstenteils aus asiatischen Laendern stammen) bzw. Erdbeeren-PlantagenarbeiterInnen thematisiert und zum Boykott der Erdbeeren aus dieser Region aufgerufen.

34 Verletzte in den “Erdbeer-Dörfern” – Sie fragten nach ihrem Lohn nachdem sie Monate lang nicht bezahlt wurden. Mindestens 34 Arbeitern aus Bangladesch landeten im Krankenhaus, nachdem sie von den Verwaltern der Erdbeerfelder in Nea Manolada, Ilia beschossen wurden.

Verschiedene linke Parteien, Basisgewerkschaften und -initiativen haben sich vor Ort einen Ueberblick verschafft und zur Solidaritaet mit den betroffenen GastarbeiterInnen aufgerufen.

Inzwischen tauchen immer mehr Boykottaufrufe gegen die Erdbeeren aus dieser Region auf. Auch in Deutschland werden diese “toedlichen Erdbeeren” aus der griechischen Region Nea Manolada in verschiedenen Supermaerkten verkauft

Dutzende von wütenden “illegalen” Arbeitnehmern, die seit mindestens sechs Monaten nicht bezahlt wurden, versammelten sich um die Bezahlung für ihre Arbeit einzufordern.Laut Aussagen der Opfer fingen mindestens drei Menschen sofort an auf sie mit Jagdgewehren zu schießen.Die Angreifer verfolgten die blutenden Arbeiter als diese auf die Felder flüchteten um sich dort zu verstecken.

Die Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser und Gesundheitszentren gebracht. Schwerer Verletzte wurden mit Krankenwagen nach Patras gebracht.Mindesten fünf Personen sind im kritischem Zustand und wurden mit Wunden am ganzen Körper von den Schüssen ins Krankenhaus eingeliefert.Laut Polizeimeldungen wurde der Besitzer der Plantage verhaftet während die drei Schützen noch immer auf der Flucht sind.

Dies ist nicht das erste Mal, über ähnliche Vorfälle wurde schon öfter aus der Region berichtet.Letztes Jahr im Mai kam es zu schweren Zwischenfällen als Arbeiter ihren Lohn einforderten.

Twitter hashtag: #bloodstrawberries

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/84053

Video: Arbeiter_Innen aus Bangladesh liegen auf dem Boden nachdem sie angeschossen wurden.

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#20Fgr #RBNEWS #Greece: Nichts ist vorbei. Der Generalstreik in Griechenland. Ein Erlebnisbericht

Auseinandersetzungen in Exarchia, Athen
Auseinandersetzungen in Exarchia, Athen

Dutzende Generalstreiks hat Griechenland seit dem Beginn der Krise erlebt. Einige mit Streikdemonstrationen, an denen sich Hunderttausende beteiligten, mit Massenmilitanz und der wirklich in der Bevölkerung vorhandenen Hoffnung, nun beginne der Anfang vom Ende der ganzen Scheiße.

Auch für heute, den 20.2.2013, haben die Gewerkschaftsdachverbände GSEE und ADEDY, die kommunistische Gewerkschaftsfront PAME sowie eine Reihe von Basisgewerkschaften, anarchistischen, kommunistischen und linken Gruppen zum Generalstreik aufgerufen. Im Mittelpunkt stand – wie könnte es anders sein – der Protest gegen die brutale Verarmungspolitik, mit der die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras inspiriert von der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF das Land überzieht. Deren Eckpunkte: Massenarbeitslosigkeit (27 Prozent bei der Gesamtbevölkerung, 62 Prozent bei Jugendlichen unter 24), Deindustrialisierung, Privatisierungen, rasantes Lohndumping (durchschnittlicher Rückgang um 40 Prozent), die Abschaffung von Kollektivverträgen, die Zerstörung des Sozial-, Renten- und Gesundheitssystems, die Aushebelung des Streikrechts mittels „Notstandsverordnung“ – die Liste ist lang.

Im folgenden wollen wir einige Eindrücke des langen Tags der Apergia, des Streiks, mit euch teilen.

