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#Greece #Thessaloniki: Viomichaniki Metaleftiki eröffnet und beginnt mit der Produktion in den Händen der Arbeiter

viomeVio-me ist eine Fabrik in Thessaloniki,die Baustoffe herstellte und im Mai 2011 von ihren Besitzern verlassen wurde. Die Arbeiter, seit über einem Jahr unentlohnt, haben sie in der Folge besetzt. Nachdem Interventionen bei den Ministerien erfolglos geblieben sind, haben sie beschlossen, die Fabrik in Selbstverwaltung unter Arbeiterkontrolle weiterzuführen. Morgen ist es soweit, sie werden mit der Wiederaufnahme der Produktion beginnen.

 

Wir sind die, die den Teig bereiten und kein Brot haben, wir sind die, die die Kohle schürfen und denen kalt ist. Wir sind die, die nichts haben und wir sind gekommen uns die Welt zu holen.

Tassos Livaditis

Im Herzen der Krise versetzen die Arbeiter von VIO.ME Ausbeutung und Privatbesitz einen vernichtenden Schlag

Bei einer auf 30% gestiegenen Arbeitslosigkeit, sinkenden Löhnen, abgespeist mit leeren Worten, Versprechungen und Steuerraub, nicht entlohnt seit Mai 2011, einem Produktionsstillstand in einer von den Arbeitgebern verlassenen Fabrik, haben die Arbeiter von Viomichaniki Metaleftiki- auf der Basis einer Resolution der gewerkschaftlichen Vollversammlung – beschlossen, sich nicht mit einer
sicherlich lang dauernden Arbeitslosigkeit abzufinden, sondern dafür zu kämpfen, die Fabrik zu übernehmen und selbst wieder zu betreiben.

Seit Oktober 2011 haben sie durch formale Angebote ihren Anspruch bekundet, eine Arbeiterkooperative zu errichten, die vollständig ihrer Kontrolle unterliegt. Sie haben auch die gesetzliche Anerkennung sowohl für ihr eigenes als auch für ähnliche Vorhaben gefordert, die ihrem Beispiel folgen würden. Gleichzeitig haben sie auch Anspruch auf jene
Geldsumme erhoben, die notwendig ist, um den Start des Fabrikbetriebs zu ermöglichen,
naturgemäß ihr Geld, da sie ja den gesellschaftlichen Reichtum produzieren. Staat und
Gewerkschaftsbürokratie begegneten dem ursprünglich entworfenen Plan mit absoluter
Gleichgültigkeit, von sozialen AktivistInnen wurde er jedoch enthusiastisch begrüßt. Mit Hilfe der `offenen Solidaritätsinitiative in Thessaloniki` und in der Folge weiterer ähnlicher Initiativen in verschiedenen Städten des Landes wird seit mindestens sechs Monaten versucht, auf breiter Basis die Botschaft von VioMe in der griechischen Gesellschaft bekannt zu machen.

Jetzt ist die Zeit von BioMe gekommen!

Die Arbeiter können nicht länger auf leere Worte eines bankrotten Staat warten, um ihre Pläne umzusetzen (nicht einmal die 1000 Euro besonderer Zuwendung, die der Arbeitsminister versprochen hatte, sind ausbezahlt worden aufgrund der fehlenden Unterschrift des Wirtschaftsministers, Stournaras!)

Die Zeit für eine Wiederinbetriebnahme von VioMe ist gekommen- genauso wie für jede andere Fabrik, die geschlossen wurde, in Konkurs gegangen ist, oder ihre ArbeiterInnen feuert – aber diesmal durch die ArbeiterInnen selbst und nicht durch alte oder neue Bosse. Dieser Kampf darf nicht nur auf VioMe beschränkt bleiben, sondern er muss sich auf alle Fabriken und Geschäfte ausweiten, um landesweit Bedeutung zu erlangen und siegreich zu sein; nur durch ein Netzwerk von besetzten und selbstverwalteten Betrieben wird VioMe das Überleben gelingen. Nur so kann es zu einem `Baumeister` einer anderen Organisation von Produktion und Wirtschaft werden. Einer Organisation,
die Ausbeutung, Ungleichheit und Hierarchie abschafft.

Wenn eine Fabrik nach der anderen zusperrt, die ungefähr zwei Millionen Arbeitslosen und die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung seitens der Troikaregierung von ND, PASOK und Demokratischer Linker genau wie schon von ihren Vorgängern zu Armut und Elend `verurteilt` werden, dann ist die Forderung nach der Übergabe der Fabriken an die ArbeiterInnen die notwendige Antwort auf die täglich erfahrbare Zerstörung und die einzige Antwort auf Arbeitslosigkeit. Daher ist der Kampf von VioMe auch ein Kampf von uns allen.

Wir laden alle Arbeitslosen und alle in einem Arbeitsverhältnis stehenden Menschen ein sowie alle, die am eigenen Leib die Krise erfahren haben, die ArbeiterInnen von VioMe zu unterstützen. Jetzt, da sie daran gehen, in der Praxis zu beweisen, dass wir, die ArbeiterInnen es auch ohne Bosse schaffen! Wir laden sie ein, an der entgegengesetzten Karawane des Kampfes und der Solidarität teilzunehmen, die mit dreitägigen Veranstaltungen des Widerstands in Thessaloniki enden wird. Wir laden sie ein, am Kampf teilzunehmen und den Kampf zu organisieren, wo immer sie leben und arbeiten, mit Versammlungen, die direkte Demokratie praktizieren, ohne Bürokraten, um alle, die
unser Leben zerstören, mit einem unbefristeten politischen Generalstreik zu stürzen! Damit die Fabriken und die gesamte Produktion in die Hände der ArbeiterInnen übergeben werden und damit wir eine Wirtschaft und Gesellschaft organisieren, die wir wollen: eine Gesellschaft ohne Herren!

