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#Piräus, #Griechenland: Offener Brief eines Gymnasiasten

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An meine LehrerInnen… und die Anderen:

Mein Name ist K. M., ich bin ein Schüler der ersten Klasse eines Gymnasiums am 10. Lyzeum in Drapetsona, Piräus.

Ich habe mich entschlossen diesen Text zu schreiben, weil ich meine Wut, meine Empörung ausdrücken will über den Nerv und die Heuchelei derer, die uns regieren und all jener JournalistInnen und den Mainstreammedien, die ihnen helfen, ihre gesetzlosen und unmoralischen Pläne auf Kosten der SchülerInnen, StudentInnen und der jüngeren Generation einzuführen.

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#bloodstrawberries #Athen #Exarchia: Aktion gegen “blutige Erdbeeren” auf dem Wochenmarkt

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Auf dem Gemuesemarkt am Wochenende im linken Stadtteil Exarchia in Athen/Griechenland gab es eine Aktion von einer lokalen AnwohnerInnen-Organisation gegen den Verkauf “Blutiger Erdbeeren”. Weil bei Schuessen von Vorarbeitern auf einer seit langem beruechtigten Erdbeer-Plantage der Firma Vaggelatos SA in der Region Manolada auf zahlreiche migrantische Plantagen-ArbeiterInnen geschossen wurde – wegen seit 6 Monaten ausstehenden Loehnen – gibt es verstaerkt Boykottaufrufe. Eine griechische Supermarktkette auf Kreta – Chalkiadakis” – soll laut Zeitungsmeldungen bereits reagiert haben und saemtliche Erdbeeren aus der Region aussortiert und an Obdachloseninitiativen weitergegeben haben.

Am Sonntag brachte die lokale AntwohnerInnen Initiative in Exarchia Aufkleber und Plakate mit einem Boykoytt Aufruf an zahlreichen Gemuese-Staenden an. Ein Haendler, der falsch etikettierte Erdbeeren aus der Region verkaufte beschwerte sich daraufhin lautstark und rief, dass die Schuesse richtig gewesen seien und drueckte ueberraschend seine Sympathie fuer die griechischen Rechten aus.

Daraufhin kippten beherzte AnwohnerInnen seinen Erdbeerstand um.

Solidarische Gruesse an Indymedia Athen, die wieder senden: https://athens.indymedia.org/

Twitter hashtag: #bloodstrawberries

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/84293

http://enough14.org/2013/04/21/bloodstrawberries-griechenland-kundgebungen-und-boykottaufrufe-wegen-schuesse-auf-erdbeer-plantagenarbeiter-in-nea-manolada/

Video: Arbeiter_Innen aus Bangladesh liegen auf dem Boden nachdem sie angeschossen wurden.

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#bloodstrawberries #Griechenland: Kundgebungen und Boykottaufrufe wegen Schuesse auf Erdbeer-Plantagenarbeiter in Nea Manolada

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Gestern gab es in mehreren Staedten in Griechenland Kundgebungen des Erwerbslosen- und Praekarisierten-Netzwerks anlaesslich des griechenlandweiten Tags der Erwerbslosen und Praekarisierten.

Dort wurden auch die Schuesse auf die GastarbeiterInnen (die groesstenteils aus asiatischen Laendern stammen) bzw. Erdbeeren-PlantagenarbeiterInnen thematisiert und zum Boykott der Erdbeeren aus dieser Region aufgerufen.

34 Verletzte in den “Erdbeer-Dörfern” – Sie fragten nach ihrem Lohn nachdem sie Monate lang nicht bezahlt wurden. Mindestens 34 Arbeitern aus Bangladesch landeten im Krankenhaus, nachdem sie von den Verwaltern der Erdbeerfelder in Nea Manolada, Ilia beschossen wurden.

Verschiedene linke Parteien, Basisgewerkschaften und -initiativen haben sich vor Ort einen Ueberblick verschafft und zur Solidaritaet mit den betroffenen GastarbeiterInnen aufgerufen.

Inzwischen tauchen immer mehr Boykottaufrufe gegen die Erdbeeren aus dieser Region auf. Auch in Deutschland werden diese “toedlichen Erdbeeren” aus der griechischen Region Nea Manolada in verschiedenen Supermaerkten verkauft

Dutzende von wütenden “illegalen” Arbeitnehmern, die seit mindestens sechs Monaten nicht bezahlt wurden, versammelten sich um die Bezahlung für ihre Arbeit einzufordern.Laut Aussagen der Opfer fingen mindestens drei Menschen sofort an auf sie mit Jagdgewehren zu schießen.Die Angreifer verfolgten die blutenden Arbeiter als diese auf die Felder flüchteten um sich dort zu verstecken.

