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#RoteFlora #Hamburg: 21.12.2013 Bundesweite Demonstration

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Rote Flora Hamburg: 21.12.2013 Bundesweite Demonstration

Auftakt: 14:00 Uhr Rote Flora Hamburg

Rote Flora verteidigen – Esso-Häuser durchsetzen!
Gegen rassistische Zustände – Bleiberecht für alle!

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#Frankfurt: Selbstorganisiertes Stadteilzentrum #BlauerBlock im #Gallus eröffnet – #Squat

Neubesetzung in Frankfurt: Blauer Block
Neubesetzung in Frankfurt: Blauer Block

Update 25.5.2013: Der Blaue Block wurde nach 4 Stunden wieder geräumt.

Am 24.5.2013 hat die Initiative communal west das ehemalige Sozialrathaus in der Schwalbacher Straße 45 geöffnet, welches seit Jahren leer stand. Dort soll jetzt der „Blaue Block“, ein selbstorganisiertes Stadteilzentrum, entstehen. „Wir wollen hier langfristig einen Raum eröffnen, in dem sich Menschen selbst organisieren können.

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#SOSCanPiella: 5 Anarchisten wegen “Terrorismus” festgenommen/Räumung Can Piella

Räumung heute Morgen.
Räumung heute Morgen.

Die seid dem letzten spanienweiten Generalstreik vom März 2012 anhaltende Welle der Repression gegen anarchistischen Aktivistinnen und Aktivisten in Katalonien geht weiter und erreicht sogar ein noch höheres Maß. Die katalanische Nationalpolizei Mossos d’Esquadra hat heute (Mittwoch, 15.05.13) auf Anordnung der spanischen Audiencia Nacional das Ateneu Llibertari im katalanischen Sabadell gestürmt und 5 Personen wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung festgenommen.

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Lausanne: Interview mit dem Kollektiv „la Loc(A)motive“

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Hier folgt ein Interview von Contrainfo mit TeilnehmerInnen in der Loc(A)motive Hausbesetzung, anlässlich der Soliveranstaltungen in Lausanne. Seit dem 8. April 2013 ist Loc(A)motive räumungsbedroht, und die HausbesetzerInnen organisieren eine Verteidigung des Hauses.

Contra Info: Was ist „la Loc(A)motive“?
Loc(A)motive: Das Kollektiv besteht aus den BewohnerInnen des Hauses in Chasseron 1 sowie den Menschen, die in den diversen Projekten des Hauses organisiert sind. 15 Individuen leben momentan im Squat und ca. 10 weitere Menschen beteiligen sich an den Aktivitäten im Haus. Das Haus war ein ehemaliges spanisches Kollegium, Eigentum des so genannten spanischen Staates.

C: Wann startete das Projekt?
L: am 21 September 2012

C: Kannst du uns mehr über die ersten Tage des Projektes erzählen?
L: Die Nacht, in der wir das Haus betraten, waren wir ca. 30 Leute und unsere erste Aktion war das Haus für den Fall zu verbarrikadieren, dass die Bullen versuchen sollten uns zu räumen. In derselben Nacht besuchten uns tatsächlich 3 Patrouillenfahrzeuge nachdem ein Nachbar diese gerufen hatte. Die Bullen verließen den Ort nach einiger Zeit wieder.

C: War das Haus für eine lange Periode verbarrikadiert?
L: Die Barrikaden standen für ca. 2 Monate. In diesem Zeitraum wurden zudem Wachschichten organisiert falls die Bullen versuchen sollten die BesetzerInnen zu identifizieren. Dies taten wir da bei einer Anzeige des Besitzenden normalerweise eine ID-Feststellung durch die Bullen erfolgt, damit ein/e RichterIn einen Prozess beginnen kann. Dies war etwas, was wir um jeden Preis vermeiden wollten, auch um mehr Zeit zu gewinnen. Nach einem Monat erschienen die Bullen erneut, doch wir weigerten uns ihnen unsere Daten preiszugeben. Sie kündigten uns einen Prozess an, zu dem wir jedoch nicht erschienen. Dann 2 Wochen nachdem wir eine zweite Vorladung ignoriert hatten, erreichte uns ein dritter Brief, in dem uns mitgeteilt wurde, dass, da wir den Prozess ignorierten, eine richtende Person zusammen mit anderen Gerichtsmitgliedern sowie Repräsentanten der „besitzenden“ Partei in der Besetzung vorbeikommen würden. Nach einer sehr langen Haussitzung beschloss das Kollektiv schlussendlich diesen Prozess in Loc(A)motive zu akzeptieren.

C: Wieso habt ihr diesen Prozess akzeptiert?
L: Die Debatte war lang mit vielen verschiedenen Positionen. Schlussendlich beschloss das Kollektiv den Prozess zu akzeptieren aufgrund einer generellen Furcht, dass wir durch eine Weigerung das Haus mit Sicherheit verlieren würden.

C: Wie war der Prozess?
L: Als erstes müssen wir dazu sagen, dass es einige entscheidende Parameter zu diesem Beschluss gab. Die richtende Person sollte lediglich Zugang zu den öffentlichen Bereichen des Hauses haben. Dies sind um genau zu sein Keller, Erdgeschoss und erster Stock. Wir kontaktierten einen Anwalt, dem wir unser Vertrauen schenkten und der für uns auf Basis eines freien Preises arbeiten würde. Wir schrieben ein sehr detailliertes Dossier in dem wir bewiesen, dass das Haus bewohnbar ist und in dem wir die falschen Anschuldigungen der Spanischen Anwältin angriffen. Ein Tag vor diesem Prozess informierte unser Anwalt das Kollektiv, dass er uns nicht vertreten würde. Offiziell war dieser niemals unser Anwalt da er zu keinem Zeitpunkt die zuständigen Behörden informierte.

Im Vorfeld des Prozesses riefen wir dazu auf sich mit uns zu solidarisieren. Leute aus Loc(A)motive aber auch solidarische Personen waren auf lustige und provokative Arten verkleidet und versteckten auf diverse Arten ihre Identität. Die Atmosphäre an diesem Tag war widersprüchlich. Zum einen waren Leute wie bei einer normalen VoKü am Essen, zum anderen waren Leute extrem gestresst, da wir uns nicht mehr auf anwaltliche Hilfe stützen konnten. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt keine kollektive Strategie. Wir hatten sämtliche Energie in die Zusammenarbeit mit dem Anwalt gesteckt, der schlussendlich nicht erschien. Später verstanden wir, dass der Fokus auf den Anwalt eine schlechte Idee war. Während des Prozesses hatten wir keine klare kollektive Linie. Trotz der Entscheidung dem Richter lediglich den öffentlichen Bereich zu zeigen, änderten einige Mitglieder des Kollektives ihre Meinung, als der Richter drohte den Prozess ohne uns weiter zu führen, falls er nicht das komplette Haus besichtigen könne. Lediglich ein Teil der obersten Etage wurde nicht besichtigt, dank der Initiative einer Person diesen zu verschließen. Schlussendlich, nach einer kurzen Besprechung zwischen den Prozessparteien, verkündete der Richter, dass wir bis zum 8. April im Haus bleiben können. Im Falle, dass der spanische Staat das Haus bis zu diesem Zeitpunkt nicht verkauft haben sollte, gäbe es die Möglichkeit länger im Haus zu bleiben. Fakt ist, seit dem 8. April sind wir von einer Räumung bedroht.