Die Zeit von Vio.Me ist gekommen! Lasst uns an die Arbeit gehen!

Wir bereiten den Weg für ArbeiterInnenselbstverwaltung!

Wir bereiten den Weg für eine Gesellschaft ohne Bosse!

Sonntag 10. 2.
18:00 Gesamtgriechische Versammlung der Solidaritätsinitiativen im Alexandroskino
Montag 11.2.
17:00 Protestmarsch, Kamara
20:00 Konzert im Ivanofio mit: Th. Papakonstantinou, G. Charoulis, Chainides.
Dienstag 12.2.
Alle in die Fabrik!
Treffpunkte. 11:00 Kamara, 12:00 IKEA

Mehr Informationen (und wie ihr dieses Projekt unterstützen könnt):

http://www.viome.org/vio.me

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Griechische Folter-Polizei nimmt am #Polizeikongress in #Berlin teil – Demonstration am 16. Februar

polizeikongressbannerDer 16. Europäische Polizeikongress findet vom 19. bis 20. Februar 2013 in Berlin statt, ausgerichtet vom Behördenspiegel. Auch in diesem Jahr wird es wieder Proteste geben. Eine Demonstration am 16.Februar wird die verschiedenen Kritikpunkte an der Veranstaltung benennen und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Schlechte Nachrichten aus Griechenland

Wir wollen auf dieser Seite auch Informationen sammeln, die die internationalen Gäste auf dem Polizeikongress betreffen. Griechische Polizeibeamte waren zu Lehrgängen an deutschen Polizeischulen, deutsche Ausbilder waren in Griechenland und im Rahmen von Frontex arbeiten beide Staaten eng zusammen. An dem in kürze stattfindenden Kongress werden auch Beamte und Politiker aus Griechenland teilnehmen, deshalb hier eine Zusammenfassung von sehr schlechten Nachrichten.

Selbst Amnesty International prangert die Polizeigewalt in Griechenland an.
Selbst Amnesty International prangert die Polizeigewalt und die Folter in Griechenland an.

Athen

Am 01. Februar 2013 gegen 20:30 Uhr wurden migrantische StraßenhändlerInnen in der Nachbarschaft von Thissio von der Athener Gemeindepolizei gejagt, wobei ein Migrant in einer Ecke gedrängt wurde, direkt über den Gleisen der Metro-Station Thissio. Als die Cops versuchten, dem Arbeiter seine Ware abzunehmen, indem sie ihn schubsten, fiel Babakar Ndiaye (38 Jahre alt aus dem Senegal) aus einer Höhe von 7 Metern auf die Ubahngleise, wo er sofort starb.

Nach der mörderischen Polizeijagd versamelten sich mehrere PassantInnen, StraßenverkäuferInnen und solidarische Menschen an dem Ort und trauerten um den Verlust von Babakar. Kurz darauf wurden Anti-Riot Einheiten in das Gebiet aufgestellt, wo sie die Masse angriffen und mit Hilfe von Tränengas usw. auflösten. Mehrere Stunden danach wurden noch dutzende MigrantInnen von der Polizei aufgegriffen. Alle Festgenommenen wurden soweit wieder freigelassen, bis auf 2 Migranten, die weiter in den Polizeistationen festgehalten. Die Mörder in Gemeindeuniform, die den Tod Babakars in Thissio zu verantworten haben, verflüchtigten sich, nach Augenzeugenberichten, nach dem Mord und wurden in keinster Weise verfolgt.

Es wurde eine Protestkundgebung mit Soundanlage außerhalb der Metro-Station Thissio anberaumt, die am Sonntag, dem 3. Februar um 13:00 Uhr stattfinden wird, und mehr Menschen über diesen weiteren faschistischen Mord informieren soll. Zusätzlich wird am 4. Februar um 17:00 Uhr eine offene Diskussion in der ASOEE (Patission Str.) abgehalten werden, um Ideen auszutauschen, Kräfte zu bündeln und kommende Aktionen gegen Polizeigewalt und Rassismus, in Solidarität mit allen Unterdrückten in Athen und darüber hinaus, zu organisieren.

Fotos auf demotix

Bei der „Gemeindepolizei“ handelt es sich um eine Einheit, die mit dem Ordnungsamt vergleichbar ist.

Nikos Romanos vor und nach der Photoshop bearbeitung der griechische Polizei.  Mit der Photoshop Bearbeitung sollten die  Folterspuren vertuscht werden.
Nikos Romanos vor und nach der Photoshop Bearbeitung der griechischen Polizei. Mit der Photoshop Bearbeitung sollten die Folterspuren vertuscht werden.

Kozani
Am gleichen Tag wurden laut eines Reports auf Indymedia Athen, die GenossInnen Yannis Michailidis, Nikos Romanos und Dimitris Politis zusammen mit ein weitere Person von der Polizei verhaftet.