Die Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser und Gesundheitszentren gebracht. Schwerer Verletzte wurden mit Krankenwagen nach Patras gebracht.Mindesten fünf Personen sind im kritischem Zustand und wurden mit Wunden am ganzen Körper von den Schüssen ins Krankenhaus eingeliefert.Laut Polizeimeldungen wurde der Besitzer der Plantage verhaftet während die drei Schützen noch immer auf der Flucht sind.

Dies ist nicht das erste Mal, über ähnliche Vorfälle wurde schon öfter aus der Region berichtet.Letztes Jahr im Mai kam es zu schweren Zwischenfällen als Arbeiter ihren Lohn einforderten.

Twitter hashtag: #bloodstrawberries

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/84053

Video: Arbeiter_Innen aus Bangladesh liegen auf dem Boden nachdem sie angeschossen wurden.

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Die Dämmerung vorbereiten: Solidarität mit der griechischen #Antifa!

logogrischischSonntag, den 28.April 2013: Infoveranstaltung und Beratung zur Situation in Griechenland

Das so_ko_wpt und das AZ Wuppertal möchten darüber beratschlagen, wie internationale Solidarität mit dem antifaschistischen Kampf in Europa und speziell in Griechenland organisiert werden kann.

Dazu möchten wir antifaschistische Gruppen und Initiativen und antifaschistisch denkende und handelnde Menschen aus NRW herzlich einladen.

Ausgangspunkt der Beratung wird eine Gesprächsrunde sein, bei der über die aktuelle Situation in Griechenland informiert wird. Hierzu haben wir antifaschistische Menschen aus Athen nach Wuppertal eingeladen.

Zum Hintergrund: Nach einer ersten Welle der Empörung über die Erfolge der neonazistischen Partei «Chrysi Avgi» («Goldene Morgenröte») in Griechenland ist die öffentliche Aufmerksamkeit für die faschistische Entwicklung in dem von der EU-Krisenpolitik besonders betroffenen Land deutlich zurückgegangen. Dabei verfolgt die griechische Nazi-Partei immer ungehemmter einen brutalen Kurs zur Erringung der Hegemonie auf den Straßen der griechischen Städte, dem vor allem Andersdenkende, Nicht-Griechinnen und -Griechen, und Linke ausgesetzt sind. Es wird davon berichtet, dass es für Betroffene in einigen Quartieren kaum noch möglich ist, ungeschützt das Haus zu verlassen. Flankiert wird die Politik der “Chrysi Avgi” Schlägerbanden von faschistischer «Sozial- politik» der Partei für gebürtige Griechen und Griechinnnen in den Vierteln. Dabei füllt die «Goldene Morgenröte» immer öfter jene Lücken, die der Kahlschlag der griechischen Sozial- systeme gerissen hat.

Der griechische Staat und seine Sicherheitsbehörden sichern die Expansion der «Chrysi Avgi» unterdessen nach Kräften ab. Die Repression gegen die antifaschistische Linke in Griechen- land hat in den letzten Monaten immer schlimmere Ausmaße angenommen – bis hin zur angekündigten Zerschlagung teil- weise seit Jahrzehnten bestehender linker Strukturen, wie bei den brutalen Räumungen der «Villa Amalia» oder von «Lelas Karagianni» vor wenigen Wochen.

Wirhaltenesfürbesonderswichtig,auchvonhierausdenanti- faschistischen Widerstand in Griechenland zu unterstützen. Die deutsche Bundesregierung ist mitverantwortlich für den Erfolg der griechischen Nazis. Sowohl die von ihr durchge- setzte europäische Krisenpolitik, als auch das Festhalten am sog. Dublin II-Abkommen im Rahmen des EU-Grenzregimes tragen maßgeblich zu jener gesellschaftlichen Situation bei, die von der «Chrysi Avgi» ausgenutzt wird.

Im Nachgang einer am 26. und 27.April im Wuppertaler ADA stattfindenden Konferenz der Rosa-Luxemburg Stiftung über internationale Solidarität in der Krise (#cross_solidarity) und im Rahmen der Veranstaltungen und Feiern zu «40 Jahren Autonome Zentren in Wuppertal» möchten wir am Sonntag, den 28.04. darüber beraten, wie eine solche Unterstützung jenseits von Solidaritätsadressen und Spendensammlungen aussehen kann. Zusammen mit euch und mit unseren Gästen möchten wir die eigene Ratlosigkeit überwinden und eine Perspektive entwickeln, gemeinsam die Dämmerung der «Goldenen Morgenröte» vorzubereiten.

Aktualisierte Informationen zur Veranstaltung und zur Lage in Griechenland gibt es ab jetzt auf dieser Website.

Das so_ko_wpt im Netz: soli-komitee-wuppertal.mobi
40 Jahre AZ in Wuppertal: az-wuppertal.de/40-jahre
Die RLS-Tagung in Wuppertal: cross-solidarity.net

Die Veranstaltung beginnt am 28.April um 14 Uhr im ADA in Wuppertal-Elberfeld. Das ADA befindet sich in der Wiesenstraße, an der Einmündung zur Uellendahler Straße (Karte) etwa 100 Meter vom AZ Wuppertal, und etwa 10 Fußminuten vom Wuppertaler Hauptbahnhof entfernt.