Natürlich gibt es keine Unterschrift oder Zustimmung unserer Seite und keine Person wurde offiziell namentlich in den Prozess involviert. In legaler Hinsicht vermuten wir, dass dieser Prozess keine Gültigkeit hat.

C: Was geschah nach diesem Prozess?
L: Wir fokussierten uns darauf die Infrastruktur des Hauses zu verbessern und die Projekte am Laufen zu halten. Bis heute haben sich die unterschiedlichsten Projekte etabliert. Jeden Freitag laden wir zu einer gemeinsamen veganen Küche ein, zum Teil vervollständigt durch Diskussionen, Präsentationen oder Filme. Im selben Raum wie die VeKü wird jeden Sonntag eine Cafeteria der offenen Tür veranstaltet. Zu jedem Zeitpunkt kann ein Umsonstladen mit jeder Menge Kleidung und sonstigem Krimskrams besucht werden. Im ersten Stock wurde eine Bibliothek mit mehreren hundert Büchern eingerichtet komplettiert durch einen Infoshop mit einigen Broschüren und Flyern zu diversen Themen. Im selben Stockwerk fand ein autonomes Kinderzimmer mit viel Spielzeug seinen Platz. Zudem treffen sich jeden Montag Refugees und PoC um über Migration und ihre Erfahrungen in diesem rassistischen System zu sprechen und diese nieder zuschreiben. Jeden Dienstag gibt es eine autonome Sprachschule. Schlafplätze werden im zweiten Stock bereitgestellt. Momentan haben wir Platz für 10 Personen doch sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Direkt neben dem Schlafraum wurde ein kreatives Atelier aufgebaut mit einem professionellen Zeichentisch, Nähmaterial sowie vielen Farben.

Viele von uns benötigten eine Zeitspanne, in der sie nicht an eine Räumung denken mussten, aber seit einiger Zeit bereiten wir uns auf eine selbige vor und versuchen Widerstand zu organisieren. In diesem Kontext sind einige Menschen motiviert zu verschiedenen Orten zu reisen, um über unsere Situation und Strategie zu informieren. Alle, die interessiert sind, können sich bei uns melden um Informationen zu erhalten oder eine Infoveranstaltung in eurer Stadt zu veranstalten.

Solidarität mit allen befreiten Zonen
Binz bleibt Binz 
Köpi bleibt 
Liebig 14 nicht vergessen
Kein Tag ohne Autonome Zentren

Kontakt:
Squat la Loc(A)motive — locomotive[at]riseup.net
Chemin du chasseron 1, 1004 Lausanne, Suisse/Schweiz

Quelle: http://de.contrainfo.espiv.net/2013/04/28/lausanne-interview-mit-dem-

kollektiv-la-locamotive/#more-6104

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#ivibleibt #Frankfurt: RH-Broschüre “Hausbesetzung und #Repression” nach der IvI-Räumung

Klick zum vergrößern auf dem Bild.
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Am Montag, 22.04., räumte ein Großaufgebot der Polizei das über 9 1/2 Jahre besetzte Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI). Die damit beginnende massive Polizeipräsenz bei der Räumung, den Demos danach und in der ganzen Stadt kann einerseits als eine weitere Übung des Notstands verstanden werden, andererseits werden sie weitere Besetzungen damit nicht aufhalten. Für ein paar Tipps wie ihr bei Hausbesetzungen besser mit staatlicher Repression umgehen könnt, welche rechtlichen Konsequenzen folgen könnten um uneingeschüchtert und bewusster damit umzugehen, haben wir unsere Broschüre aktualisiert.

Die Broschüre orientiert sich zwar in einigen kurzen Analysen an der Situation in Frankfurt in den letzten Jahren, kann aber auch bei Besetzungen in anderen Orten sinnvolle Verwendung finden und im Sinne der Antirepressionsarbeit weiterverarbeitet werden.

Spontan-Demo gegen die Räumung vom ivi, am 25. April in Mainz.
Spontan-Demo gegen die Räumung vom ivi, am 25. April in Mainz.

Ihr könnt euch die Post-Kettenhofweg 130 – Ausgabe gerne als pdf (unten) ansehen, downloaden, ausdrucken und verteilen:

Die Broschüre ist auch hier erhältlich:

* Infoladen, Café Exzess, Leipziger Str. 91, Frankfurt a/M So: 13-16 Uhr // Mo: 19-22 Uhr

oder schreibt uns ne mail, wenn ihr höhere Stückzahlen der Druckversionen haben wollt:

ffm [aet] rote-hilfe.de

Die Brochüre Hausbesetzungen und Repression v2 als download:

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/84530

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#ivibleibt #Frankfurt: IvI Räumung – Ein Update

frankfurt22.04.2013 – Montag

Am Montag Morgen wurde das seit zehn Jahren besetzte Institut für vergleichende Irrelevanz von einem Großaufgebot der Bullen geräumt. Neben zwei Reihen Absperrgittern, hunderten Bereitschaftsbullen und dem BFE, kam auch das SEK zu Unterstützung zum Einsatz. Die Taktik der Bullen scheint es zu sein, die von ihnen befürchteten massiven Proteste von Anfang an in einem Großaufgebot zu ersticken. Zeitgleich zur Räumung kam es zu den ersten direkten Aktionen, die sich vor allem auf den nahe gelegenen Campus Bockenheim konzentrierten, wo mehrere Fensterscheiben zu Bruch gingen und mehrfach der Feueralarm ausgelöst wurde. Darüber hinaus wurde für das dem IvI gegenüberliegende und seit wenigen Wochen leerstehende FLAT („Forschung und Lehre am Turm“) als Ersatz besetzt, jedoch schon nach kurzer Zeit von den Bullen wieder geräumt.
Die Uni trägt mit dem Verkauf des IvI an die Immobiliengesellschaft Franconofurt eine unmittelbare Mitschuld an der Räumung. Schon Ende der letzten Woche kam es zu Glasbruch am Präsidium auf dem neuen Campus Westend. In einer an alle Studierenden verschickten E-Mail des Präsidiums wird der Schaden mit 100 000 Euro veranschlagt, wobei hier leider getrost davon ausgegangen werden kann, dass die Uni diese Zahlen übertreibt.