Gegen beide GenossInnen wurden Haftbefehle wegen vermeintlicher Beteiligung in der anarchistischen revolutionären Organisation „Verschwörung der Feuerzellen“ ausgestellt.

Die Verhaftungen fanden Montagmorgen am 1. Februar 2013 statt und jetzt versuchen die Bullen die Verhafteten mit den zwei bewaffneten Banküberfällen im weiteren Umkreis Kozanis (Nordgriechenland) in Verbindung zu bringen.

Alle vier Geiseln wurden von den Bullen schwer verprügelt. In einem Video der Massenmedien aus dem Gerichtsgebäude in Kozani, rufen GenossInnen:

„Lang lebe die Anarchie! Lang lebe die Anarchie, ihr Drecksäcke!“

„Lang lebe die Anarchie! Bullen, Richter, Politiker, ihr habt keinen Grund, ruhig zu schlafen. Wir haben eine Schlacht aber nicht den Krieg verloren! – Verpisst euch!“

Video: Verhaftung von Yannis Michailidis und Dimitris Politis zusammen mit zwei weiteren Personen

Es gibt Berichte, dass die Gefangenen in der Polizeizentrale gefoltert wurden auf occupiedlondon und das Pressefotos der Gefangenenmanipuliert wurden.
Selbst in den griechischen Mainstream Medien wird an der Polizeiversiongezweifelt. Einer der Verhafteten soll ein Freund von Alexis sein.

Auch am Abend des 2.Februar fand im Athener Stadtteil Zografou eine Demonstration der Nazi Partei „Chrisi Avgi“ statt. Im Anschluß daran griffen deren Teilnehmer das Soziale Zentrum Zografou an. Die dort anwesenden Antifas wehrten sich, wobei vier angreifende Nazis verletzt wurden und in Krankenhäuser kamen. Einer der militanten Nazis, der verletzt wurde, ist ein aktiver Polizeibeamter.

Wir finden es sehr bedenklich, wenn an einem einzigen Tag Meldungen dieser Art bekannt werden. Das mag Zufall sein, aber die „Operation Xenios Zeus“ dauert bereits seit dem Sommer an, so das es nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Todesopfer war. Auch die mörderische Verschmelzung der griechischen Polizei mit „Chrisi Avgi“ ist schon länger bekannt, genau wie die Folterpraktiken in Polizeiwachen.

Warum aber soll ausgerechnet Berlin Gastgeber für die Verantwortlichen dieser Politik sein?

polikongressDemonstration am Samstag, 16.Februar 2013

20 Uhr – Mariannenplatz, Berlin Kreuzberg

Mehr Informationen:

http://enough14.org/2013/01/16/16f-berlin-aufruf-demonstration-gegen-internationalen-polizeikongress/

Quelle:

http://polizeikongress2013.blogsport.de/2013/02/03/schlechte-nachrichten-aus-griechenland/

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Griechenland: Die kapitalistische Junta schreitet voran – stoppen wir sie!

Griechenland: Die kapitalistische Junta schreitet voran – stoppen wir sie!
Kommt am Samstag, den 26.01. um 17.30 Uhr vor die IHK-Frankfurt, Börseplatz 4. Versauen wir dem griechischen Innenminister Stylianídis sein nobles Abendessen mit dem deutschen Staatssekretär Fuchtel und den IHK-VertreterInnen.

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#19jGR #19Jan #Greece: Internationaler #Antifa Aktionstag – Solidarität mit der griechischen Antifa

antifa19JplakatGestern fanden in vielen Ländern antifaschistische Aktionen statt. Es gab Demonstrationen in u.a. Berlin, Leipzig, London, Dublin, Barcelona, Toronto,  Moskau, Chicago, New York und natürlich auch in Athen. Aufgerufen hatten diverse Gruppen aus Griechenland, die gegen den Aufmarsch von Chrissi Avgi (Golden Dawn, Goldene Morgenröte) in Griechenland und darüber hinaus kämpfen. Denn die griechischen Faschisten haben auch außerhalb von Griechenland Büros eröffnet und planen an den Regionalwahlen in der Lombardei (Nord-Italien) teilzunehmen. Auch in Spanien versucht die Partei Fuß zu fassen. Gleichzeitig gibt es immer massivere Angriffe des griechischen Staates gegen die autonome Bewegung und vor allem auch gegen ihre Infrastruktur. Es gab im letzten Monat mehrere Räumungen von besetzten Häusern und einen Angriff auf einen freien Radiosender. Das Innenministerium kündigte an in der kommenden Zeit noch 40 Häuser räumen zu wollen. Häuser, die wichtig sind im Kampf gegen den Aufmarsch der Nazis, da dort Soziale Zentren, Volxküchen und Kindergärten ihren Platz haben. Denn die Nazis von Chrissi Avgi versuchen nach der Welle von Kürzungen durch Sozialarbeit und Hilfsangebote an die Bevölkerung nicht ohne Erfolg sich überall in den Dörfern und Stadtteilen zu etablieren.