Mehr Informationen & Quelle:

http://die-daemmerung-vorbereiten.soli-komitee-wuppertal.mobi/

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#RBNEWS #Griechenland #Athen: Angriff auf Vorstandsvorsitzenden von Tsakos Energy Navigation und bis Januar Vorstandsmitglied der Bank of #Cyprus

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Gestern Abend explodierte eine Bombe vor dem Haus von Schiffsmagnat Nikos Tsakos, das sich nah an der Akropolis im Stadtzentrum von Athen befindet. Laut Polizeiangaben entstanden erhebliche Sachschäden, aber es wurde bei dem Angriff niemand verletzt.

Der Anschlag fand um 20:30 Uhr statt; kurz davor empfing die griechische Tageszeitung Eleftherotypia eine Warnung per Telefon, damit die Umgebung evakuiert werden konnte, so dass keine Menschen verletzt wurden.

“Dass hier ist kein Scherz. Auf der Kreuzung der Rovertou Galli Straße und der Propylaion Straße, vor der Villa des Schiffseigners Tsakos, gegenüber vom Irodion Theater, wird um exakt 20:30 Uhr eine Bombe explodieren,” sagt ein anonymer Anrufer laut Eleftherotypia.

Gestern Abend gab es soweit uns bekannt ist, noch keine Erklärung oder Stellungnahme zu dem Angriff. Nikos Tsakos (50) ist der Vorstandsvorsitzende der Tanker Reederei Tsakos Energy Navigation und bis Januar war er auch Vorstandsmitglied der Bank of Cyprus. Außerdem wurde er im Oktober 2010 in einem Gerichtsverfahren, in dem es um Geldwäsche im Wert von 10,27 Milliarden Euro ging, namentlich erwähnt.

Video: Angriff auf Nikos Tsakos, Vorstandsvorsitzender der Tsakos Energy Navigation und bis Januar 2013 Vorstandsmitglied der Bank of #Cyprus:

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#RBNEWS #Greece #Skouries: Protest gegen Staatsterrorismus

skouries22fWir sind die Bewohner der Halbinsel Halkidiki, Menschen einer öffentlichen Gemeinschaft mit ganz unterschiedlichen, politischen Ansichten und Einstellungen. Trotzdem haben wir ein gemeinsames Problem, das uns über Jahre hinweg in einem gemeinsamen Kampf verbunden hat und wir werden es nicht akzeptieren, Teil einer parteipolitischen Konfrontation zu werden.

– In unserem Land, in Chalkidiki, gibt es einen grossen ökologischen Skandal. Trotz der Ergebnisse von wissenschaftlichen Gremien, die hier speziefisch den Bergbau (die Goldminen) als katastrophal für die Umwelt bezeichnen und der fortwährenden Beschwerden gegen die Firma Eldorado Gold- AKTOR, wurde die Zerstörung unseres Urwaldes, unseres Landes gestartet und somit die Zerstörung des Lebens von uns allen hier.

– Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung spricht sich eindeutig gegen den Goldabbau aus. Durch dieses Eindringen in die Natur werden hier unter anderem auch Arbeitsplätze zerstört. Die Wirtschaft in Halkidiki basiert auf Tourismus, Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Imkerei, dies alles würde beeinträchtigt /verschwinden durch die Folgen des Goldabbaus.

– Seit Jahren protestieren tausende von Bürgern in Halkidiki, wir veranstalten Demonstrationen und Informationsveranstaltungen, auch in Thessaloniki und Athen, denn wir werden bewusst aus den Medien ausgeschlossen. Obwohl wir polizeilicher Willkür und Gewalt in jeglicher Form ausgesetzt waren, bleibt unsere Bewegung friedlich und wir stellen uns gegen diese Praktiken der Gewalt.

– Es werden Anstrengungen unternommen, uns einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Eine beispiellose “Jagd” auf die Moral der Bewohner der Halbinsel Halkdiki im Norden Griechenlands, die sich gegen die Zerstörung des Landes wehren, hat begonnen:
Massenverhaftungen von Einwohnern, Fingerabdrücke und DNA – ohne Beweise zu haben, ohne Anklage, lange und ungerechtfertigte Inhaftierungen.

Dies ist ein schneller Versuch seitens des Staates jeden Protest, jede öffentliche Erklärung gegen die Zerstörung des Landes als kriminell dar zu stellen. Wir werden als Kriminelle, sogar als Terroristen bezeichnet. Ist es in Griechenland im Jahr 2013 eine Straftat öffentlich zu äussern, das man nicht einverstanden ist mit der Zerstörung des Landes und somit dem eigenen Leben ? Wir finden uns nicht mit vergewaltigter Wahrheit ab.

