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#Greece #Villa_Amalia: Staat plant 40 weitere Räumungen – immer noch 93 Menschen in Haft #Skaramanga #athens93

villaamaliasplakatkatalonien In Griechenland melden die Mainstream-Medien, dass der griechische Staat plant in den kommenden Wochen 40 besetzte Häuser zu räumen. Nach den gestrigen Räumungen von Villa Amalias und Skaramanga in Athen plant das Ministerium für “Public Order” weitere Aktionen für die kommende Tage. Laut tanea.gr wurde gestern das besetzte Haus Skaramanga nur wenige Stunden nach der kurzweiligen Wiederbesetzung von Villa Amalias geräumt, um mittels diesem Signal mitzuteilen dass “rechtsfreie Räume nicht länger toleriert werden.” Eigentlich sollte laut tanea.gr Skaramanga erst in einigen Tagen geräumt werden. Die Stimmung beim Ministerium für “Public Order” wird sehr deutlich durch einen Kommentar von einem hohen Beamten: “Die erste Besetzung von Villa Amalias dauerte 22 Jahre, die Zweite hielt 22 Minuten an.”

Es gab 93 festnahmen bei der gestrigen Räumung von Villa Amalias
Es gab 93 festnahmen bei der gestrigen Räumung von Villa Amalias

Bei der gestrigen Räumung von Villa Amalias wurden 93 Menschen verhaftet. Die 93 Aktivisten sind immer noch inhaftiert. In einer Erklärung sagten sie u.a. “Wir wussten, dass wir attackiert werden würden und es war klar, dass sie uns verhaften würden. Wir werden es aber wieder tun und zwar so oft wie nötig, in diesem und jedem anderen sozialen Freiraum des Widerstands von unten, der angegriffen wird. Weder ihre Waffen, noch ihre Verleumdungen schrecken uns ab. […] Lasst uns gegen den Hurrikan der Repression einen Sturm der Solidarität entfesseln.”

Heute wurden u.a. zwei Radiosender besetzt. Als die Polizei die Identität von den Besetzer_innen bei Real FM feststellen wollte, wurden die Aktivisten von diversen Mitarbeitern unterstützt und konnten ungehindert das Gebäude verlassen. Aber nicht bevor sie eine Erklärung über die Räumungen und die Verhaftungen vorgelesen hatten. Heute Mittag gab es auch Proteste vor dem Evelpidon Gericht in Athen, zu dem die 93 verhafteten Aktivisten hingebracht wurden. Die Demonstranten skandierten lautstark: “Die Leidenschaft für die Freiheit ist stärker als jeder Zelle.” (Siehe Video)

Video  Demonstration vor dem Evelpidon Gericht in Athen (10.01.2013):

Heute Abend: Eine erneute Sponti in Athen.
Heute Abend: Eine erneute Sponti in Athen.

Die 7 Menschen, die sich während der gestrigen Räumung im Skaramaga Gebäude befanden, wurden heute frei gelassen. Am 24. Januar wird ihre Gerichtsverhandlung stattfinden. Die 93 Aktivisten, die bei der Räumung der wieder besetzten Villa Amalias festgenommen wurden, bleiben auf jeden Fall bis Samstag in Haft und vielleicht auch länger. Heute wurde entschieden dass sie am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Heute wurde auch die ASOEE Fakultät für zwei Tage besetzt, aus Protest gegen die ständige Anwesenheit der Bereitschaftspolizei um die Uni Gebäude herum. Im Moment gibt es eine spontane Demonstration in Athen.

Wie wir gestern schon berichteten, wird es morgen mehr Aktionen geben, ab 12:00 Uhr mittags wird es u.a. eine Demonstration geben, die bei der Propylea, der Uni in Athen startet.

Während der Minister für “Public Order” gestern groß tönte, dass die Hausbesetzer Szene Griechenland ein schlechtes Image besorgt, blieb er heute sehr leise, nachdem die BBC berichtete, dass erneut ein Tourist von der griechischen Polizei zusammengeschlagen wurde (BBC Bericht: http://www.bbc.co.uk/news/magazine-20958353 )

Video Demonstration in Athen für die Freilassung aller Gefangenen am 09.01.2013:

Video Demonstration vor dem Besuch Ministerpräsident Samaras beim Finanzministerium am 09.01.2013 in Athen:

Siehe auch:

http://enough14.org/2013/01/09/greece-villa_amalia-wieder-besetzt-und-geraumt-uber-100-verhaftungen-villa_amalias/