frankfurt223.04.2013 – Dienstag

Um 18 Uhr startete die Tag 1+X-Demo vor dem Hauptbahnhof und ging mit 1500 Leuten durch die Innenstadt, vorbei an dem Verwaltungsgebäude von Franconofurt zum IVI. Die Cops setzten darauf, den Protest durch massive Überpräsenz, komplettes Abfilmen, Spalier und ständiges Aufstoppen einzuschüchtern und zu zermürben. Der spannungsgeladenen Stimmung tat diese Taktik nur bedingt einen Abbruch. Nach dem Ende der Demo in der Nähe des Studierendenhauses kam es u.a. zu Angriffen auf Gebäude der Uni und eine Zivikarre. Zitat Frankfurter Rundschau:
„Wie die Frankfurter Polizei am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte, seien in der Gräfstraße am Campus Bockenheim sechs PKW zerkratzt worden, am alten Hörsaalgebäude, einem Pförtnerhaus in der Gräfstraße und einer Sparkassen-Filiale in der Berger Straße seien Scheiben eingeworfen worden. Im Bahnhofsviertel seien zudem zwölf Müllcontainer in Brand gesetzt worden.“ Weiter heißt es dort: „Ein besonders massiver Angriff richtete sich nach Polizeiangaben gegen zwei Polizisten in Zivil, die mit ihrem Einsatzwagen ebenfalls in der Gräfstraße unterwegs waren. Vermummte Demonstranten hätten das Fahrzeug mit Steinen und Flaschen attackiert und es dabei erheblich beschädigt, die Beamten hätten die Flucht ergreifen müssen. Beide seien leicht verletzt worden. Der gesamte Sachschaden betrage ersten Schätzungen zufolge mehrere Zehntausend Euro, es keinerlei Festnahmen gegeben.“ Der entstandene Sachschaden soll in einer Höhe von circa 60 000 Euro liegen.

frankfurt324.04.2013 – Mittwoch

Im Vorfeld der uniweiten Vollversammlung verschickte das Präsidium einen Brief, in dem sie alle Studierenden aufforderte dafür zu sorgen, dass die neuen – klinisch reinen – Gebäude auf dem Campus Westend sauber und heil bleiben. Eine facebook-Gruppe aus der Ecke RCDS, Burschis und Co rief dazu auf, „Extremisten“ zu fotografieren und „für einen sauberen Campus Westend“ zu sorgen. Die Dekan*innen der unterschiedlichen Fachbereiche riefen zur Teilnahme an einem „runden Tisch“ auf und stellten fest: „Wir brauchen Gespräche, keine Scherben“. Ein völlig grotesker Move, nachdem in den letzten Monaten das IvI verkauft, ein neuer Campus ohne Studierendenhaus, dafür mit völliger Kameraüberwachung bezogen und Studierende von Seiten des Dekanats mit der SA verglichen wurden. Von Gesprächsbedarf seitens der Uni war da wenig zu spüren. Dem Lautsprecherwagen der VV mit einem Gabelstapler Steine in den Weg zu legen, damit er nicht auf den bzw. vom Campusgelände kann, für ein passendes Gesprächsklima sorgt, sei dahin gestellt. Dies wurde auch auf der mit 2000 Menschen gut besuchten VV thematisiert. Im Anschluss kam es zu einer 300-Leute-Spontandemonstration durch das angrenzende Westend in Richtung Innenstadt. Auch dieses wieder mit massiver Bullenbegleitung.

Talking is over – Action is on. Ihr räumt – wir bestimmen den Preis!

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/84416

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#ivibleibt #Leipzig: Solidaritäts-Besetzung an der Uni

ivileipzig
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Pressemitteilung der protestierenden Studierenden Universität Leipzig, Mittwoch 24. April 2013

Besetzung eines Seminarraumes der Universität Leipzig als Protest gegen die Räumung des Instituts für vergleichende Irrelevanz in Frankfurt/Main
Heute, am Mittwoch dem 24. April wurde der Seminarraum S110 des Seminargebäudes der Universität Leipzig von Studierenden und anderen Protestierenden besetzt. Dies stellt eine Reaktion auf die Räumung des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IvI) in Frankfurt am Main und auf die Umstrukturierungen der Universität Leipzig dar.
Das IvI war ein von Studierenden und anderen Interessierten selbstverwalteter Raum, der zum gegenseitigen Lehren und Lernen abseits der üblichen Themen der Universität genutzt wurde.
Das Gebäude wurde 2003 im Rahmen der Student*innenproteste besetzt. Unter dem Motto „Theorie*Praxis*Party“ fanden im IvI seitdem unabhängige, selbstorganisierte Tutorien und Lesekreise, Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, aber auch Partys und Konzerte statt.
Im Februar 2012 wurde das Gebäude durch die Universität Frankfurt an die Immobilienfirma Franconofurt AG verkauft. Diese veranlasste im Februar 2013 die Räumung des Gebäudes.
Am Montag, dem 22. April wurde das Gebäude durch Polizeieinheiten brutal geräumt.
Die Besetzer*innen der Universität Leipzig solidarisieren sich mit dem IvI „Wir verurteilen
die Räumung des autonomen, selbstverwalteten Raumes, in dem Studierende und andere die Möglichkeit hatten, alternative Bildungsveranstaltungen zu besuchen und zu gestalten“
so Robert Kaiser, einer der Besetzer*innen.

Auch an der Universität Leipzig stehen Stellenkürzungen und Umstrukturierungen der
Institute bevor. Die Protestierenden wollen auch darauf aufmerksam machen. So meint
Melanie Faust: „Ähnlich wie in Frankfurt wollen wir uns einen selbstverwalteten Raum zum unabhängigen Lernen und kritischen Denken erkämpfen. Um den bürokratischen und
einschränkenden Richtlinien, der Raumbeschaffung an der Universität zu entgehen, sind
Besetzungen momentan der einzige Weg. Das Rektorat der Uni Leipzig hätte nach dem
Neubau am Campus-Augustusplatz die Möglichkeit gehabt, solch einen Raum zur Verfügung zu stellen. Stattdessen wurde sich für einen Merchandise-Shop entschieden, der neben der Sparkasse bereits das zweite private und kommerzielle Unternehmen innerhalb des Campus darstellt.“
Die Protestierenden nehmen die Räumung des IvI’s zum Anlass, richten ihre Kritik aber vor allem gegen die bestehenden Kürzungsmaßnahmen der Universität Leipzig und die
Kommerzialisierung von Räumen der Universität. Stattdessen fordern sie „Räume, fern von Verwertungslogik, elitären Hierarchien und Leistungszwang, in denen menschenverachtende Einstellungen keinen Platz haben. Alle Menschen sind herzlich willkommen, die sich mit uns solidarisieren oder ins Gespräch kommen wollen“ meint Melanie Faust abschließend.