– Die Ereignisse am Sonntag den 17.2. sind die Ergebnisse der gewaltsamen Praxis und dem Management des Staates, der Polizei und wirtschaftlichen Interessen. Die Anstifter dazu wurden unter uns gesucht. Unser Kampf ist gerecht und Legitim und wird ungebrochen weiter gehen.

– Wir laden alle Menschen zur Unterstützung der kämpfenden Menschen in Halkidiki am Sonntag, den 24.02.2013-Beginn 11:00 nach Skouries, M.Panagia, Halkidiki zum Protest gegen den bestehenden Staatsterrorismus ein.
Pressekonferenz um 13:00

Quelle: http://thessalonikisendrasi.blogspot.gr/2013/02/blog-post_21.html?zx=60b9fc40643e97e3

Übersetzung Klein Bille

Siehe auch: http://enough14.org/2013/02/21/rbnews-skouris-der-brandanschlag-auf-die-baustelle-von-hellas-gold-und-seine-auswirkungen/

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#RBNEWS #Skouris: Der Brandanschlag auf die Baustelle von „Hellas Gold“ und seine Auswirkungen

skouries21fIn der Nacht von 16. auf 17. Februar 2013 fand im Skouries Wald im Nordosten Halkidikis ein Brandanschlag statt. Ziel war eine Baustelle der Bergbaugesellschaft „Hellas Gold“. Ein erster Bericht des Pro-Bergbau-Blogs „Citizen of the Aristotelis Municipality“ spricht von ca. 50-70 Menschen, die Sturmhauben trugen, die gegen Mitternacht mit Schrotflinten und Molotowcocktails bewaffnet in das Gelände eindrangen und Ausrüstung, sowie Fahrzeuge in Brand steckten. Laut dem Bericht wurden zwei Sicherheitsbeamte der Baustelle als Geiseln genommen, mit Petroleum übergossen und ihnen angedroht, sie an zu zünden.

„Hellas Gold“ ist eine Tochterfirma der Kanadischen Bergbaugesellschaft „Eldorado Gold“, deren Wert an der Torontoer Börse um 6% gefallen ist, nach dem die Nachricht des Angriffs publik wurde.

Der Skouries Wald stellt das Zentrum des Streits zwischen „Hellas Gold“, die zu 95% zu „Eldorado Gold“ gehört und zu 5% im Besitz der öffentlichen Arbeitsgesellschaft „Hellaktor“ ist, und der lokalen Gemeinschaft dar.

Während „Hellas Gold“ behauptet durch den Abbau von Kupfer und Gold in dem Gebiet an die 5000 direkten und indirekten Jobs zu schaffen, befürchtet die ansässige Bevölkerung, dass durch den massiven Schaden an der Umwelt die lokale Wirtschaft (Landwirtschaft, Viehzucht, Fischereien, Bienenzucht, Lebensmittelverarbeitung und Tourismus) zusammenbrechen wird und viele Menschen in die Arbeitslosigkeit stürzen werden. Gestützt wird diese Befürchtung durch diverse unabhängige, wissenschaftliche Untersuchungen von z.B. der Aristoteles Universität von Thessaloniki.

Tatsache ist, dass die Regierung die Pläne der Bergbaugesellschaft auch mit repressiven Polizeieinsätzen gegen Demonstrationen der lokalen Bevölkerung wie z.B. am 9. und 21. Oktober 2012 unterstützt.

Nach wie vor herrscht Verwirrung darüber, was genau in der Nacht von 16. auf 17. Februar vorgefallen ist. Das die beiden Sicherheitsbeamten tatsächlich als Geiseln genommen wurden und mit Petroleum übergossen wurden, konnte bei keiner Pressekonferenz von „Hellas Gold“ oder „Eldorado Gold“ bestätigt werden. Trotzdem verbreiteten die Medien diese Nachricht.

Laut der griechischen Nachrichtenwebsite TVXS berichteten lokale Medien, die sich auf Polizeiaussagen beziehen, dass es zu keiner Geiselnahme kam, sondern die Sicherheitsbeamten den Rückzug antraten, als sie eine Gruppe von ca. 40 Menschen bemerkten, die in das Gelände von „Hellas Gold“ eintrangen.¹ Die offizielle Erklärung durch das Ministerium für öffentliche Ordnung, die von Minister Nikos Dendias abgegeben wurde nach dem er nach Polygyros (Haupstadt von Halkidiki) gereist ist, erwähnt keine spezifischen Ereignisse oder Details; In der Aussendung heißt es nur: „Erstens, ist Griechenland ein europäischer Staat nach dem Rechtsgrundsatz. Zweitens, haben wir alle die Verpflichtung, die Möglichkeit von Auslandsinvestitionen in diesem Land zu sichern. Es ist wohl bekannt, dass das die einzige Lösung ist, dem riesigen und dramatischen Problem der Arbeitslosigkeit gegenüberzustehen. Danke.“

Auch die Bilder der Überwachungskameras, die in den Medien veröffentlicht wurden, zeigen keine Geiselnahme.