Syntagma Platz heute
Syntagma Platz heute

Manche muss man zwingen – zu Gast bei der Geniki Taxydromiki

Der Tag beginnt früh. Um ein Uhr nachts macht sich eine Kolonne aus dutzenden Autos und Motorrädern auf dem Weg zu einem Unternehmen, der Geniki Taxydromiki. Der Konzern bietet Kurierdienste an, er arbeitet als ein Zusammenhang verschiedener Standorte, vieles ist outgesourct. Einer der outgesourcten Betriebe sei vor kurzem Pleite gegangen, die Arbeiter ohne Job und die ausständigen Löhne bekommen sie auch nicht mehr, erzählt ein Genosse. Vonseiten der Geniki Taxydromiki heißt es, man sei nicht zuständig für das ehemalige Franchise-Unternehmen.

arab20f_3Jedenfalls gibt es bei dem Kurierdienst eine hauseigene Gewerkschaft, der man Nähe zur PASOK, den Sozialdemokraten, nachsagt, und die wollen sich nicht am Streik beteiligen. Da aber doch einige Arbeiter der Branche streiken wollen, laufen um zwei Uhr morgens um die siebzig Anarchisten, Basisgewerkschafter und andere Aktivisten auf und sperren die Einfahrten. Es gibt Kaffee und Musik, hin und wieder treffen Polizeiwagen ein, bleiben aber auf Distanz, um später vollends abzuziehen. Ärger gibt es keinen, und wirklich schließt der Betrieb etwa um 8 Uhr die Tore. Wir schlafen zwanzig Minuten im Auto und machen uns auf den Weg zur großen Streikdemo.

arab20f_4Auftakt der PAME – „like an army“

Traditionell trifft sich die der kommunistischen Partei KKE nahestehende Gewerkschaftsfront PAME an einem anderen Ort als der heterogene Rest der Demonstration, und auch um eine halbe Stunde früher, nämlich um 10 Uhr 30 am Omonia-Platz. Um 10 Uhr 15 treffen wir dort ein und sind etwas verwundert, dass sich nur wenige hundert Menschen rund um die im Zentrum des Platzes aufgestellte Bühne versammelt haben. Noch überraschter sind wir allerdings, als Punkt 10:30 tausende von PAME-Mitgliedern, zum Teil in geketteten Reihen aus allen Straßen rund um den Platz strömen. Wenige Tage zuvor haben wir uns mit einem Anarchosyndikalisten über PAME unterhalten. Bei aller Kritik, die er anzubringen hatte, hob er doch einen Punkt hervor: „They are like an army. If they say, we will have tenthousand people at this time on this place, they are there.“ Es ist tatsächlich ein für an die linksradikale Zeitwahrnehmung der Bundesrepublik gewohnte Aktivisten ungewohntes Schauspiel. Die Disziplin und Geschlossenheit der PAME lässt uns staunend zurück. Warum sie sie nicht öfter einsetzt, um – wie etwa wenige Tage zuvor beim Streik der Seeleute – den Sondereinsatzbullen der MAT zu zeigen, dass die Arbeiterklasse sich wehren kann, bleibt uns ein Rätsel. Wir bleiben noch kurz, plaudern mit einigen Genossen, die die Parteizeitung „Rizospastis“ verkaufen und gehen dann zur anderen Demonstration, auf der andere unserer Genossen laufen.

arab20f_5Bunt und groß

„Andere“ Demonstration ist eigentlich übertrieben. Denn die Sammelpunkte liegen gleich ums Eck, auf der Straße des 28. Oktober und der Bereich zwischen Polytechnikum und Omonia-Platz füllt sich zunehmend mit so vielen Menschen, dass ohnehin nicht absehbar ist, wo die Grenze sein soll. Insgesamt werden es mehrere Zehntausend sein an diesem Tag, genauere Schätzungen trauen wir uns nicht zu. Keine der größten Demos der letzten Jahre, aber auch keine kleine Demo.

Dort, vor dem Polytechnikum, sieht es anders aus als auf dem Omonia-Platz. Es ist nicht eine, straff organisierte Gruppe, die hier aufläuft, sondern hunderte verschiedene Stadtteilinitiativen, Basisgewerkschaften, linksradikale und autonome Gruppen, Anarchisten, Maoisten, Trotzkisten, auch linksreformistische Parteien wie SYRIZA und ANTARSYA. Ganz hinten, vor der mit Farbbomben verschönerten Zentrale des DGB-Äquivalents GSEE stehen auch noch ein paar dutzend Menschen; beeindruckend ist es aber keineswegs, was der kapitalismuskonforme Gewerkschaftsdachverband noch an Restmobilisierungsfähigkeit aufzubringen hat. Die Straße füllt sich, dutzende Banner und Hochtransparente sind da, bis es letztlich losgeht, vergehen noch ein, zwei Stunden. Wir plaudern, jeder spricht über Politik, aber schon jetzt ist abzusehen, dass es nicht unbedingt Zuversicht ist, die die Menschen an diesem sonnigen Mittwoch ausstrahlen.