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#ivibleibt #HH #Hamburg: Spontandemo zur IVI-Räumung – Protest-Wochenende 26.4 bis 28.4.

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Am 22.4.2013 versammelten sich ca. 150 – 200 Menschen gegen 20 Uhr auf dem Achidi-John-Platz vor der Flora. Nach einer viertel Stunde wurde ein Transparent enthüllt mit der Aufschrift: “Gegen Polizeigewalt und staatliche Repressionen – Freiräume verteidigen” und los ging’s.

Die Demo bewegte sich erst nach hinten durch den Flora-Park, in die Juliusstraße und dann mit Parolen und etwas Pyrotechnik die Susannenstraße runter. Die Bullen wurden durch diesen Schlenker überrascht und waren damit beschäftigt hinterher zu laufen. Erst in der Bartelsstraße brachten sie eine Polizeikette zustande, die den vorderen Teil der Demo vom Rest abspaltete, aber ansonsten keinerlei Wirkung hatte. Die Leute drehten einfach um, liefen weiter die Susannenstraße runter und bogen am Ende rechts ab in die Schanzenstraße, wo sie erneut mit dem vorderen Teil zusammentrafen. Dann ging es in die Lagerstraße und über ein Firmengelände durch die Unterführung am Schanzenbahnhof in den Schanzenpark. Die Bullen waren weiterhin sichtlich überfordert und konzentrierten sich panisch darauf, das Mövenpick-Hotel abzuriegeln.

An der U-Bahn Schlump ging es dann in den Feierabendverkehr und Baustellen-Absperr-Zeugs wurde zu Straßenverkehrs-Absperr-Zeugs. Nach einigen weiteren Schlenkern landete der Aufzug in der Weidenalle nahe eines kürzlich kurzzeitigt besetzen Hauses, das für einen Neubau abgerissen werden soll. Hier wurde begonnen, eine Baustelle zur Barrikade umzufunktionieren. Als dann die Bullen von beiden Seiten eintrafen, machte sich leider Panik breit. Die Leute flüchteten und wurden so zu Gejagten, wobei sich für 30-40 ein Hinterhof als Sackgasse erwies. Sie wurden eingekesselt und später in Gewahrsam verbracht.

Ärgerlich ist das nicht zuletzt deshalb, weil die Einkesselung durch das panische Weglaufen ein gutes Stück weit hausgemacht war. Mit etwas mehr Ruhe und Entschlossenheit hätten die zahlenmäßig unterlegenen Bullen ohne Probleme umgangen und die Demo fortgesetzt werden können. Leider kommt es in den letzten Jahren viel zu oft zu einer solchen Dynamik und es wird weggelaufen, sobald die Schergen auch nur in die Nähe auftauchen. Wenn wir stattdessen in solchen Situationen geschlossen stehen bleiben/weitergehen, hätten die Bullen ein Problem und ihrer Strategie der Treibjagd würde ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Wir können alleine durch Ruhe und Geschlossenheit ihre Handlungsspielräume einengen und unsere erweitern!

Ausgehend von dem Hinterhof-Kessel gab es dann noch eine Solidemo von solidarischen Menschen für die Eingekesselten und die geräumte Ivi über die Schanzenstraße in Richtung Lerchenwache. Unterwegs flog etwas Gerümpel auf die Straße. Erst auf Höhe Schulterblatt tauchten die Cops auf, stoppten die Leute und bildeten einen weiteren Kessel. Der wurde allerdings panisch wieder aufgelöst als der Rest der Leute unverdrossen weiter zur Lerchenwache ging. Danach zerstreute sich die Menge ohne weitere Gewahrsamnahmen.

Etwa zeitgleich wurde an der Brammerfläche am oberen Ende des Schulterblatts eine weitere Gruppe, die auf dem Gehweg in Richtung Rote Flora unterwegs war, ohne jeglichen Grund verfolgt und knüppelschwingend mit Rufen wie „Wir kriegen euch Schweine!“ über das Gelände gejagt: Die Einsatzfahrzeuge fuhren vorbei, ein Bulle zeigte auf die Leute, die Wagen hielten an und die Bullen sind direkt losgerannt. Einziger Grund war offenbar das Tragen von schwarzen Kapuzenpullis. Nicht gerade eine Seltenheit in der Schanze. Es kam zu sehr gewaltsamen Festnahmen und die Bullen verhielten sich sehr eskalativ gegenüber Passant_innen.

Dieses Verhalten war vermutlich schon mal die Generalprobe für das Protest-Wochenende von 26.4. bis 28.4. mit Demos Aktionen und Kundgebungen gegen die Internationale Gartenausstellung (IGA), für soziale Bewegungen in Griechenland und den Erhalt der bedrohten Esso-Häuser auf dem Kiez. Aber auch insgesamt sind die Übergriffe kein Einzelfall, zuletzt wurde die Vokü im Schanzenpark ohne jeglichen Grund auseinandergekloppt. Offenbar wird zunehmend auf ein eskalierendes Verhalten als Einsatzmittel gesetzt.

Auch hier gilt: Lasst euch nicht einschüchtern, wenn die Bullen euch anschreien, dann schreit zurück! Ihre Eskalation ist keine Verfehlung Einzelner, sondern hat Methode und wird bewusst eingesetzt. Anschreien, Beleidigungen und brutales Verhalten werden als Einsatzmittel unterrichtet, sie sollen einschüchtern. Wenn sie eskalieren, dann eskaliert deshalb zurück. Alles andere wird deren autoritäres Verhalten lediglich befördern. Sie sollen sich ruhig zweimal überlegen, ob ihr angelerntes Gewaltverhalten Erfolg hat und sie es anwenden wollen, oder ob ihnen dies auf Dauer zu stressig ist!

Für die kommenden Tage gibt es in Hamburg jedenfalls ein volles Programm, um aktive Gegenwehr gegen Polizeigewalt und die Verhältnisse auf die Straße zu tragen:

Protest Wochenende 26.-28.4.: TEIL 1
Freitag 26.4.: Kundgebung und Aktionen gegen die IGS-Eröffnung und internationale Bauausstellung ab 15 Uhr am Inselpark in Wilhelmsburg

Protest Wochenende 26.-28.4.: TEIL 2
Samstag 27.4.: Überregionale Demonstration: Solidarität mit den selbstorganisierten Kämpfen in Griechenland und weltweit! 15:00 Uhr Rote Flora

Protest Wochenende 26.-28.4.: TEIL 3
Sonntag 28.4.: Esso-Häuser verteidigen! Räumungen von besetzten Projekten, sozialen Zentren und Mieter_innen überall verhindern! 15:30 Uhr Südkurvenvorplatz am Millerntor. Stadtteil- & Solidaritäts-Demo, anschließend Abschlusskundgebung auf dem Spielbudenplatz mit Megafonaktion des Schwabingrad Balletts und Rahmenprogramm.