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#Greece: #Villa_Amalia wieder besetzt und geräumt – über 100 Verhaftungen – #Villa_Amalias

Transpi am Dach Villa Amalias nach der wiederbesetzung: "Squat Forever - Villa Amalias"
Transpi am Dach Villa Amalias nach der Wiederbesetzung: “Squat Forever – Villa Amalias”
Am 9. Januar um 7 Uhr morgens Ortszeit besetzten über 100 Menschen das am 20.12.2012 geräumte Haus Villa Amalias in Athen erneut. Die Besetzer hingen ein Banner mit der Aufschrift: „ Squat forever – Villa Amalias“ aus dem Fenster. Da das Haus seit der Räumung von Polizei-Einheiten überwacht wurde, hatten die Besetzer sich in 2 Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe, die die Polizei draußen beschäftigte und eine Gruppe, die sofort in das Gebäude gedrungen ist um es wieder zu besetzen. Sie kamen herein und konnten das Gebäude für einige Stunden wieder besetzen.
Die Polizisten, die das Haus umstellt hatten, fingen sofort an das besetzte Haus mit Tränengas anzugreifen. Gegen 9:20 Uhr wurden die Fenster von der Spezialeinheit EKAM zerstört und das Haus geräumt, alle anwesenden 92 Besetzer wurden verhaftet.
Spontane Demonstration beim Finanzministerium heute Morgen wo Minister-Präsident Samaras zu gast war.
Spontane Demonstration beim Finanzministerium heute Morgen wo Ministerpräsident Samaras zu Gast war.
Direkt nach der Räumung von Villa Amalias besetzten rund 40 Anarchisten aus Solidarität mit Villa Amalias und die überall in Griechenland unter erhöhtem Räumungsdruck stehenden Freiräume in Griechenland,  die Parteizentrale der DIMAR (Demokratische Links Partei), die Teil der Regierungskoalition ist. Kurz darauf räumte die Polizei das Gebäude und nahm die Besetzer in Gewahrsam.
Gleichzeitig reagierten etwa 200 Menschen mit eine Spontidemo am Victoria Platz. Die Demo machte sich auf den Weg zum Finanzministerium, wo Ministerpräsident Samaras zu Gast war.  Die Polizei attackierte die Demo mit Tränengas und Schlagstock-Einsätzen.
Das besetzte Haus Skaramaga in Athen.
Das besetzte Haus Skaramaga in Athen.
Um 15:00 Uhr Lokalzeit stürmte die Bereitschaftspolizei ein weiteres besetztes Haus in Athen. Das Kollektiv Skaramaga Squat gab bekannt, dass die 7, sich im Gebäude befindenden Personen, dabei verhaftet wurden. Wovon sich noch eine Person als Zeuge der Durchsuchung im Haus befindet. Die anderen sechs wurden zum Polizei Hauptrevier gebracht. Das Kollektiv kündigte Widerstand an.
Heute Abend wird es eine Solidemo zum Polizei Hauptrevier geben und am Samstag, den 12. Januar, eine Demonstration für Freiräume und gegen Repression und Räumungen.
Die 40 Besetzer der DIMAR Parteizentrale wurden am Nachmittag wieder freigelassen, die 92 Besetzer von Villa Amalias sitzen aber immer noch fest. Wir warten noch auf nähere Informationen über die 7 Personen, die bei der Razzia im Skaramaga fest genommen wurden.

Video der Wiederbesetzung und Räumung Villa Amalias 09. januar 2013

Video Verhaftungen Villa Amalias am 09. Januar 2013

Video Sponti Demo für Villa Amalias 09. Januar 2013

Video Räumung Villa Amalias 09. Januar 2013

Video Sponti auf der Ermoustraße (09. Januar 2013)

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#Antifa: Aufruf aus #Griechenland zum 19.01 (Η αρχική Διακήρυξη στα Γερμανικά)

antifagreeceAufruf aus #Griechenland zum 19.01.2013:

Am 19. Januar 2013 werden wir die Straßen Athens mit Aktivisten und Aktivistinnen aus jeder Stadt und Nachbarschaft des Landes fluten – mit ArbeiterInnen und Jugendlichen, mit Menschen von jedem Arbeitsplatz und von jedem Ort der Bildung und Kunst. Wir werden die Stadt mit Musik, Gesängen und Reden einnehmen. Wir werden herausschreien, dass die Nazis nicht willkommen sind, und dass uns die rassistische Politik der Koalitionsregierung mit FRONTEX-Internierungslagern und der Verweigerung der Staatsbürgerschaft für die Kinder von Einwanderern ebenso erzürnt, wie die barbarischen Kürzungen, die Hunderttausende in die Erwerbslosigkeit treiben.