arab20f_6Latschdemo Deluxe

Der Rest ist rasch erzählt, aber schwer einzuschätzen. Wir laufen mehr oder weniger laut Parolen rufend in einem beeindruckend langen, aber auch beeindruckend aktionsschwachen Demozug bis zum Syntagma-Platz, einmal um ihn herum und dann nach Hause. Am Syntagma-Platz und in allen angrenzenden Straßen und Nebengassen lauern jede Menge Cops, wie üblich im Bürgerkriegsstyle mit Gasmaske und Schild. Man wartet, ob etwas passiert, ob sich die angestaute Wut vor dem Parlament entlädt – doch es bleibt ruhig. Damit´s doch noch mal knallt und weil es die martialisch auftretenden MAT-Bullen wohl auch nicht ohne haben können, schießen sie, da sind wir schon längst auf dem Rückweg, noch ein paar Blendgranaten und ein bisschen Tränengas in die Demo, es kommt zu einigen Auseinandersetzungen. Es sei die friedlichste Demo, die er je erlebt hat, sagt mir ein Genosse. Erfreut klingt das nicht. Und wirklich, wer in einer Situation wie dieser, unter den Bedingungen einer autoritären polizeistaatlich abgesicherten Form kapitalistischer Totalverarmung, meint, friedliche Demos seien zu irgendetwas gut, hat entweder Angst oder glaubt nicht mehr daran, dass etwas zu gewinnen ist, oder hat nicht alle Tassen im Schrank.

Wir gehen nach Exarcheia. Hier kommt es dann doch noch zum üblichen Geplänkel, brennende Mülltonnen, ein entglastest Juppiekaffee, ein paar kleinere Angriffe auf und von Bullen, Tränengas – Katz-und-Maus-Spiel mit nur wenig Sinn und Perspektive.

arab20f_7Alles vorbei? 

Erinnert man sich an jene Szenen vom Syntagma-Platz in den letzten Jahren, bei denen Zehntausende ehrlich wütend und empört, aber auch hoffnungsvoll versuchten, das Parlament zu stürmen oder sich zumindest nicht von den Bullen vom Platz scheuchen zu lassen, so hat der heutige Generalstreik einen faden Beigeschmack. Hinzu kommt, dass viele Bereiche der Wirtschaft von Streik augenscheinlich wenig betroffen waren. Geschäfte waren überall offen, man konnte mit der Metro zur Demo fahren, Busse fuhren, der Block der Gemeindearbeiter war viel kleiner als in vorangegangenen Demonstrationen (eine tatsächliche Einschätzung der Beteiligung am Streik soll das aber nicht sein, nur ein erster subjektiver Eindruck). Zudem ist anzumerken, dass mit den Notstandsverordnungen der Regierung gegen Seeleute und Metro-Arbeiter zwei wirklich bedeutende Niederlagen der griechischen Arbeiterbewegung erst wenige Tage zurückliegen.

Streikpost vor dem Kurierdienstunternehmen "Geniki Taxydromiki"
Streikpost vor dem Kurierdienstunternehmen “Geniki Taxydromiki”

Woran liegt das? Ein Genosse erklärt mir, dass die 24-stündigen Generalstreiks – für uns aus Deutschland unvorstellbar große Dinger, hier eher Routine – zwar zum einen Mobilisierungsfähigkeit und Organisierungsgrad der Widerstandsbewegung steigern können, zum anderen aber eben auch Ventile sind, mittels derer man kontrolliert den Druck aus dem Kessel lassen kann. Hinzu kommen die Frustrationserlebnisse, wenn du zehn oder mehr Generalstreiks in den letzten Jahren mitgemacht hast, sich aber dennoch nichts, aber auch schon gar nichts zum Besseren verändert hat.

arab20f_9Die in den letzten Jahren oft übliche Massenmilitanz, die bei weiten Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung stößt, konnte wenigstens noch jenes Selbstbewusstsein erzeugen, dass auch dieser sich so martialisch gebärdende Staat nicht unangreifbar ist. „When we are fighting in the streets, we are fighting our own fear“, hat eine Genossin vor einigen Tagen im Gespräch gesagt. Nun scheint allerdings die Angst zu überwiegen. Die (sehr verständliche) Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, wenn man trotz Dienstverpflichtung weiter streikt, die (nachvollziehbare) Angst von den Bullen, die ohne jedwede Rücksicht auf Verluste vorgehen, ernsthaft verletzt zu werden, wenn man seiner Wut freien Lauf lässt. Auf der anderen Seite führt die Abkehr der Massen von der Militanz dazu, dass sie entweder zum angesichts des bereits erreichten Niveaus eher kindisch wirkenden Katz-und-Maus-Spiel inklusive Mülltonnenbrand zurückgestuft wird, oder sich zum Handwerk kleiner, hochprofessioneller Gruppen wie den Feuerzellen entwickelt, wodurch sie sich aber letztlich den breiten Bevölkerungsschichten entfremdet.

arab20f_10Kein Grund zum Weinen 

Gleichwohl ist nichts vorbei. Das schwierige an der Lage ist, dass hier nur noch alles zu wollen ist. Es hilft kein sozialdemokratisches Betteln um Reformen mehr, überhaupt gibt es nichts mehr von irgendeinem Kapitalisten oder der Regierung zu fordern. Es gibt nur noch die Möglichkeit, die Revolution zu machen. Alles andere ist zumindest in diesem Land in dieser Situation Quark.