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/84300

Siehe auch:

http://enough14.org/2013/04/23/squat-ivibleibt-soli-demo-hamburg-die-polizei-last-lugen-will-einfach-nur-feierabend-und-nimmt-leute-fest/

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#Squat #ivibleibt Soli-Demo #Hamburg: Die Polizei läßt lügen, will einfach nur Feierabend und nimmt Leute fest

Soli-Aktionen gabe es gestern Abend auch in Kassel.
Soli-Aktionen gabe es gestern Abend auch in Kassel.

In Hamburg fand gestern Abend eine Soli-Demo für das am frühen Morgen in Frankfurt geräumten ivi statt. Hier ein Radio-Beitrag von Freies Sender Kombinat, Hamburg (FSK):

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(Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.)

 

Video 1 Räumung ivi am 22.04.2013:

Video 2 Räumung ivi am 22.04.2013:


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#Squat #ivibleibt #Frankfurt: Bericht zur IvI-Räumung

ivi22a_2Heute in den frühen Morgenstunden umzingelte die Polizei in einem Großaufgebot das IvI, ohne dass ihnen dieses jedoch widerstandlos überlassen wurde. Erst kurz vor 9 Uhr hatten die Bullen die rund 200 Aktivist*innen vorm Haus verdrängt und flexten sich hinein. Anschließend brauchten sie nochmals fast eine Stunde um die letzten Besetzer*innen heraus zu tragen. Heute um 16 Uhr findet an der Galluswarte eine Sponti statt. Morgen findet die Tag X+1 Demo statt (18 Uhr / Hbf). Wir sind traurig, wütend und wollen statt Franconufurt mit Bullen ein, zwei, drei viele neue Häuser!

Heute gegen 7 Uhr begann die Polizei mit mehreren Hundertschaften, Räumfahrzeugen, Feuerwehrwägen, einem kleinen SEK (Sondereinsatzkommando) und fünf LKWs voller Hamburger Gitter, das IvI zu räumen. Bereits gegen viertel vor 5 waren mehrere Einsatzfahrzeuge Richtung Bockenheim/Westend gefahren, blieben dann aber in Seitenstraßen stehen, bis die Polizei ihr Großaufgebot aufgefahren hatte. Die ersten Einsatzfahrzeuge und Hundertschaften konnten für einige Minuten aufgehalten werden, ein LKW blockierte ungewollt zwischenzeitlich die komplette freie Fahrspur.

Dann kamen aber einfach zu viele Bullen um die Straße noch zu halten, so dass sich Aktivist*innen auf den Trottoir und den Kettenhofweg zurück zogen. Dort ließ die Polizei die Menschen auch noch längere Zeit stehen, während sie einen Zaun aus Hamburger Gittern rund ums IvI und über die komplette davor liegende Senckenberganlage errichtete. Zwischenzeitlich kam es zu Auseinandersetzungen als Bauzäune den Einsatzablauf störten, hierbei wurde kurzzeitig eine Person in Gewahrsam genommen, nach Personalienfeststellung aber wieder frei gelassen.

Generell schien die Frankfurter Polizei (wie sie ja bereits im Vorfeld beteuerte) kein Interesse an einer Eskalation zu haben – jedoch war sie doch gerne willfähriger Helfer als die Gerichtsvollzieher gegen 8 Uhr es ihnen ermöglichten das IvI zu räumen. Nach weit mehr als drei Durchsagen fingen die ersten Hundertschaften an die in Ketten stehenden und teilweise von Transpis geschützten Aktivist*innen anzugehen. Mit Schildern, Nierenschlägen, einem Headbut mit Helm und gut gepanzert konnten sie nach einigem Hin und Her die meisten Menschen vorm Haus abdrängen. Dabei zeigte sich, dass es den Bullen gar nicht daran lag die Menschen vorm Haus in Gewahrsam zu nehmen, wie sonst so häufig in Frankfurt, sondern alle außerhalb des Zauns auf die Senckenberganlage ohne Weiteres zu “entlassen”.

Kurz vor 9 Uhr flexten sich die Bullen ins Haus, trafen dort auf alles mögliche an Barrieren und brauchen nochmal fast eine Stunde um die letzten Besetzer*innen heraus zu tragen. Bei diesen wurden ebenfalls “nur” und vorläufig die Personalien festgestellt.

Parallel zu den letzten Raumnahmen der Polizei im ehemalig Institut für vergleichende Irrelevanz, kam es zu einer spontanen und symbolischen Besetzung des fast leer stehenden Uni Gebäudes Flat, gegenüber vom IvI.

Franconofurt-Geschäftsführer Christian Wolf, der sich gar nicht über das “riesige Chaos” in seiner neu eingenommen Immobilie freute, wird diese jetzt erstmal “stilllegen und zumauern” lassen in der Hoffnung das Ruhe einkehrt. Ob das dem Denkmalschutz entspricht und die Fassade nicht zu schaden kommt ist ebenso fragwürdig wie der von Wolf angekündigte Gebäudeschutz, der -so die Hoffnung- bei dem Risikokapital einige Jahre viel zu tun haben wird.

Heute gab es eine Spontandemo mit etwa 350 Menschen.

Morgen, Dienstag den 23.4.2013 startet die überregional angekündigte Tag X+1 Demo gegen 18 Uhr am Kaisersack, Hauptbahnhof Frankfurt.

Bleibt aktiv und stabil – passt auf euch auf! Informiert euch auch weiter über die IvI-Homepage oder aktuell auf twitter

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/en/node/84161

Interview mit dem asta-Vorstand der Uni Frankfurt zur ivi Räumung auf der Website von Radio Dreyeckland jetzt nachzuhören.

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#Squat #ivibleibt #Frankfurt: PM des Institut für vergleichende Irrelevanz vom 22.04.2013

Institutsmitarbeiter_innen verurteilen die polizeiliche Räumung aufs Schärfste!