250 Menschen demonstrierten in Leipzig
250 Menschen demonstrierten in Leipzig.

In Leipzig nahmen etwa 250 Menschen teil. Die Demonstration in Leipzig war vor allem auch eine Antwort auf das Skandal-Urteil gegen Tim (Siehe auch: http://enough14.org/2013/01/19/antifa-soli_tim-ddnazifrei-tim-geht-in-berufung-spendenaufruf/) und gegen staatliche Repression und die Kriminalisierung von Antifaschismus im Allgemeinen.  Am Freitag Abend waren in Dresden schon 500 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen das Urteil und die staatliche Repression von Antifaschisten zu demonstrieren. In Berlin machten sich etwa 200 Menschen auf den Weg zur griechischen Botschaft. Die Demonstration startete im Refugee Camp am Oranienplatz.

Gegen 22:00 Uhr kamen die Motorrad Bereidschaftspolizei und verhaftete in Athen 20 Menschen.
Gegen 22:00 Uhr kamen die Motorrad Bereidschaftspolizei und verhaftete in Athen 20 Menschen.

In Athen startete die Demonstration mit einer Schweigeminute für den am Donnerstag von Neo-Nazis erstochenen Serdar Yarkoub. Danach zogen rund 5000 Menschen zum Syntagma Platz. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle, aber in den späten Abendstunden gab es plötzlich einen Aufmarsch der Bereitschaftspolizei in Exarcheia, ein Stadteil in dem die autonome Bewegung am stärksten vertreten ist und eine der wenigen Stadtteile, in dem Chrissi Avgi noch nicht sehr präsent ist. Ohne nachvollziehbare Gründe wurde auf dem Exarcheia Platz plötzlich mit Blendgranaten und Tränengas geschossen. Etwa 22 Menschen wurden verhaftet, diverse Augenzeugen sagten aus, dass sie nicht wüssten, aus welchem Grund, da es absolut ruhig war, bis die Bereitschaftspolizei mit ihren Motorrad Einheiten den Platz attackierten. Später wurde bekannt, dass die Polizei das besetzte Sozial Zentrum K*VOX am Exarcheia Platz angegriffen hat. Weitere Einzelheiten sind uns leider nicht bekannt.

Video: Polizei marschiert in Exarcheia auf:

Video: Golden Dawn and the Antifascist Movement in Greece

Soli-Komitee Wuppertal: Das System ist die Krise. Faschismus ist Teil des Systems. Spendenaufruf: Solidarität mit der griechischen Antifa!

Die europäische Politik zur Bewältigung der «Krise» ist eine Politik gegen die Menschen. Immer neue, so genannte «Sparhaushalte» nehmen den Schwächsten das bisschen, was zum Überleben da ist. Sie treffen Einkommenschwächere, Rentner, Kranke und junge Menschen, sie betreffen überall die Sozialsysteme, die Bildung und das Gesundheitswesen. Die Rechte aller auf Wohnen, Gesundheit, Bildung und Teilhabe werden von den Besitzenden erstmals auch innerhalb der EU offen bestritten.

Nirgendwo lassen sich die Folgen dieser Politik besser feststellen als in Griechenland, wo die «EU-Troika» bereits seit Beginn des Jahres immer neue Kürzungen vom Nichts einfordert. Das untere gesellschaftliche Drittel, das noch nie vom System profitierte, ist schon längst abgehängt und vergessen. Doch auch die so genannte «Mittelschicht» ist in kurzer Zeit abgestürzt. Davon profitieren in Griechenland die Nazis der «Chrysi Avgi» («Goldene Morgenröte»).

Ihr offener Straßenterror richtet sich vor allem gegen Migranten und Migrantinnen. Diese stranden in hoher Zahl in den griechischen Städten, weil die EU-Politik verhindert, dass sie nach Deutschland oder Frankreich weiterreisen. In der aktuellen Krise bleibt ihnen oft gar nichts mehr zum Leben. Und werden von vielen wirtschaftlich und sozial Abgehängten als Konkurrenten um immer kleinere Krümel des Krisen-Daseins wahrgenommen. Auf diesem Boden gedeiht die Hetze der griechischen Nazis der «Chrysi Avgi». Sie flankieren ihren Terror mit rassistischer Sozialarbeit – etwa, wenn organisierte Blutspendeaktionen von «Griechen für Griechen» durchgeführt werden, oder faschistische Armenküchen Essen nur an Griechinnen und Griechen austeilen. Oft geniessen sie den Schutz der griechischen Polizei, die sich nach den Jahren der Militärjunta nie wirklich gewandelt hat. Nachts gehen Schlägertrupps der «Chrysi Avgi» gemeinsam mit der Polizei auf die Jagd nach «illegalen» Einwanderern. Viele Polizisten, die selber oft nicht mehr als 700 Euro im Monat verdienen, sympathisieren offen mit den Nazis.

Die einzige Kraft, die Migranten und Migrantinnen zu schützen versucht, und die sich den Nazis der «Chrysi Avgi» auf der Straße entgegenstellt, sind die griechischen Antifaschisten und Antifaschistinnen. Sie versuchen mit Patrouillen die Menschen zu beschützen – etwa vor Polizeioperationen wie «Xenios Zeu» («gastfreundlicher Zeus») bei denen die Beamten gemeinsam mit Nazis brutal Jagd auf alle machen, die nicht «griechisch aussehen». Immer wieder kommt es dabei auch zu Festnahmen und Übergriffen auf Aktivistinnen und Aktivisten der Antifa.