Aussichtslos ist das dennoch nicht. Denn die Lage im Land ist unabschätzbar, ein Funke könnte genügen und die aufgestaute Wut, der Hass auf die Zerstörung der eigenen Leben, könnte die Resignation und Verzweiflung aufsprengen. Wie im Dezember 2008, als der Bullenmord an Alexis Grigoropoulos zu jenem Fanal wurde, mit dem langjährige tektonische Veränderungen im gesellschaftlichen Gefüge zum Erdbeben wurden, könnte ein Ereignis reichen, um die Explosion auszulösen, die unter den jetzigen Bedingungen wohl einiges an Sprengkraft aufzuweisen hätte. Ein Bullenangriff zuviel, eine Zwangsdienstverpflichtung zuviel, eine Sparmaßnahme zuviel.

Bis dahin wird die griechische Revolution wohl einiges an Organisationsarbeit leisten müssen – Ansätze dafür gibt es genügend. Damit wir hoffentlich bald mit Marx sagen können, dann „wird Europa von seinem Sitze aufspringen und jubeln: Brav gewühlt, alter Maulwurf!“

*im Text ist die weibliche Form mitzudenken. Aus Zeitgründen war es uns unmöglich, ihn zu gendern. Wir bitten das zu berücksichtigen. Auch wollen wir vorausschicken, dass es sich um eine subjektive „Innenansicht“ des Streiks mit Stand 17 Uhr handelt. Medienberichte und was danach passieren wird, haben wir noch nicht eingearbeitet. 

Mehr aktuelles aus Griechenland auf gcr.blogsport.de & facebook.com/GreekEdition

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/79315

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#Türkei: 100 Gewerkschafter_Innen Festgenommen

türkei19FTürkei. Am Dienstag Morgen, wurden in 29 Städten, zeitgleich Wohnungen der Gewerkschaft KESK durchsucht. Über 100 Gewerkschafter_Innen wurden festgenommen.

Am Dienstag Morgen stürmte die Anti- Terror Einheit der türkischen Polizei, in 29 verschiedenen Städten, die Wohnung und Büros von AktivistenInnen des Gewerkschaftsverbandes KESK. Bei der Zeitgleichen Razzia wurden über 100 Gewerkschafter_Innen festgenommen und gegen 167 Gewerkschafter_Innen Haftbefehl erlassen.

Die Operation richtet sich gegen die in der Türkei illegal organisierte DHKP/C ( Volksbefreiungs- Partei/Front). Erst vor ein paar Wochen sind über 10 politische Anwälte bei ähnlichen Operation Festgenommen worden.

Unter den Festgenommen war auch Akman Simsek der in hohen Funktion in dem Dachverband der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst steht.

Erst vergangenes Jahr wurden bei mehreren Razzien 58 Gewerkschafter_INNEN der KESK festgenommen und Inhaftiert.

Anti-Terror Operationen in der Türkei

Der vage Ausgelegte Anti-Terrorparagraph dient vor alledem dazu, jegliche Art von Opposition in der Türkei auszuschalten. Hier von sind nicht nur Gewerkschaften, linke/revolutionäre Zeitungen betroffen, sondern auch demokratische Parteien, wie die BDP ( Friedens- und Demokratie Partei), betroffen. So wurden in den so genannten KCK-( Union der kurdischen Gemeinschaften) Operationen, auch Bürgermeister, Parlamentarier und Mitglieder der BDP festgenommen. Zur Zeit sind über Zehntausend politische Gefangene in den türkischen Gefängnissen.

 Quelle: http://de.atik-online.net/2013/02/19/100-gewerkschafter-festgenommen/

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#Greece #Thessaloniki: Viomichaniki Metaleftiki eröffnet und beginnt mit der Produktion in den Händen der Arbeiter

viomeVio-me ist eine Fabrik in Thessaloniki,die Baustoffe herstellte und im Mai 2011 von ihren Besitzern verlassen wurde. Die Arbeiter, seit über einem Jahr unentlohnt, haben sie in der Folge besetzt. Nachdem Interventionen bei den Ministerien erfolglos geblieben sind, haben sie beschlossen, die Fabrik in Selbstverwaltung unter Arbeiterkontrolle weiterzuführen. Morgen ist es soweit, sie werden mit der Wiederaufnahme der Produktion beginnen.