– Morgen, 23. April 2013, 18 Uhr, Kaisersack/HBF in Frankfurt: Solidemo mit dem ivi frankfurt, für bezahlbaren Wohnraum und Freiräume! Kommt alle! ivi bleibt! –

ivi22aAm frühen morgen des heutigen Montag, gegen 07.30, begann die Räumung des besetzten Institut für vergleichende Irrelevanz. Mit einem Polizeigroßaufgebot wurde die gesamte Senckenberganlage zwischen Bockenheimer Landstraße und Messekreisel abgesperrt, Absperrgitter weitläufig um das Haus im Kettenhofweg 130 gezogen und die ca. 300 Sympathisierenden mit dem Projekt nach und nach vom Gebäude weg gedrängt.

ivi22a_5Die Aktivist_innen hatten bereits Hinweise auf eine heutige Räumung erhalten, um 04.30 morgens versammelten sie sich am IvI, errichteten Barrikaden auf dem Kettenhofweg und der Senckenberganlage und setzten und stellten sich in den Hof und vor den Eingang des IvI, um das Haus zu blockieren. Auch im Haus verblieben einige Aktivist_innen, um das Gebäude passiv zu verteidigen. Bei der Räumung der friedlich auf dem Gelände sitzenden Leute, kam es vereinzelt zu Gewaltausbrüchen von Seiten der Polizei, 3 Verletzte durch brutale Polizisten gab es unter den IvI Unterstützer_innen. Zudem wurde die Räumung von dem Franconofurt Vorsitzenden Christian Wolf beobachtet, der die vor dem Haus Protestierenden gegen ihren Willen abfilmte.

„Das Polizeiaufgebot und das martialische Auftreten der Staatsgewalt ist vollkommen unverhältnismäßig. Dass unsere Arbeit in der Art von der Polizei und Franconofurt kriminalisiert wird, macht uns einfach nur wütend. Für das IvI hätte es eine politische Lösung geben müssen und keine polizeiliche.“, sagt Sarah Schneider. „Von den Kosten, die dieser Polizeieinsatz verursacht, hätten mindestens 2 Jahre die Miete und die Arbeit des Institutes in einem Ersatzobjekt finanziert werden können.“ so Schneider weiter.

Sich von dieser Räumung demotivieren lassen wird sich hier wohl niemand. Die ganze Woche über wird es Aktionen für den Erhalt des unkommerziellen Kultur- und Bildungsprojektes geben. Morgen, am Dienstag, den 23.04.2013, um 18 Uhr wird am Kaisersack die X+1 Demonstration starten, für die das IvI schon seit Monaten wirbt. Am Donnerstag sind parallel zur Stadtverordnetenversammlung, auf der ein Antrag zur Unterstützung des IvI von Piraten, Linken und SPD Fraktion verhandelt werden soll, Aktionen in der Innenstadt geplant.

„Wir werden nicht aufgeben,“ sagt Oliver Sonnenschein, „auch wenn bisher wenig Unterstützung von Seiten der Politik kommt und die Polizei hart gegen neue Besetzungen vorgeht, werden wir nicht aufhören für selbstorganisierte Räume zu kämpfen. Ein Ort wie das IvI ist und bleibt notwendig in dieser Stadt und wir werden so lange weiter besetzen bis wir ein adäquates Ersatzobjekt haben.“

Interview mit dem asta-Vorstand der Uni Frankfurt zur ivi Räumung auf der Website von Radio Dreyeckland jetzt nachzuhören.

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#Euskadi Interview: Hausbesetzung in #Sestao

Besetztes Kultur-Zentrum in Sestao/Baskenland eröffnet

baskenland21aIm September 2011 wurde in Rekalde/Bilbao das 13 Jahre besetzte Sozial-Zentrum KUKUTZA geräumt und abgerissen. Mehrere Versuche schieterten seitdem, neue Zentren zu besetzen und einem breiten Spektrum von Nutzer/innen zugänglich zu machen. Im ehemaligen Industriezentrum Bizkaias, Margen Izquierda (Linkes Ufer) genannt, konkret in der Kleinstadt Sestao, wurde am 20.4.2013 das ehemalige Verwaltungsgebäude einer Stahl-Fabrik als neues Kultur-Zentrum eröffnet. Sechs Monate zuvor war es besetzt und seitdem nach langer Brache und der Entfernung von Tonnen von Müll wieder nutzbar gemacht worden.

BASKINFO-Interview mit Iñaki von der Besetzungs-Versammlung:

F: Es scheint, dass es nach dem brutalen Ende des besetzten KUKUTZA-Sozialzentrums mit dem heute eröffneten TXIRBILENEA ein neues großes selbstverwaltetes Zentrum gibt im Großraum Bilbao.

A: Richtig. Das Ende des KUKUTZA, in dem viele der Besetzer des TXIRBILENEA in den letzten Monaten seiner Existenz beteiligt waren, hat uns Anlass gegeben, über unsere eigene Stadt Sestao nachzudenken. In Sestao fand interessanterweise im Februar 1987 die erste Besetzung in Bizkaia statt, noch vor dem Gaztetxe in Barakaldo und dem großen Gaztetxe in Bilbao, auch vor dem Gaztetxe in Gasteiz, das nunmehr 25 Jahre alt wird.

Wir dachten, wir müssen in Sestao besetzen. Was Sestao von anderen Orten der Umgebung unterschiedet ist, dass es ein Ort mit viel Bewegung ist, Kampf von Arbeiter/innen, von Nachbarschafts-Gruppen, von feministischen Gruppen in den 70er Jahren, sehr aktiv in den Kämpfen der 80er Jahre. Sestao war der Ort mit den meisten Totalverweigerern in ganz Bizkaia. Die Versammlung der Arbeitslosen in Sestao war vorbildlich organisiert. Wir müssen feststellen, dass alle diese Bewegungen in den letzten Jahren etwas brach lagen, aber Leute mit Erfahrungen jener Jahre, und nicht wenige aus jener ersten Besetzung, sind bis heute aktiv. So entstand die Initiative auch aus dem Frust und der Wut nach dem Ende des KUKUTZA und weiterer Besetzungs-Versuche wie im PATAKON in Uribarri, das ein weiterer Versuch war, ein großes besetztes Zentrum in Bilbao zu schaffen. Aber das Rathaus Bilbao hat diesen Versuch nach wenigen Wochen zunichte gemacht.

F: Dennoch Rückenwind vom KUKUTZA?

A: Auf gewisse Art. Erst waren wir hier eine kleine Gruppe, aber Leute mit viel Erfahrung. Im September 2012 hatten wir zwei Treffen und haben schnell beschlossen, hier rein zu gehen. Normalerweise wird von Besetzungs-Büro empfohlen, genau zu schauen, wem gehört das Objekt, wie sind die Bedingungen und so weiter, aber wir haben schnell entschieden. Wir dachten, der Bewegung in Sestao gibt das Auftrieb, daneben gibt es ja noch eine Reihe weiterer besetzter Räume in der Umgebung Margen Izquierda (Linkes Ufer). Vor allem ist es ein Objekt, das von den Räumlichkeiten her nicht limitiert ist, ziemlich groß, ausbaufähig.

F: Die Geschichte des besetzten Gebäudes?