Wir erfahren oft nur von den krassesten Fällen. Beispielsweise vom Überfall auf eine antifaschistische Motorradpatrouille am 30.09. in Athen, bei der die Öffentlichkeit über «Xenios Zeu» informiert und schützende Präsenz in Straßen gezeigt werden sollte. Nachdem die Patrouille auf Nazis traf, begannen Polizeieinheiten der Delta-Truppen die Demo anzugreifen, wobei einige Antifaschisten und Antifaschistinnen schwer verletzt wurden. 15 von ihnen wurden festgenommen. Eine Solidaritätsdemonstration am darauffolgenden Tag wurde ebenfalls angegriffen. 25 Antifaschistinnen und Antifaschisten wurden verhaftet, vier blieben mehrere Tage in Haft. Sie berichteten nach ihrer Freilassung von Gewaltexzessen und Folter im Polizeirevier. Sie berichteten auch von anderen, die im Knast seit Monaten einfach in der Untersuchungshaft «vergessen» werden.

Wenige Tage später wurden mehrere Genossinnen und Genossen in Patras festgenommen, nachdem es tagelang Auseinandersetzungen mit Polizei und «Goldener Morgenröte» gegeben hatte. Noch immer sitzen vier von ihnen in Haft. Ihnen wird «versuchter Mord» vorgeworfen. Ein haltloser Vorwurf, der nur durch Zeugenaussagen von Nazis der «Chrysi Avgi» belegt wird, die an den Auseinandersetzungen beteiligt waren. Staat und Faschisten gewähren sich gegenseitigen Flankenschutz. Der eine überzieht Antifaschisten und Antifaschistinnen mit haltlosen Prozessen, knastet sie willkürlich ein und mißhandelt sie, die anderen machen die dazu passenden Aussagen.

Die «Chrysi Avgi» verfügt scheinbar über unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten – es erreichen uns jetzt Berichte von neu gegründeten Ablegern in Spanien, die über immenses «Startkapital» verfügen. Im Gegensatz dazu steht die griechische Antifa finanziell inzwischen mit dem Rücken zur Wand. Es wird immer schwieriger, von Prozessen Bedrohten und willkürlich Eingesperrten juristische Hilfe zu finanzieren und die enormen Prozesskosten zu tragen. Die Kosten des juristischen Feldzug des griechischen Staates gegen die Antifa sind sehr hoch und müssen von den Betroffenen vielfach selbst getragen werden: Nur für die Vorführung beim Haftrichter mussten die Gefangenen von Athen innerhalb von vier Tagen rund 15.000 Euro aufbringen.

Einige Gruppen und Initiativen aus Wuppertal, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet, darunter auch das so_ko_wpt, wollen konkrete solidarische Hilfe zeigen. Wir beginnen deshalb mit einer Spendenkampagne, mit der wir den griechischen Genossen und Genossinnen wenigstens in ihren juristischen Kämpfen etwas beistehen können.

united we stand – devided we fall – spread the word!

Wir fordern alle antifaschistisch denkenden Menschen auf, mit einer Spende den antifaschistischen Abwehrkampf in Griechenland zu unterstützen! Er wird für uns alle geführt!

Rechtshilfe Wuppertal
Kto.No. 18 371 602
BLZ 43060967
GLS-Bank
Stichwort “Louk”

Die Verwendung der Gelder wird von uns persönlich organisiert. Wir bemühen uns um Hilfe da, wo sie am nötigsten gebraucht wird. 

Quelle Spendenaufruf Soli-Komitee Wuppertal: http://soli-komitee-wuppertal.mobi/2012/11/solidaritat-mit-der-griechischen-antifa/

 Video: Antifa Demo am 19.01.2013 in Tampere, Finnland

Video: Antifa Kundgebung vor dem griechischen Konsulat in Toronto

Video: Antifa Demo in Moskau

Antifa Demo vor dem griechischen Botschaft in New York.
Antifa Demo vor der griechischen Botschaft in New York.
Über 5000 Menschen demonstrierten in Athen.
Über 5000 Menschen demonstrierten in Athen.
Antifa Demo am 19. Januar vor dem griechischen Botschaft in London.
Antifa Demo am 19. Januar vor der griechischen Botschaft in London.
In Barcelona gingen auch 200 menschen auf die Straße.
In Barcelona gingen auch 200 Menschen auf die Straße.
Eine der größten Antifa Demos fand gestern in Moskau statt.
Eine der größten Antifa Demos fand gestern in Moskau statt.
In Berlin demonstrierten 200 Menschen.
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#Berlin #LK37 #Villa_Amalias #Skaramanga: Solidaritätsaktion in der griechischen Botschaft

Die griechische Botschaft in Berlin
Die griechische Botschaft in Berlin

Heute kam es vor und im griechischen Konsulat zu einer Solidaritätsaktion für die geräumten Sozialen Zentren Villa Amalias, Skaramanga und andere kämpfende Projekte in Griechenland. Es gab eine Kundgebung und eine Aktion in der Botschaft.

Rund 30 Personen versammelten sich heute am Nachmittag bei winterlichem Wetter mit Transparenten vorm Konsulat, verlasen Solidaritätsbekundungen, die auf die politische Situation und den Generalangriff des Staates auf anarchistische Räume aufmerksam machen sollten. Es wurden Flugblätter (griechisch, englisch, deutsch) verteilt, die wohlwollend entgegen genommen wurden.

Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)
Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)

Kurz zuvor waren rund zehn Aktivist_innen in die Botschaft gegangen, hängten ein Transparent aus dem Fenster und waren entschlossen, das Faxgerät zu benutzen, um direkt die griechische Regierung und die Öffentlichkeit zu informieren. Bei den Angestellten stieß diese Idee auf wenig Gegenliebe. Angesichts ihres unangemessen rabiaten Auftretens musste die Delegation das Faxgerät verloren geben. Nach kurzer Zeit mischte sich der Konsul in die hitzigen Debatten und bot an, das Fax eigenhändig zu verschicken. Da das zugängliche Faxgerät zu diesem Zeitpunkt bereits außer Betrieb war, hat sich die Gruppe darauf eingelassen, dass eine Delegation auf den Sendebericht wartet.

Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)
Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)

Draußen waren mittlerweile – nach einer Dreiviertelstunde – ziemlich viele Bullen aufgetaucht, die schlechte Laune verbreiteten und sich vor der Tür positionierten. Nach dem üblichen Geplänkel mit ihnen wurde die Kundgebung dann doch angemeldet. Als die Bullen dann auch in die Botschaft kamen, einigte sich die Gruppe darauf, nicht länger zu warten und entschloss sich zum Rückzug. Draußen wurde die Kundgebung beendet, wir waren zwar wenige, aber guter Laune, abgesehen von den kalten Füßen. Wir schließen uns den griechischen Genoss_innen an und kündigen an: “Wir werden es immer wieder tun, solange es notwendig ist.”

Hier die Solidaritätserklärung der befreundeten Projekte:

Solidaritätserklärung mit der Villa Amalias und anderen kämpfenden Projekten in Griechenland 

Hände weg von anarchistischen Räumen!

Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)
Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)

Am 20. Dezember 2012 stürmte die Polizei in den frühen Morgenstunden das besetzte Zentrum Villa Amalias in Athen. Acht Bewohner_innen und Gäste wurden vorübergehend festgenommen und das Haus durchsucht. Seit 22 Jahren ist die Villa Amalias fester Bestandteil der antiautoritären und anarchistischen Strukturen in Griechenland. Seit 1973 leer stehend, wurde das Haus 1990 besetzt, um einen sozialen, kulturellen und politischen Raum zu schaffen. Am 28. Dezember 2012 wurden die selbstverwalteten Räume in der Fakultät der ASOEE (Athener Wirtschaftsuniversität) gestürmt und die Ausrüstung eines Radiosenders beschlagnahmt. Am 9. Januar 2013 haben 100 Menschen die Villa Amalias erneut besetzt. Nach wenigen Stunden wurde das Gebäude von Spezialeinheiten der Polizei unter Einsatz von Tränengas und Blendschockgranaten gestürmt. 93 Leute wurden festgenommen und das Haus erneut verschlossen. Noch während der Räumung besetzten 40 Aktivist_innen aus Solidarität die Parteizentrale DIMAR, eine der drei Regierungsparteien. Auch hier gab es Festnahmen. Wenig später wurde das besetzte soziale Zentrum Skaramanga von der Polizei gestürmt, durchsucht und die sieben anwesenden Aktivist_innen festgenommen. Mittlerweile sind alle Anarchist_innen und Unterstützer_innen wieder frei, aber allen wird ein Prozess vor Gericht gemacht. Vor wenigen Monaten war in Thessaloniki bereits das besetzte Zentrum und Wohnprojekt DELTA geräumt worden.

Anarchistische und antiautoritäre Projekte in Griechenland

Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)
Soli-Aktion in Berlin (15.01.2013)

Die Villa Amalias, das Skaramanga und andere anarchistische Projekte in Griechenland sind als Orte der Organisierung wichtiger denn je. Gerade in Zeiten, in denen die griechische Regierung versucht die Politik von IWF, EZB und EU mit Gewalt durchzusetzen. In Zeiten, in denen der Faschismus immer stärker präsent ist, sei es auf der Straße als organisierte Neonazibanden oder Polizisten, sei es im Parlament. In Zeiten, in denen Menschen hungern, ohne Jobs sind, verprügelt und eingesperrt werden – weil sie sich wehren, weil sie verzweifelt sind, weil sie Migrant_innen sind. Ein Ort, an dem unkommerzielle Kultur, soziale und antifaschistische Kämpfe ihren Platz haben und Solidarität gelebt wird.

Der Generalangriff auf anarchistische Räume

Die Regierungskoalition aus PASOK, Nea Demokratia und DIMAR hat spätestens seit dem 20. Dezember zu einem Generalangriff auf anarchistische und antiautoritäre Strukturen geblasen. Die Räumungen und Durchsuchungen wurden aus Regierungskreisen angeordnet, als offizielle Begründung werden Drogen und Waffenbesitz (bei der Villa Amalias z.B. in Form von Heizöl und leeren Flaschen und Chemikalien für die Druckerpresse) vorgeschoben. Soziale Zentren werden als rechtsfreie Räume definiert und die Nutzer_innen als Gesetzeslose diffamiert. Seit Jahrzehnten gewachsene Strukturen werden kriminalisiert. Aus den Medien wurde bekannt, dass von der Polizeiführung ein Generalplan zur Räumung und Schließung von 40 anarchistischen und antiautoritären Zentren in ganz Griechenland vorliegt.