 

Wir sind die, die den Teig bereiten und kein Brot haben, wir sind die, die die Kohle schürfen und denen kalt ist. Wir sind die, die nichts haben und wir sind gekommen uns die Welt zu holen.

Tassos Livaditis

Im Herzen der Krise versetzen die Arbeiter von VIO.ME Ausbeutung und Privatbesitz einen vernichtenden Schlag

Bei einer auf 30% gestiegenen Arbeitslosigkeit, sinkenden Löhnen, abgespeist mit leeren Worten, Versprechungen und Steuerraub, nicht entlohnt seit Mai 2011, einem Produktionsstillstand in einer von den Arbeitgebern verlassenen Fabrik, haben die Arbeiter von Viomichaniki Metaleftiki- auf der Basis einer Resolution der gewerkschaftlichen Vollversammlung – beschlossen, sich nicht mit einer
sicherlich lang dauernden Arbeitslosigkeit abzufinden, sondern dafür zu kämpfen, die Fabrik zu übernehmen und selbst wieder zu betreiben.

Seit Oktober 2011 haben sie durch formale Angebote ihren Anspruch bekundet, eine Arbeiterkooperative zu errichten, die vollständig ihrer Kontrolle unterliegt. Sie haben auch die gesetzliche Anerkennung sowohl für ihr eigenes als auch für ähnliche Vorhaben gefordert, die ihrem Beispiel folgen würden. Gleichzeitig haben sie auch Anspruch auf jene
Geldsumme erhoben, die notwendig ist, um den Start des Fabrikbetriebs zu ermöglichen,
naturgemäß ihr Geld, da sie ja den gesellschaftlichen Reichtum produzieren. Staat und
Gewerkschaftsbürokratie begegneten dem ursprünglich entworfenen Plan mit absoluter
Gleichgültigkeit, von sozialen AktivistInnen wurde er jedoch enthusiastisch begrüßt. Mit Hilfe der `offenen Solidaritätsinitiative in Thessaloniki` und in der Folge weiterer ähnlicher Initiativen in verschiedenen Städten des Landes wird seit mindestens sechs Monaten versucht, auf breiter Basis die Botschaft von VioMe in der griechischen Gesellschaft bekannt zu machen.

Jetzt ist die Zeit von BioMe gekommen!

Die Arbeiter können nicht länger auf leere Worte eines bankrotten Staat warten, um ihre Pläne umzusetzen (nicht einmal die 1000 Euro besonderer Zuwendung, die der Arbeitsminister versprochen hatte, sind ausbezahlt worden aufgrund der fehlenden Unterschrift des Wirtschaftsministers, Stournaras!)

Die Zeit für eine Wiederinbetriebnahme von VioMe ist gekommen- genauso wie für jede andere Fabrik, die geschlossen wurde, in Konkurs gegangen ist, oder ihre ArbeiterInnen feuert – aber diesmal durch die ArbeiterInnen selbst und nicht durch alte oder neue Bosse. Dieser Kampf darf nicht nur auf VioMe beschränkt bleiben, sondern er muss sich auf alle Fabriken und Geschäfte ausweiten, um landesweit Bedeutung zu erlangen und siegreich zu sein; nur durch ein Netzwerk von besetzten und selbstverwalteten Betrieben wird VioMe das Überleben gelingen. Nur so kann es zu einem `Baumeister` einer anderen Organisation von Produktion und Wirtschaft werden. Einer Organisation,
die Ausbeutung, Ungleichheit und Hierarchie abschafft.

Wenn eine Fabrik nach der anderen zusperrt, die ungefähr zwei Millionen Arbeitslosen und die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung seitens der Troikaregierung von ND, PASOK und Demokratischer Linker genau wie schon von ihren Vorgängern zu Armut und Elend `verurteilt` werden, dann ist die Forderung nach der Übergabe der Fabriken an die ArbeiterInnen die notwendige Antwort auf die täglich erfahrbare Zerstörung und die einzige Antwort auf Arbeitslosigkeit. Daher ist der Kampf von VioMe auch ein Kampf von uns allen.