Wir können nicht hinnehmen, wenn jene Reichen und die Regierung, die die Armut aussäen, die zu immer mehr Selbstmorden führt und die Wohnungslose in die Warteschlangen der Suppenküchen schickt, die Schuld für die Krise auf Migranten und Migrantinnen abwälzten und sie zu Sündenböcken ihrer Politik macht – so wie Hitler einst die Juden für alles verantwortlich machte. Diese Politik führte zu Dachau und Auschwitz, in die Gaskammern und die Krematorien und zu Millionen von toten Juden, Roma, Kommunisten und Homosexuellen. Sie führte zu den Massakern des Zweiten Weltkriegs, zu den Nazi-Grausamkeiten in den besetzten Ländern wie Griechenland, zu den verbrannten Märtyrer-Städten, und zu den Toten von Kalavryta, Kokkinia, Chortiati, Kontomari, Viano, Distomo und anderen Orten.

antifaflyergreeceWir können nicht akzeptieren, dass Dendias’ Polizei (Minister für öffentliche Ordnung) Streiks und Demonstrationen mit Tonnen von Chemikalien angreifen und gleichzeitig den Neonazi-Sturmtrupps der Golden Dawn die Hand reicht bei der Organisation rassistischer Pogrome in den migrantenischen Stadtteilen mit Messerstechereien, der Zerstörung von Geschäften und dem Eindringen in Wohnhäuser. Es ist die gleiche Polizei, die Demonstranten einsperrt und, wie in Thessaloniki, in ihren Gefängnissen foltert – so, wie sie es mit den antifaschistischen Demonstranten der Motorrad-Demonstration tat. Ebenso widern uns vulgäre Angriffe gegen gegen Künstler wie im Fall des “Chitirion” Theaters und die Zensurmaßnahmen des Ministers mit Entlassungen und Kriminalisierungen von Journalisten an.

Wir können unsere Augen nicht vor den Tausenden von toten Flüchtlingen, von Frauen und Kindern, verschließen, die von den  FRONTEX-Wachen in den Tod gejagt werden. Wir fordern, die Schmach der faschistischen Internierungslager und der rassistischen Operationen der griechischen Polizei zu stoppen. Migranten und Migrantinnen müssen legalisiert werden und die Flüchtlinge müssen Asyl erhalten, weil sie Opfer imperialistischer Kriege, Diktaturen und von vernichtenden Maßnahmen der IWF-Sparpolitik sind.

Ministerpräsident Samaras hat mithilfe des Verfassungsgerichtes, das die rassistischen Positionen der Neo Demokratia und von Chrysi Avgi aufgriff, das neue Gesetz, dass den in diesem Land geborenen Kindern von Migrantinnen die Staatsbürgerschaft verweigert, in großer Eile durchgepeitscht. Dadurch werden tausende von Kindern, die in unseren Schulen lernen, illegal wenn sie 18 werden. Sie werden aufgefordert, zurück in das Land ihrer Eltern zu gehen, wo sie selbst nie gewesen sind!

antifagreece_2In den letzten Monaten hat sich ein beispielloser antifaschistischer Aufstand entwickelt: Am 24. August schickten tausende von Migranten eine Nachricht an Dendias, dass sie keine Angst vor der Polizei-Operationen “Xenios Zeus” haben; in den Vierteln stellten sich überall Menschen den rassistischen Pogromen entgegen; und am 28.Oktober zeigten tausendde von Schülern, Lehrern und Antifaschisten, wer die Straßen wirklich kontrolliert, als sie die Neonazis der Chrysi Avgi zurück in die Kanalisation gejagt haben. “Weder im Parlament noch sonstwo! Nazis raus aus unserer Nachbarschaft”, riefen Tausende in Griechenland.

Jetzt rufen wir alle Arbeiter und Jugendlichen, alle Intellektuelle und Künstler, die Menschen migrantischer Viertel, die Gewerkschaften, Studentenorganisationen, SchülerInnen, die Gemeinderäte, die Ausschüsse gegen Rassismus und Faschismus, die Kollektive des Widerstands und die Volksversammlungen dazu auf, die nationale Demonstration am 19. Januar in Athen zu unterstützen, um in der Stadt, die einst eine entschlossene Botschaft gegen die Nazi-Besatzung schickte, heute wieder eine Botschaft des Widerstands auszusenden – gegen die rassistischen Mörder der Neonazis und gegen die Memoranden der Troika.