A: Dieses Gebäude war Teil der Fabrik Hochöfen Bizkaia (Altos Hornos de Vizkaya). Hier waren früher die Lehrwerkstätten untergebracht. In den 50er, 60er Jahren wurden die Jugendlichen mit 14 Jahren eingestellt, um Berufe zu lernen. Sie waren zwei Jahre hier, um mit 16 gleich nebenan in der Fabrik zu arbeiten. Hier sind tausende von Lehrlingen durchgelaufen. Die meisten von uns aus Sestao sind Kinder von Einwanderer/innen aus dem spanischen Staat. Gleichzeitig war hier im untersten Stock noch die Krankenstation von Hochöfen Vizkaya, in der Fabrik haben immerhin ca. 15.000 Leute gearbeitet, da gab es ständig irgendwelche Arbeitsunfälle. In den letzten Jahren ist das Gebäude nach und nach etwas verkommen, nachdem Altos Hornos Anfang der 90er Jahre geschlossen wurde.

F: Seit damals stand es leer?

A: Nach dem Ende von Altos Hornos kam das Stahlwerk ACB und später hat sich Arcelor-Mittal aus Indien hier eingekauft. Die haben das Gebäude zwar noch genutzt, aber nur wenig. Der letzte Kalender, die wir gefunden haben, war von 2003. Also nicht so lange her. Das Gebäude besteht aus sechs Stockwerken, mit jeweils 20 Räumen, die Firma hat maximal noch ein Stockwerk genutzt. Dass Gebäude liegt am Hang, der obere Eingang liegt an der Hauptstraße, 15 Meter tiefer fährt die Eisenbahn am unteren Stockwerk vorbei. Richtung Fluss liegt das ehemalige Fabrikgelände, wo sich heute das Stahlwerk Arcelor-Mittal befindet.

F: Von den sechs Stockwerken habt ihr drei besetzt?

A: Ja. Bevor wir besetzt haben wussten wir, dass in den obersten Stockwerken, die auf Höhe der Straße liegen, eine Stiftung ist. Diese Stiftung benutzt die beiden oberen Etagen, dort finden Kurse statt, aber insgesamt wenig Bewegung. Als wir kamen war klar, dass wir die Räume der Stiftung respektieren. Gleichzeitig haben wir schon am ersten Tag der Besetzung beim Rathaus angerufen und dem Bürgermeister gegenüber die Besetzung klar gestellt. Vor allem, um möglichen Besuchen der Stadtpolizei vorzubeugen. “Falls es Anzeigen gibt von irgendwelchen Nachbarn, keine Angst, das sind keine Einbrüche, wir sind Leute und Gruppen aus Sestao, die das Gebäude nach 20 Jahren wieder nutzbar machen wollen“.

F: Also wenig Probleme mit den Institutionen?

A: Mit dem Rathaus gab es bisher kaum Probleme. Allerdings haben wir öffentlich beklagt, dass das Gebäude aufgrund von deren Nachlässigkeit so herunterkommen ist. Zumindest zu seiner minimalen Erhaltung hätten sie was machen müssen. Das gehört zu ihrer Verantwortung. Zwar gehört das Gebäude formal weiter zu Arcelor-Mittal, aber die haben es vor 10 Jahren der Gemeinde zur Nutzung überlassen. Die Gemeinde sagt, sie habe kein Geld, aber das Nötigste hätten sie dennoch veranlassen müssen, um feuchte Wände zu vermeiden, das wäre nicht teuer gewesen. Das fordern wir auch weiterhin, damit sich der Zustand des Gebäudes nicht weiter verschlechtert, die Stiftung hilft uns dabei leider wenig, obwohl es auch für sie von Nutzen wäre. Mit dem Rathaus haben wir abgesprochen, dass wir uns auf die drei unteren Stockwerke beschränken.

F: Wie wollt ihr das Gebäude nutzen?

A: Die unterste Etage wird öffentlichen Charakter haben, Konzerte, Theater. Daneben gibt es einen Raum mit Küche und Speisesaal. Die zweite Etage wird für Veranstaltungen genutzt werden und von Gruppen, die dort ihre Treffen abhalten. In der dortigen Aula können Filme gezeigt werden. In der dritten Etage wird es eine Bibliothek geben, dort wird sich ein Teil des KUKUTZA-Erbes wiederfinden, denn die Bibliothek wurde gerettet. Sestao ist nicht Bilbao, aber der Geist des KUKUTZA lebt. Und bis es in Rekalde oder sonst wo in Bilbao wieder ein neues KUKUTZA gibt, werden die Sachen eben hier verwendet.

Die zweite und dritte Etage werden völlig selbstverwaltet sein. Das TXIRBILENEA ist zwar besetzt, aber es ist kein Gaztetxe, das wollen wir feststellen. Gaztetxes sind Treffpunkte von jungen Leuten. Wir fühlen uns zwar jung, aber viele von uns sind aus einer älteren Generation, viele haben an früheren Besetzungen teilgenommen, manche haben Kinder. Die erste Aktivität nach der Einweihung war bezeichnenderweise für Kinder.

F: Welchen Charakter habt ihr euch für das Zentrum vorgestellt?

A: Das Projekt wird einen inter-generationellen Charakter haben. Die wichtigsten Elemente sind Besetzung und Selbstorganisierung. Wir wollen Freiräume schaffen, in denen wir den Institutionen zeigen können, dass es andere Formen von Kultur gibt. Kostenlos, denn für die Institutionen bedeutet es keine Kosten. Wenn das Rathaus von Sestao nur den ganzen Müll und Schrott weggeschafft hätte, die Tonnen, die wir hier rausgeholt haben, das hätte sie einen schönen Batzen Geld gekostet. Dagegen haben wir gezeigt, dass die Dinge auch anders funktionieren, hier haben Dutzende von Personen mitgeholfen. Die sollen lernen, dass sie uns nur Freiraum lassen müssen, ohne uns reinzureden, und die Leute organisieren ihre Bedürfnisse und Freizeit selbst. Natürlich unter der Voraussetzung, dass wir die Nachbarschaft respektieren, wir sind die ersten, die daran ein Interesse haben. Wir wollen zeigen, dass es anders geht und das stört die im Rathaus natürlich am meisten, davor haben sie Angst. Der Bürgermeister selbst sagte uns, er werde hier keine alternative Macht dulden. Wir wollen für niemand eine Macht sein, wir wollen lediglich zeigen, dass es anders geht, über selbstorganisierte Arbeit und Kultur. Dafür hat Sestao gute Voraussetzungen. Mit ca. 25.000 Einwohner/innen ist der Ort ausreichend groß für ein alternatives Kulturleben und ausreichend klein, damit wir uns alle gegenseitig kennen und um eine gute Zusammenarbeit zu garantieren. Es gab Situationen, wo sich soziale Bewegungen mit dem Rathaus aufgerieben haben, viele von uns haben diese Erfahrung gemacht: der Streit um den Karneval in den 90ern, das Verbot bei der Fiesta Stände aufzustellen … Eines der Fundamente de TXIRBILENEA ist die Akzeptanz der Verschiedenheit der Beteiligten. Hier gibt es Leute aller ideologischen Richtungen, Anarchist/innen, Kommunist/innen, Abertzale, Leute, die sich einfach selbst organisieren wollen, ohne irgendeiner Ideologie anzuhängen. Diese Mischung müssen wir pflegen, in dieser kulturellen und ideologischen Vielfalt liegt unsere Chance.