Wir laden alle Arbeitslosen und alle in einem Arbeitsverhältnis stehenden Menschen ein sowie alle, die am eigenen Leib die Krise erfahren haben, die ArbeiterInnen von VioMe zu unterstützen. Jetzt, da sie daran gehen, in der Praxis zu beweisen, dass wir, die ArbeiterInnen es auch ohne Bosse schaffen! Wir laden sie ein, an der entgegengesetzten Karawane des Kampfes und der Solidarität teilzunehmen, die mit dreitägigen Veranstaltungen des Widerstands in Thessaloniki enden wird. Wir laden sie ein, am Kampf teilzunehmen und den Kampf zu organisieren, wo immer sie leben und arbeiten, mit Versammlungen, die direkte Demokratie praktizieren, ohne Bürokraten, um alle, die
unser Leben zerstören, mit einem unbefristeten politischen Generalstreik zu stürzen! Damit die Fabriken und die gesamte Produktion in die Hände der ArbeiterInnen übergeben werden und damit wir eine Wirtschaft und Gesellschaft organisieren, die wir wollen: eine Gesellschaft ohne Herren!

Die Zeit von Vio.Me ist gekommen! Lasst uns an die Arbeit gehen!

Wir bereiten den Weg für ArbeiterInnenselbstverwaltung!

Wir bereiten den Weg für eine Gesellschaft ohne Bosse!

Sonntag 10. 2.
18:00 Gesamtgriechische Versammlung der Solidaritätsinitiativen im Alexandroskino
Montag 11.2.
17:00 Protestmarsch, Kamara
20:00 Konzert im Ivanofio mit: Th. Papakonstantinou, G. Charoulis, Chainides.
Dienstag 12.2.
Alle in die Fabrik!
Treffpunkte. 11:00 Kamara, 12:00 IKEA

Mehr Informationen (und wie ihr dieses Projekt unterstützen könnt):

http://www.viome.org/vio.me

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Griechenland: Die kapitalistische Junta schreitet voran – stoppen wir sie!

Griechenland: Die kapitalistische Junta schreitet voran – stoppen wir sie!
Kommt am Samstag, den 26.01. um 17.30 Uhr vor die IHK-Frankfurt, Börseplatz 4. Versauen wir dem griechischen Innenminister Stylianídis sein nobles Abendessen mit dem deutschen Staatssekretär Fuchtel und den IHK-VertreterInnen.

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#Opel #Bochum: “Ihr kriegt uns nicht aus diesem Werk”

Die Absage vom Fest zum 50jährigen Jubiläum hat vielen Opelanern wohl Mut gemacht. Das Fest sollte eigentlich am vergangenen Samstag stattfinden, wurde aber kurzfristig vom GM Management abgesagt. Laut einem Bericht der Rheinischen Post hatte das Management Angst vor einer Besetzung des Werkgeländes.

Fans von VFL Bochum zeigten am vergangene Wochenende ihre Solidarität mit der Belegschaft von Opel Bochum.
Fans von VFL Bochum zeigten am vergangenen Wochenende ihre Solidarität mit der Belegschaft von Opel Bochum.

Am Freitag standen die Bänder bei Opel während jeder Schicht für eine Stunde still. Die Stimmung war kämpferisch. Es war die zweite Arbeitsniederlegung seit der Ankündigung am vergangenen Montag die Bochumer Opelwerke nach 2016 zu schließen. Auf die Absage des Jubiläums-Festes, war von vielen Opelanern immer wieder zu hören: “Die haben Angst vor uns.” Bei vielen Opelanern ist der erste Schock über die Ankündigung vom Management das Werk in Bochum nach 2016 schließen zu wollen, einer enormen Wut gewichen. Auch die täglich einströmenden Solidaritätserklärungen stärken die Bochumer Opel-Belegschaft.

Betriebsratchef Rainer Einenkel sagte dem Management von GM während der Protestaktion der Frühschicht am Freitag Morgen den Kampf an: “Ihr kriegt uns nicht aus diesem Werk!” Auch nahm er das erste Mal das Wort Streik in den Mund. Es gibt immer mehr Opelaner, denen die Aktionen der IG Metall und des Betriebsrats nicht weit genug gehen, eine wilde Streikaktion wie in 2004, oder der kurze wilde Warnstreik am vergangenen Dienstag könnten jederzeit wieder ausbrechen, wenn die IG Metall und der Betriebsrat ihrer Verantwortung nicht gerecht werden.

Inzwischen gibt es einige Initiativen, die sich damit beschäftigen, wie es weiter gehen soll. Eine davon schlägt vor, aus Opel Bochum eine Genossenschaft zu machen, die Öko-Autos produzieren soll. Der Pott wird hinter der Belegschaft und den  zehntausenden von Menschen die ihre Jobs verlieren könnten, stehen und dafür kämpfen, dass die Menschen nicht durch Hartz 4 & co in die Armut abrutschen. Es geht dabei nicht nur um eine Standortlogik-Debatte. Es geht darum, die Menschen aus den Händen von Konzernen wie General Motors zu befreien und eigene Perspektiven zu entwickeln.