Es gibt also keine haltbaren Hinweise auf eine Geiselnahme, auch wenn dies in diversen TV talk-shows wiederholt behauptet wird und auch von Sicherheitsbeamten gegenüber der Polizei behauptet wird.

Die Polizei reagierte am Morgen des 17. Februar mit einer Welle von willkürlichen Festnahmen. Lokale Bewohner_innen erzählten, dass unter den ersten 27 in den Bergdörfern rund um Skouries festgenommenen Personen auch einige Angestellte der Bergbaugesellschaft waren, die hinter den Bauplänen von „Hellas Gold“ stehen. Diese erste Gruppe an Festgenommenen wurde wieder freigelassen. Auch eine Gruppe von vier Menschen die wenig später festgenommen wurden, wurde nach mehreren Stunden wieder freigelassen. Ernster wurde es, als ein Haftbefehl gegen drei bekannte Gmeindemitglieder erlassen wurde, die sich gegen das Bergbauprojekt engagieren. Ihren Namen sind Lazaros Toskas, Tolis Papageorgiou und Maria Kadoglou. Der Haftbefehl basierte auf den Aussagen von Sicherheitsbeamten gegenüber der Polizei, wonach diese als Geiseln genommen wurden und mit Petroleum übergossen wurden. Einer der Sicherheitsbeamten behauptete, dass die drei die Drahtzieher der Attacke wären, da sie „alle drei in Postings im Internet und in Statements den Medien gegenüber die Gegner [des Bergbauprojekts; anm.] zu gewalttätigen Aktionen anstifteten“. Ein weiterer behauptete, dass „Tolis Papageorgiou erst kürzlich in einer Rede in Komotini sagte, er sei gegen Bergbau und ihn interessiert es nicht, ob bei dem Kampf Menschen ums Leben kommen, Lazaros Toskas ist in jedem Protest gegen die Bergbaugesellschaft präsent und Maria Kadoglou stachelt auf ihrer Homepage Menschen zum Protest gegen die Bergbaugesellschaft an.“²

Der Polizei gelang es, Lazaros Toskas zu verhaften und überstellte ihn nach Polygyros, wo am 18. Februar ein Prozess gegen ihn statt finden sollte. Papageorgiou und Kadoglou konnten nicht ausfindig gemacht werden.

Im Internet war eine Welle von Solidaritätsbekundungen für Toskas zu beobachten. Auch ein lokales Mitglied von SYRIZA sicherte die volle Unterstützung seiner Partei zu und verurteilte gleichzeitig die Verhaftung. Vor dem Gerichtsgebäude gab es am 18. Februar eine Solidaritätskundgebung und Toskas wurde lautstark empfangen, als er auf Bewährung frei kam. Toskas strebt nun eine Gegenklage an.

Die Staatsanwaltschaft von Polygyros schickte die Anklage-Dokumente an die Polizei zurück und forderte weitere Beweise, um die Anklage fortzusetzen. Mittlerweile liegen die Akten bei einem Ermittlungsbeamten in Thessaloniki, der prüfen soll, ob es sich bei dem Angriff auf die Baustelle um einen Akt von Terrorismus handelt.

Der Angriff auf die Baustelle erreichte eine breitere Berichterstattung über die Problematik in Halkidiki in Massenmedien. Die letzten Monate hatten fast ausschließlich lokale Medien über das Bergbauprojekt berichtet. In die talk-shows wurden jedoch im Wesentlichen nur lokale und nationale Politiker_innen eingeladen, die hinter dem Bergbauprojekt stehen (insbesondere der Bürgermeister der Region, Christos Pachtas, dem von Gegner_innen des Projekts vorgeworfen wird, er würde hinter diversen zweifelhaften Transaktionen stehen, durch die die Gruben 2003 in die Hände von „Hellas Gold“ fielen. Zu dieser Zeit war Christos Pachtas Vizefinanzminister.). Auch wurde viel über die angebliche Geiselnahme diskutiert, ungeachtet aller Tatsachen, die darauf hindeuten, dass diese Behauptungen falsch sind.

Am 19. Februar wurden weitere Personen aus den Dörfern Ierissos und Megali Panagia verhaftet. Die Polizei war jedoch nicht im Stande, Anklage zu erheben, oder jemanden glaubwürdig zu beschuldigen. Lokale Aktivist_innen berichten jedoch, dass die Verhafteten DNA-Proben abgeben mussten und ihnen mit Strafverfolgung wegen Gehorsamsverweigerung gedroht wurde, sollten sie zukünftige Proteste nicht unterlassen.