F: Sestao und die angrenzenden Städte Barakaldo, Portugalete, Santurtzi waren Kern des ehemaligen industriellen Komplexes in Bizkaia. Das ganze “linke Ufer“, wie es hier genannt wird, ist eine sozialdemokratische Hochburg.

A: Richtig, aber seit zwei Legislaturen regiert hier in Ssestao die PNV, die rechten Nationalisten. Die sind in der Minderheit, sie brauchen die Stimmen von Bildu für ihren Haushalt. Ich schätze mal, wenn hier eine Gruppe von Jugendlichen von 18 oder 20 Jahren besetzt hätte, wären sie umgehend geräumt worden. Aus Ratskanälen haben wir erfahren, dass die PNV durchaus gespalten war in der Frage, wie sie mit uns umgehen sollen. Doch der Bürgermeister ist relativ jung und liberal, hat gute Kontakte mit der abertzalen Linken. Bei den Treffen haben wir ihnen gesagt, “wenn ihr uns raus schmeißt, gehen wir wieder rein. Ihr müsstet schon dasselbe machen wie im Fall KUKUTZA: alles abreißen“. Wir haben so viele Rückschläge erfahren, das schafft ein dickes Fell. Sestao ist nicht Bilbao. Was der Bürgermeister von Bilbao mit dem KUKUTZA gemacht hat, das ist in einer großen Stadt möglich, in einer kleinen Stadt wie Sestao ist das schwierig. Sofort hätten sie den halben Ort gegen sich. Es gibt Bürgermeister, denen das egal ist, aber es ist nicht einfach. Wir haben sie überrascht, weil bei der ersten Pressekonferenz nicht nur Leute von der Besetzungs-Versammlung anwesend waren, sondern auch ältere Leute, ein 70jähriger, der auch in der PNV gut bekannt ist, Menschen aus allen Generationen, meine Mutter hat die Einweihungs-Erklärung gelesen. Jetzt müssen sich nur noch andere Gruppen aus dem Ort einklinken, dann kommt das Projekt in Schwung.

F: Ihr hattet schon Besuche aus anderen Ländern?

A: Ja, vor allem aus Deutschland. Die Nachricht geht wohl zurück auf zwei sehr gute Freunde, die wir an dieser Stelle herzlich grüßen wollen. Sie wurden während des Streits um das KUKUTZA verhaftet, hatten einen Prozess – wir haben eine ausgezeichnete Beziehung mit ihnen. Sie haben unser Projekt von Beginn an kennen gelernt und begleitet, ich glaube sogar, bevor wir überhaupt besetzt haben. In der Folge kam eine Reihe von Besuchen. Dazu müssen wir anmerken, dass uns das etwas Kopfzerbrechen bereitet hat, denn das TXIRBILENEA ist kein Haus, in dem Leute wohnen. Es wird ein besetztes Kulturzentrum sein, doch in vielen Momenten ist niemand hier. Insofern ist es nicht leicht, Leute zu beherbergen, die von außerhalb kommen, wenn niemand da ist. Es ist überaus positiv, dass die Nachricht von TXIRBILENEA bereits die Grenzen überschritten hat. Beim Volksessen heute mit ca. 60 Personen hatten wir viele Gäste aus anderen Orten, aus anderen besetzten Räumen. Wir wollen ein Beispiel sein und eine Anregung, dasselbe auch anderswo zu machen. Sicher ist es nicht einfach, in jedem Ort ein Gebäude dieser Dimension zu finden, denn die Spekulation verhindert das häufig. Wir freuen uns über Besuche von überall her, vor allem aus anderen Gaztetxes.

F: Was bedeutet der Name Txirbilenea?

A: Zwei Tage nach der Besetzung hatten wir eine Versammlung mit 50 Personen, bei der wir nach Namen gesucht haben. TXIRBILENEA bedeutet Haus der Metallspäne. Das ist eine historische Erinnerung an die drei Hochöfen hier, nur einer steht noch, gleich vor uns. Da gab es immer eine Menge Rauch, kleine Verbrennungs-Partikel wurden in die Luft geblasen. Wenn es geregnet hat, kamen diese Partikel mit den Regentropfen wieder runter, im Licht sah das aus wie leuchtender Regen. Unser ganzes Leben haben wir diesen Rauch eingeatmet, alle die wir hier sind.

Eine der Ideen dieses Projekt ist es, an die kämpferische Vergangenheit dieser Region zu erinnern, an die Kämpfe der Arbeiter/innen – der Platz im Zentrum wurde früher “Roter Platz“ genannt. Sestao war bekannt für diese Kämpfe, von Seiten der Gewerkschaften und der Nachbarschafts-Vereine, der Stadtteile. Wir sind die Erben jener Kämpfe und jenes industriellen Sestao, heute gibt es viele Arbeitslose. Unsere Stadt hat die höchste Arbeitslosigkeit in ganz Euskal Herria. Dieses Gebäude ist ein Symbol für die Lebensgrundlage vieler Menschen in anderen Zeiten und unter anderen Bedingungen. Die Hochöfen Bizkaia waren einer der größten Fabriken in Euskal Herria und es wird weiter eine Fabrik bleiben, in diesem Fall eine Kulturfabrik, eine Werkstatt der Selbstverwaltung und der sozialen Bewegungen. Das ist die Bedeutung des Namens.

Ich bin keine 100 Meter von hier aufgewachsen. Besser als wenige weiß ich was es hieß, tagsüber die Wäsche aufzuhängen, denn in den Nacht war sie grau von den Abgasen. Wir wollen den Ursprung dieses Gebäudes nicht in Vergessenheit geraten lassen. In dieser Fabrik haben viele unserer Väter gearbeitet, Mütter weniger, denn die meisten Arbeitenden waren Männer. Wir sind die Erben dieser industriellen Geschichte.

F: Herzlichen Dank, Iñaki, wir bleiben in Kontakt!

Video von der Hausbesetzung in #Sestao:

Fotoserie: Txirbilenea Sestao:

http://baskinfo.blogspot.com.es/2013/04/txirbilenea-sestao.html