Solidaritätsadressen an die Opelaner/-innen und ihre Familien

Bitte schickt eure Solidaritätserklärungen an folgende Adressen:

  • dirk.gruetzner[at]de.gm.com
  • annegret.gaertner[at]de.opel.com
  • info[at]wir-gemeinsam.eu (Adresse des Betriebsrats-Vorsitzenden Rainer Einenkel)

Video:

Infoveranstaltung / Warnstreik am 14.12.2012:

Wilder Warnstreik am 11.12.2012:

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#Opel #Bochum sagt Jubileumsfeier ab – Angst vor Solidarität

Die Opel Konzernleitung hat die geplante Jubiläumsfeier, die am kommenden Samstag in Bochum statt finden sollte, abgesagt. Auf der Jubiläumsfeier “50 Jahre Opel in Bochum” wurden 20.000 Menschen erwartet. Die Absage wurde jetzt mit “Sicherheitsbedenken” begründet. Die Feier wurde immer deutlicher zu einer Solidaritätsaktion für die Belegschaft. Unter den Titel “Opel kneift vor Demonstranten” schreibt das Handelsblatt: “Offensichtlich befürchtete das Unternehmen, dass der Aufruf von Gewerkschaften zu einer Solidaritätskundgebung den Rahmen gesprengt hätte und zu viele Menschen auf das Werksgelände hätten strömen können.”

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Video: Doku über GoG – Eine Gruppe oppositioneller Gewerkschafter bei Opel Bochum

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Video: #Opel #Bochum: Kurzer warnstreik mit Spontandemo

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Einige hundert Beschäftigte der Fertig- und Endmontage legten heute Morgen bei Opel Bochum die Arbeit nieder. Damit reagierten sie auf das am Montag verkündete Aus für den Standort im Jahr 2016. Die Arbeiter der Frühschicht hatten die Aktion Basisdemokratisch miteinander abgesprochen, es ging in dem sinne um einen kurzen wilden Streik. Obwohl viele Gewerkschaftler aus der Basis involviert waren, riefen IG-Metall und Betriebsrat vor allem zu besonnenheit auf. Was dies genau zu bedeuten hat, bleibt abzuwarten.

Spontandemo bei Opel heute Morgen.
Spontandemo bei Opel heute Morgen.

Aus der Region regnet es unterdessen Solidaritätserklärungen. Durch den drohende verlust von bis zu 40.000 Arbeitsplätze bei zulieferer und Dienstleister von Opel haben viele im Pott erkannt dass es um da ganze geht.

Spontandemo bei Opel heute Morgen
Spontandemo bei Opel heute Morgen

Video: Interview mit IG- Metaller (aus der Basis) Paul Fröhlich zu den Aktionen am Tage nach der Bekanntgabe des Produktionsendes 2016:

Opel-Solidaritätsfest:

Samstag, den 15. Dezember 2012 von 11.30  –  18.00 Uhr

Das Solidaritätsfest findet in den Werkshallen (Werk 1, Opelring 1) statt und ist dadurch Wetter unabhängig.

Email-Adressen für Solidaritätserklärungen:

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#Opel #Bochum Sa 15.12 Opel-Solidaritätsfest

Solidaritätsdemo mit 20.000 Menschen in 2004 während den Wilden Streik der Opelaner in Bochum
Solidaritätsdemo mit 20.000 Menschen in 2004 während des wilden Streiks der Opelaner in Bochum

Interim Opel-Chef Thomas Sedran verkündete heute auf der Betriebsversammlung der Bochumer Opelwerke das Ende der Autoproduktion in Bochum. Ganze 40 Sekunden hatte Sedran übrig um einer kompletten Region mitzuteilen, dass Mutterkonzern General Motors sie in die Krise katapultieren wird. Er war insgesamt 12 Minuten in dem Gebäude. Auch wenn das für die Betroffenen schon schlimm genug wäre: Es geht bei Sedrans Ankündigung nicht nur um Opel und die 3300 Mitarbeiter dort. Es geht auch um viele Zulieferbetriebe, um Dienstleister, laut des Betriebsrates geht es um 40.000 Arbeitsplätze in einer Region, in der durch die Schließung von vielen Zechen, Stahlwerken und Nokia sowieso schon viele Menschen erwerbslos sind.

Ein Opelaner während des Streiks in 2004.
Ein Opelaner während des Streiks in 2004.