Für uns stehen die Räumungen klar im Kontext der momentanen Gesetzesverschärfungen und repressiven Profilierung der griechischen Regierung, die nur noch die Repression sprechen lassen kann, um sich selbst zu erhalten. Sie will so dem Widerstand gegen ihre unmenschliche Politik den Boden entziehen und die sozialen Kämpfe zum Schweigen bringen. Die Räumungen stehen auch im Kontext der Faschisierung der Gesellschaft, in der mordende Neonazibanden und folternde Polizisten nur die Spitze des Eisberges sind.

Solidarität

Wir erklären unsere ausdrückliche Solidarität mit der Villa Amalias, dem Skaramanga, Delta und allen anderen besetzten Zentren und selbstverwalteten Orten, die momentan vom griechischen Staat angegriffen werden. Sie sind es, die sich in Griechenland der staatlichen Repression, dem Erstarken des Faschismus und der Politik der Regierung entgegenstellen. Sie sind die Orte, an denen Solidarität praktisch wird, als Nachbarschaftsinitiativen, mit Volksküchen oder Kleiderkammern und als Treffpunkte, um Widerstand zu organisieren. Unsere Wut und Solidarität, ausgedrückt in Worten und Taten, gilt unseren Gefährten bei ihrem Kampf gegen Staat, Repression und Faschismus in Griechenland.

… nichts ist zu ende … es hat gerade erst angefangen…

Berlin, 15. Januar 2013

Einige Bewohner_innen und Nutzer_innen folgender Projekte in Berlin:

Köpi, Linie 206, KvU, Brunnen 6/7, Schokoladen, Bandito Rosso, Lottum 10a, Bethanien-Südflügel, Kreutziger 19, Anarchistischer Infoladen Tempest, Reiche 63a, Braunschweiger 54/55, Linienhof

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/76320

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#Greece: #LK37: Lelas Karagianni Squat geräumt und wieder besetzt

Die Räumung heute Morgen.
Die Räumung heute Morgen.

Heute wurde gegen 11:30 Uhr (griechische Zeit) wurde Griechenlands ältesten anarchistischen Squat,  Lelas Karagianni 37 von Polizisten geräumt.

Unterstützer_Innen und Nachbarn versammelten sich auf dem Platz Amerikis und dann außerhalb des Squats, und versuchten die Räumung zu verhindern. Es gab 14 Hausbesetzern, die Parolen auf dem Dach des Gebäudes riefen und von der Polizei festgenommen wurden. Außerdem wurden zwei Unterstützer_Innen von Polizisten auf der Straße geschlagen und festgenommen. Außerdem wurden Starke repressive Einheiten in der Innenstadt eingesetzt – plus einen Polizeihelikopter.

Kurz darauf, versammelten sich immer mehr Menschen in der nähre des Squats. Es wurde zu einer Versammlung für 15.00 Uhr außerhalb des Polizeipräsidiums in der Alexandras Allee, in Solidarität mit den Hausbesetzern, die in Lelas Karagianni verhaftet wurden. Um 17:00 Uhr wurden alle festgenommene Genoss_Innen ohne Anklage entlassen. Kurz davor hatte die Polizei das

Gebäude Lelas Karagianni verlassen, und wurde sofort wieder Besetzt!

Video: Räumung Lelas Karagiann 15.01.2013

Wieder Besetzung Lelas Karagiannis 37 in Athen
Wieder Besetzung Lelas Karagiannis 37 in Athen
Hier ein Bild von den "terroristische" Aktivitäten in dem Haus vor der Räumung..
Hier ein Bild von den “terroristische” Aktivitäten in dem Haus vor der Räumung..

Quelle: http://de.contrainfo.espiv.net/2013/01/15/athen-polizeirazzia-im-lelas-karagianni-squat/

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#Greece: #Villa_Amalia Erklärung der #Athens93 Genoss_innen – #Villa_Amalias

Morgen wird es überall in Griechenland Demonstrationen für den erhalt von Freiräume und gegen Repression geben.
Morgen wird es überall in Griechenland Demonstrationen für den erhalt von Freiräume und gegen Repression geben.

Die 7 Menschen, die sich während der Räumung am vergangenen Donnerstag im Skaramaga Gebäude befanden, wurden gestern frei gelassen. Am 24. Januar wird ihre Gerichtsverhandlung stattfinden. Die 93 Aktivisten, die bei der Räumung der am Donnerstag wieder besetzten Villa Amalias festgenommen wurden, bleiben auf jeden Fall bis Samstag in Haft und vielleicht auch länger. Heute wurde entschieden dass sie am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Neben Soli-Aktionen in diverse Griechische Städten, gab es auch Soli-Aktionen in u.a. San Francisco wo u.a. das griechische Konsulat mit Farbbomben verschönert wurde. In Paris gabe es eine spontane Kundgebung vor der Griechische Botschaft.

Es folgt ein Text der 93 GenossInnen, die bei der Wiederbesetzung der Villa Amalias gestern festgenommen wurden.

Es ist nicht weniger als unsere nicht zu verhandelnde Haltung zu sozialen Räumen, die wir und die uns im Gegenzug unterstützen.  Nichts anderes als das, was wir sagen und was wir all diese Jahre in Besetzungen, in selbst-organisierten Räumen, auf Demonstrationen, bei Streiks und auf der Straße tun.

Aus diesem Grund kann die Obrigkeit, die bewaffnete Wächter vor die Villa Amalias gestellt hat, niemals Unzufriedenheit bei uns erzielen, unsere Moral brechen oder erreichen, dass wir aufhören oder aufgeben.