Updates, 20. Februar 2013 – 10.20 Uhr:

Ein_e lokale_r Einwohner_in bestätigte, dass die Polizei DNA-Proben von den Verhafteten nimmt und mit Verhaftung wegen Gehorsamsverweigerung droht. Weiters wurden die Kennzeichen von Autos, die in der Nähe eines Antibergwerkskoordinationstreffens abgestellt waren, von der Polizei notiert. Das Treffen fand in Ierissos statt. Auf dem Treffen wurde eine Demonstration gegen das Bergbauprojekt beschlossen, die am 24. Februar in Megali Panagia statt finden soll.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Solidarität kennt keine Grenzen!

Für einen schwarzen Februar!

¹Die Polizei gab mehrere Erklärungen per Mail und durch Polizeisprecher_innen ab, veröffentlichte jedoch keine offizielle Presseerklärung auf ihrer Homepage.

²Der Blog, den Maria Kadoglou betreibt, heißt „Hellenic Mining Watch“ und ist eine wertvolle Quelle für Informationen über den Bergbau, Pläne der Bergbaugesellschaft und Aktivitäten in Griechenland.

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/79353

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#20Fgr #RBNEWS #Greece: Nichts ist vorbei. Der Generalstreik in Griechenland. Ein Erlebnisbericht

Auseinandersetzungen in Exarchia, Athen
Auseinandersetzungen in Exarchia, Athen

Dutzende Generalstreiks hat Griechenland seit dem Beginn der Krise erlebt. Einige mit Streikdemonstrationen, an denen sich Hunderttausende beteiligten, mit Massenmilitanz und der wirklich in der Bevölkerung vorhandenen Hoffnung, nun beginne der Anfang vom Ende der ganzen Scheiße.

Auch für heute, den 20.2.2013, haben die Gewerkschaftsdachverbände GSEE und ADEDY, die kommunistische Gewerkschaftsfront PAME sowie eine Reihe von Basisgewerkschaften, anarchistischen, kommunistischen und linken Gruppen zum Generalstreik aufgerufen. Im Mittelpunkt stand – wie könnte es anders sein – der Protest gegen die brutale Verarmungspolitik, mit der die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras inspiriert von der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF das Land überzieht. Deren Eckpunkte: Massenarbeitslosigkeit (27 Prozent bei der Gesamtbevölkerung, 62 Prozent bei Jugendlichen unter 24), Deindustrialisierung, Privatisierungen, rasantes Lohndumping (durchschnittlicher Rückgang um 40 Prozent), die Abschaffung von Kollektivverträgen, die Zerstörung des Sozial-, Renten- und Gesundheitssystems, die Aushebelung des Streikrechts mittels „Notstandsverordnung“ – die Liste ist lang.

Im folgenden wollen wir einige Eindrücke des langen Tags der Apergia, des Streiks, mit euch teilen.

Syntagma Platz heute
Syntagma Platz heute

Manche muss man zwingen – zu Gast bei der Geniki Taxydromiki

Der Tag beginnt früh. Um ein Uhr nachts macht sich eine Kolonne aus dutzenden Autos und Motorrädern auf dem Weg zu einem Unternehmen, der Geniki Taxydromiki. Der Konzern bietet Kurierdienste an, er arbeitet als ein Zusammenhang verschiedener Standorte, vieles ist outgesourct. Einer der outgesourcten Betriebe sei vor kurzem Pleite gegangen, die Arbeiter ohne Job und die ausständigen Löhne bekommen sie auch nicht mehr, erzählt ein Genosse. Vonseiten der Geniki Taxydromiki heißt es, man sei nicht zuständig für das ehemalige Franchise-Unternehmen.

arab20f_3Jedenfalls gibt es bei dem Kurierdienst eine hauseigene Gewerkschaft, der man Nähe zur PASOK, den Sozialdemokraten, nachsagt, und die wollen sich nicht am Streik beteiligen. Da aber doch einige Arbeiter der Branche streiken wollen, laufen um zwei Uhr morgens um die siebzig Anarchisten, Basisgewerkschafter und andere Aktivisten auf und sperren die Einfahrten. Es gibt Kaffee und Musik, hin und wieder treffen Polizeiwagen ein, bleiben aber auf Distanz, um später vollends abzuziehen. Ärger gibt es keinen, und wirklich schließt der Betrieb etwa um 8 Uhr die Tore. Wir schlafen zwanzig Minuten im Auto und machen uns auf den Weg zur großen Streikdemo.