Als die Zechen in Bochum und Umgebung zu sterben begannen, setzte die Stadt auf Opel, um Bergleuten eine Perspektive zu geben. In Hochzeiten beschäftigte Opel in den Stadteilen Laer und Langendreer ungefähr 20.000 Menschen. Laut derwesten.de soll die Stadt Bochum Anfang der sechziger Jahre einen dreistelligen Millionenbetrag (in D-Mark) ausgegeben haben, um Opel nach Bochum zu holen.  Die Stadt hatte damals 17.500 Arbeitsplätze im Bergbau verloren und setzte auf Opel.

Mutterkonzern General Motors verwehrt Opel den Zugang zu Teilen des asiatischen Marktes. Dies hat dazu geführt, dass Opel in der Falle sitzt. Durch das Spardiktat der Troika  von Merkel & co wurde und wird die Wirtschaft in u.a. Spanien, Griechenland und Italien kaputt gespart. Immer mehr Menschen in Süd-Europa haben dadurch schlichtweg kein Geld um sich neue Autos zu kaufen. Die Krise kommt damit endgültig in Deutschland an.

Dass der Konzern den Bochumer Standort ausgerechnet 2016 schliessen will, dürfte kein Zufall sein. Denn bis Ende 2016 gibt es bei Opel ein Ausschluss von Entlassungen. Der Knaller an der Sache: Erst nach dem Abschluss der seinerzeit geplanten “Personalreduzierungen” sollte der Ausschluss von Kündigungen wirksam werden. So steht es in einem vor einigen Monaten zwischen IG Metall und Unternehmensleitung ausgehandelten Vertrag. Im Gegenzug hat die Belegschaft seit Anfang November auf eine Tariferhöhung von 4,3 Prozent verzichtet. Opel spart dadurch jährlich 176,8 Millionen Euro auf Kosten der Belegschaft von den vier Opelwerken in Deutschland.

Bochumer Opelander während einen wilden Streik in 2004.
Bochumer Opelander während eines wilden Streiks in 2004.

Nach seiner 40sekündigen Mitteilung an die Belegschaft verließ Opel-Chef Thomas Sedran heute Morgen fluchtartig den RuhrCongress, ohne sich den Fragen und der Kritik der Belegschaft zu stellen. Sedran ist sich anscheinend sehr wohl bewusst, dass die Bochumer Opelbelegschaft sehr kämpferisch sein kann. Der Konzernchef hatte 40 Leibwächter mitgebracht. Auch extra Polizeikräfte waren in unmittelbarer Nähe. Beim unerwartet plötzlichen Abgang von Thomas Sedran und seinen beiden Vorstandskollegen kam es im Bochumer Veranstaltungsort RuhrCongress zu einem Zwischenfall. Ein Vertrauensmann der IG Metall forderte Sedran hinter der Bühne zum Bleiben auf und wurde von zwei Sicherheitsleuten von Sedran zu Boden geworfen und sogar gewürgt. Er blieb aber unverletzt.

Von der Bundesregierung kam heute nicht mehr als ein heuchlerisches Bedauern, Geld für eine Rettung würde aber nicht fließen, hieß es aus Berlin. Mal wieder zeigt der deutsche Staat, dass das Retten von Banken wichtiger ist als das Wohlergehen und die Existenzen von Menschen. Wir brauchen dringend Alternativen zur bisherigen kapitalistischen Wirtschaftspolitik, die werden wir uns selbst erkämpfen müssen.

Heute Mittag machten IG Metall und Betriebsrat auf einer Pressekonferenz deutlich, dass sie alles versuchen werden, um die Schliessungspläne von Opel zu kippen. Nun müsse geprüft werden, wie sehr sich die Belegschaft auf die Solidarität der anderen Standorte, der Politik und der Menschen in der Region verlasse könne.

In der gleiche Pressekonferenz  wurde deutlich, dass der Betriebsrat und die Gewerkschaften jetzt überlegen, welche Maßnahmen Opel so sehr weh tun, dass die Konzernleitung noch einmal über ihre Entscheidung nachdenkt. Streiks wurden nicht ausgeschlossen. Auch erklärte der Betriebsrat, dass Opel die 50-Jahr-Feier des Werkes am nächsten Samstag nicht absagen könne. Hierzu gäbe es tarifliche Vereinbarungen. Das Fest am kommenden Samstag soll nun ein Zeichen der Solidarität mit der Belegschaft werden. Kommt zahlreich!

Opel-Solidaritätsfest:

Samstag, den 15. Dezember 2012 von 11.30  –  18.00 Uhr

Das Solidaritätsfest findet in den Werkshallen statt und ist dadurch Wetter unabhängig.

Schild bei eine Kundgebung während der Wilden Steik in 2004.
Schild bei einer Kundgebung während des wilden Streiks in 2004.

Video: Der Kampf um Opel 2004 (gekürzte Fassung)