Heute, am 09. Januar, haben unsere GefährtInnen, unter den Augen der zum Schutz abgestellten repressiven Kräfte, das Gebäude wieder besetzt.  Ein Gebäude, das nicht nur mit der Geschichte der subversiven Bewegung der letzten 22 Jahre, sondern auch mit für uns bedeutenden Idealen verbunden ist.

Vom ersten Augenblick an wurde ein Transparent ausgerollt und eine PA-Anlage aufgebaut, um Texte vorzutragen. Gleichzeitig versammelten sich hunderte Menschen aus Solidarität außerhalb des besetzten Hauses. Zwei Stunden später brachen, ohne Anwesenheit eines Rechtsanwalts, Kräfte der EKAM (antiterroristische Einheit) in das besetzte Haus ein und verhafteten uns. Sie wurden durch andere Einheiten, samt Helikopter, unterstützt.

Kurz darauf besetzten GefährtInnen das Hauptquartier der Regierungspartei Demokratische Linke (DIMAR) und wiesen auf die vollständige Übereinstimmung dieser Partei mit dem Vorgehen von Premierminister Samaras und dem Minister für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz, Dendias, hin. Nach dem Eingreifen der Polizei wurden 40 GefährtInnen festgenommen.

Der Staat hat sich bei seinem gegenwärtigen Versuch Solidaritätsaktionen zu verhindern, dazu entschieden, einen weiteren sozialen Raum anzugreifen, das besetzte Haus in der Str. Patision 61 / Ecke Skaramanga, und verhaftete weitere 8 GefährtInnen von uns.

Soli-Aktion in Paris
Soli-Aktion in Paris

Wir haben die Villa Amalias wiederbesetzt, obwohl wir wussten, dass wir angegriffen und naheliegenderweise auch verhaftet würden. Wir werden es so oft wie nötig wiederholen, für diesen und für jeden anderen sozialen Widerstandsraum von unten, der unter Beschuss geraten könnte. Wir sagen es noch einmal: Weder ihre Wachen noch ihre Verleumdung können uns Angst einjagen.

Mit der heutigen Wiederbesetzung zeigten wir, dass der Großangriff des Staates, mit den heutigen (Angriffs)Zielen der besetzten Häuser, selbstorganisierten Räume und der Strukturen der  anarchistischen /anti-autoritären Bewegung sowie der sozialen Klassenkämpfen, nicht alternativlos ist.  Herz, der Wille zum Kampf und der Wunsch nach einer Welt voll Gleichheit und Freiheit erweisen sich als stärker als die Armeen.

Sie werden es niemals schaffen, uns zu schlagen. So viele Repressionskräfte sie auch heranziehen, Widerstand, Würde und Solidarität können sie nicht ersticken.

Sie werden uns niemals besiegen, weil wir nicht nur Hundert sind, wir sind Tausende. Wir sind Teil der Welt, der gegen die kapitalistische Barbarei , Staatsterrorismus und faschistische Tendenz kämpft. Wir verstehen uns als Teil von einheimischen und migrantischen ArbeiterInnen, Arbeitslosen, Studierenden, die in den Nachbarschaften Widerstand leisten; verfolgte und verhaftete Menschen im Kampf, die nicht ihr Haupt beugen. Mit ihnen erheben wir die Faust des Widerstands, wie im Moment unserer Verhaftung.

Unsere eigene Waffe ist Solidarität, die wir heute sehr stark erfahren haben. Unsere Stärke ist kollektiver Widerstand.

In Zeiten des Memorandums, aufgezwungener und ständig wachsender Verarmung der Gesellschaft ist die Zukunft vom Staat und Kapitalismus diktiert. Zum jetzigen Zeitpunkt, wo die Gewalt des Systems sich verschärft und der ständige Ausnahmezustand Totalitarismus installiert, ist die soziale Revolution der einzige Schritt vorwärts. Inmitten dieses Zustands bleiben wir bewusst standhaft und propagieren Selbstorganisation, Widerstand und Solidarität und gehen einen weiteren Schritt weiter, um den sozialen und Klassen-Gegenangriff zu organisieren. In Zeiten, in denen der herrschende Zustand lautet: Wir werden alles verlieren, kämpfen wir für seine Umkehrung: Lasst uns alles gewinnen.

Wenn wir dies nicht ändern, wird es keineR machen. Alles wird weiter gehen……

Gegen den Hurrikane der Repression, lasst uns den Sturm der Solidarität entfachen!

Alle auf die Straße, wo alles entschieden wird.

Hände Weg von Villa Amalias, dem besetzten Skaramanga, dem selbstorganisierten Platz der ASOEE, dem Xanadu Treffpunkt, der Delta Besetzung, allen Squats, selbstorganisierten Plätzen und den sozialen Kämpfen.

Die 93 Verhafteten der Villa Amalias (#Athens93)

Video: Solidarität mit den griechischen Anarchisten(11.01.2013):

Siehe auch: http://enough14.org/2013/01/10/greece-villa_amalia-staat-plant-40-weitere-raumungen-immer-noch-93-menschen-in-haft-skaramanga-athens93/ 

und http://enough14.org/2013/01/09/greece-villa_amalia-wieder-besetzt-und-geraumt-uber-100-verhaftungen-villa_amalias/

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/75682