arab20f_4Auftakt der PAME – „like an army“

Traditionell trifft sich die der kommunistischen Partei KKE nahestehende Gewerkschaftsfront PAME an einem anderen Ort als der heterogene Rest der Demonstration, und auch um eine halbe Stunde früher, nämlich um 10 Uhr 30 am Omonia-Platz. Um 10 Uhr 15 treffen wir dort ein und sind etwas verwundert, dass sich nur wenige hundert Menschen rund um die im Zentrum des Platzes aufgestellte Bühne versammelt haben. Noch überraschter sind wir allerdings, als Punkt 10:30 tausende von PAME-Mitgliedern, zum Teil in geketteten Reihen aus allen Straßen rund um den Platz strömen. Wenige Tage zuvor haben wir uns mit einem Anarchosyndikalisten über PAME unterhalten. Bei aller Kritik, die er anzubringen hatte, hob er doch einen Punkt hervor: „They are like an army. If they say, we will have tenthousand people at this time on this place, they are there.“ Es ist tatsächlich ein für an die linksradikale Zeitwahrnehmung der Bundesrepublik gewohnte Aktivisten ungewohntes Schauspiel. Die Disziplin und Geschlossenheit der PAME lässt uns staunend zurück. Warum sie sie nicht öfter einsetzt, um – wie etwa wenige Tage zuvor beim Streik der Seeleute – den Sondereinsatzbullen der MAT zu zeigen, dass die Arbeiterklasse sich wehren kann, bleibt uns ein Rätsel. Wir bleiben noch kurz, plaudern mit einigen Genossen, die die Parteizeitung „Rizospastis“ verkaufen und gehen dann zur anderen Demonstration, auf der andere unserer Genossen laufen.

arab20f_5Bunt und groß

„Andere“ Demonstration ist eigentlich übertrieben. Denn die Sammelpunkte liegen gleich ums Eck, auf der Straße des 28. Oktober und der Bereich zwischen Polytechnikum und Omonia-Platz füllt sich zunehmend mit so vielen Menschen, dass ohnehin nicht absehbar ist, wo die Grenze sein soll. Insgesamt werden es mehrere Zehntausend sein an diesem Tag, genauere Schätzungen trauen wir uns nicht zu. Keine der größten Demos der letzten Jahre, aber auch keine kleine Demo.

Dort, vor dem Polytechnikum, sieht es anders aus als auf dem Omonia-Platz. Es ist nicht eine, straff organisierte Gruppe, die hier aufläuft, sondern hunderte verschiedene Stadtteilinitiativen, Basisgewerkschaften, linksradikale und autonome Gruppen, Anarchisten, Maoisten, Trotzkisten, auch linksreformistische Parteien wie SYRIZA und ANTARSYA. Ganz hinten, vor der mit Farbbomben verschönerten Zentrale des DGB-Äquivalents GSEE stehen auch noch ein paar dutzend Menschen; beeindruckend ist es aber keineswegs, was der kapitalismuskonforme Gewerkschaftsdachverband noch an Restmobilisierungsfähigkeit aufzubringen hat. Die Straße füllt sich, dutzende Banner und Hochtransparente sind da, bis es letztlich losgeht, vergehen noch ein, zwei Stunden. Wir plaudern, jeder spricht über Politik, aber schon jetzt ist abzusehen, dass es nicht unbedingt Zuversicht ist, die die Menschen an diesem sonnigen Mittwoch ausstrahlen.

arab20f_6Latschdemo Deluxe

Der Rest ist rasch erzählt, aber schwer einzuschätzen. Wir laufen mehr oder weniger laut Parolen rufend in einem beeindruckend langen, aber auch beeindruckend aktionsschwachen Demozug bis zum Syntagma-Platz, einmal um ihn herum und dann nach Hause. Am Syntagma-Platz und in allen angrenzenden Straßen und Nebengassen lauern jede Menge Cops, wie üblich im Bürgerkriegsstyle mit Gasmaske und Schild. Man wartet, ob etwas passiert, ob sich die angestaute Wut vor dem Parlament entlädt – doch es bleibt ruhig. Damit´s doch noch mal knallt und weil es die martialisch auftretenden MAT-Bullen wohl auch nicht ohne haben können, schießen sie, da sind wir schon längst auf dem Rückweg, noch ein paar Blendgranaten und ein bisschen Tränengas in die Demo, es kommt zu einigen Auseinandersetzungen. Es sei die friedlichste Demo, die er je erlebt hat, sagt mir ein Genosse. Erfreut klingt das nicht. Und wirklich, wer in einer Situation wie dieser, unter den Bedingungen einer autoritären polizeistaatlich abgesicherten Form kapitalistischer Totalverarmung, meint, friedliche Demos seien zu irgendetwas gut, hat entweder Angst oder glaubt nicht mehr daran, dass etwas zu gewinnen ist, oder hat nicht alle Tassen im Schrank.

Wir gehen nach Exarcheia. Hier kommt es dann doch noch zum üblichen Geplänkel, brennende Mülltonnen, ein entglastest Juppiekaffee, ein paar kleinere Angriffe auf und von Bullen, Tränengas – Katz-und-Maus-Spiel mit nur wenig Sinn und Perspektive.

arab20f_7Alles vorbei? 

Erinnert man sich an jene Szenen vom Syntagma-Platz in den letzten Jahren, bei denen Zehntausende ehrlich wütend und empört, aber auch hoffnungsvoll versuchten, das Parlament zu stürmen oder sich zumindest nicht von den Bullen vom Platz scheuchen zu lassen, so hat der heutige Generalstreik einen faden Beigeschmack. Hinzu kommt, dass viele Bereiche der Wirtschaft von Streik augenscheinlich wenig betroffen waren. Geschäfte waren überall offen, man konnte mit der Metro zur Demo fahren, Busse fuhren, der Block der Gemeindearbeiter war viel kleiner als in vorangegangenen Demonstrationen (eine tatsächliche Einschätzung der Beteiligung am Streik soll das aber nicht sein, nur ein erster subjektiver Eindruck). Zudem ist anzumerken, dass mit den Notstandsverordnungen der Regierung gegen Seeleute und Metro-Arbeiter zwei wirklich bedeutende Niederlagen der griechischen Arbeiterbewegung erst wenige Tage zurückliegen.

Streikpost vor dem Kurierdienstunternehmen "Geniki Taxydromiki"
Streikpost vor dem Kurierdienstunternehmen “Geniki Taxydromiki”

Woran liegt das? Ein Genosse erklärt mir, dass die 24-stündigen Generalstreiks – für uns aus Deutschland unvorstellbar große Dinger, hier eher Routine – zwar zum einen Mobilisierungsfähigkeit und Organisierungsgrad der Widerstandsbewegung steigern können, zum anderen aber eben auch Ventile sind, mittels derer man kontrolliert den Druck aus dem Kessel lassen kann. Hinzu kommen die Frustrationserlebnisse, wenn du zehn oder mehr Generalstreiks in den letzten Jahren mitgemacht hast, sich aber dennoch nichts, aber auch schon gar nichts zum Besseren verändert hat.

arab20f_9Die in den letzten Jahren oft übliche Massenmilitanz, die bei weiten Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung stößt, konnte wenigstens noch jenes Selbstbewusstsein erzeugen, dass auch dieser sich so martialisch gebärdende Staat nicht unangreifbar ist. „When we are fighting in the streets, we are fighting our own fear“, hat eine Genossin vor einigen Tagen im Gespräch gesagt. Nun scheint allerdings die Angst zu überwiegen. Die (sehr verständliche) Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, wenn man trotz Dienstverpflichtung weiter streikt, die (nachvollziehbare) Angst von den Bullen, die ohne jedwede Rücksicht auf Verluste vorgehen, ernsthaft verletzt zu werden, wenn man seiner Wut freien Lauf lässt. Auf der anderen Seite führt die Abkehr der Massen von der Militanz dazu, dass sie entweder zum angesichts des bereits erreichten Niveaus eher kindisch wirkenden Katz-und-Maus-Spiel inklusive Mülltonnenbrand zurückgestuft wird, oder sich zum Handwerk kleiner, hochprofessioneller Gruppen wie den Feuerzellen entwickelt, wodurch sie sich aber letztlich den breiten Bevölkerungsschichten entfremdet.

arab20f_10Kein Grund zum Weinen 

Gleichwohl ist nichts vorbei. Das schwierige an der Lage ist, dass hier nur noch alles zu wollen ist. Es hilft kein sozialdemokratisches Betteln um Reformen mehr, überhaupt gibt es nichts mehr von irgendeinem Kapitalisten oder der Regierung zu fordern. Es gibt nur noch die Möglichkeit, die Revolution zu machen. Alles andere ist zumindest in diesem Land in dieser Situation Quark.

Aussichtslos ist das dennoch nicht. Denn die Lage im Land ist unabschätzbar, ein Funke könnte genügen und die aufgestaute Wut, der Hass auf die Zerstörung der eigenen Leben, könnte die Resignation und Verzweiflung aufsprengen. Wie im Dezember 2008, als der Bullenmord an Alexis Grigoropoulos zu jenem Fanal wurde, mit dem langjährige tektonische Veränderungen im gesellschaftlichen Gefüge zum Erdbeben wurden, könnte ein Ereignis reichen, um die Explosion auszulösen, die unter den jetzigen Bedingungen wohl einiges an Sprengkraft aufzuweisen hätte. Ein Bullenangriff zuviel, eine Zwangsdienstverpflichtung zuviel, eine Sparmaßnahme zuviel.

Bis dahin wird die griechische Revolution wohl einiges an Organisationsarbeit leisten müssen – Ansätze dafür gibt es genügend. Damit wir hoffentlich bald mit Marx sagen können, dann „wird Europa von seinem Sitze aufspringen und jubeln: Brav gewühlt, alter Maulwurf!“

*im Text ist die weibliche Form mitzudenken. Aus Zeitgründen war es uns unmöglich, ihn zu gendern. Wir bitten das zu berücksichtigen. Auch wollen wir vorausschicken, dass es sich um eine subjektive „Innenansicht“ des Streiks mit Stand 17 Uhr handelt. Medienberichte und was danach passieren wird, haben wir noch nicht eingearbeitet. 

Mehr aktuelles aus Griechenland auf gcr.blogsport.de & facebook.com/GreekEdition

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/79315