Für den 19. Januar  fordern wir die internationale Solidarität mit unserem antifaschistischen Kampf. Unterstützt uns mit einer Teilnahme an der Athener Demonstration und mit antifaschistischen Aktionen rund um die Welt vor den griechischen Botschaften.

Mehr Informationen:

http://athensantifa19jan.wordpress.com/international/

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Kliniken der #Solidarität gegen die Auswirkungen der Krise in #Griechenland – #Greece #Infomobil

Das Bild war schockierend. Mitte September haben vor dem griechischen Parlament,
Menschen mit Behinderungen, Krebskranke, und chronisch Kranke gegen weitere Kürzungen im Gesundheitssektor protestiert. Beim neuen Sparpaket rechnet man mit weiteren Einschnitten von mehr als einer Milliarde Euro.

Katerina, eine 50 jährige Rollstuhlfahrerin erzählte während der Demonstration, dass sie nicht mehr alle ihre Medikamente zahlen kann und sich daher auf ein vorzeitiges Ende vorbereitet. Maria, eine 37 jährige die an Multipler Sklerose leidet, sagte dass sie und ihr Freund der an einer seltenen Krankheit leidet, überlegen nach China auszuwandern, weil sie dort nach internationalem Recht ihre Medikamente bekommen würden. Sie erzählte ebenfalls von erwachsenen Patienten mit chronischen Krankheiten die selber eine Warteliste erstellten, um abzusichern, dass wenigstens Kinder, die an derselben Krankheit leiden ihre Medikamente bekommen werden und somit eine Chance zum Überleben haben. In einem Artikel der New York Times wird über Elena berichtet deren Brusttumor schon so groß ist, dass er die Haut zerrissen hat. Die Frau ist arbeitslos und unversichert und hat somit keinen Zugang zur kostenlosen Gesundheitsversorgung.

Diese vielen tragischen Geschichten, die inzwischen alltäglich sind im heutigen Griechenland, gehen meistens unter in der Berichterstattung der ausländischen Medien über internationale Rettungspakete, geforderte Reformen und korrupte Politiker.
Bei unseren Recherchen über das Zusammenbrechen des Gesundheitssystems in Griechenland wegen des neu fusionierten aber schon stark verschuldeten nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen des öffentlichen Gesundheitssystems (EOPYY), sind wir aber auch auf Menschen gestoßen, die freiwillig ihre Zeit und Kraft einsetzten um denjenigen zu helfen, die nicht das Geld haben sich privat behandeln zu lassen oder um Medikamente aus der eigene Tasche zu zahlen. Wir haben sie in einigen der sozialen Arztpraxen getroffen, die in vielen Teilen Griechenlands von Freiwilligen aufgebaut wurden, und während ihres sehr belastenden Alltags auf der Suche nach einer Lösung bei Terminen im Gesundheitsministerium oder anderen Institutionen.

Die Idee Organisationen, Gruppen und Individuen im Ausland zu informieren und zu
kontaktieren um Solidarität aufzubauen ist ein Hoffnungsschimmer. Gefragt sind
Zusammenhalt, Vernetzung, materielle Spenden wie Medikamente und vieles mehr.
Der Verantwortliche der sozialen Arztpraxis in Elliniko, Giorgos Vichas, und die Vorsitzende der Kommission für die Forderung der Rechte der Krebskranken, Evi Galazivou, haben zwei kurze Texte geschrieben um aus ihrer persönlichen Sichtweise die Situation im griechischen Gesundheitssystem zu schildern. Die Texte sind dieser Artikel angehängt und sind dazu gedacht so breit wie möglich gestreut zu werden. Für eventuelle Spenden von Medikamenten oder andere solidarische Aktionen kontaktiert bitte direkt diese zwei Ansprechpersonen über die angegebenen Kontaktdaten.

Mit dem Infomobil sind wir seit 2010 an den verschiedenen Brennpunkten der Migration in Griechenland unterwegs (siehe auch: http://infomobile.w2eu.net/). In Zeiten massiver
Entrechtung und sozialer Verwüstungen im Rahmen europäischer risenlösungsprogramme
lassen sich die Probleme von MigrantInnen und Flüchtlingen nicht unabhängig betrachten. Wir werden daher den Versuch unternehmen auch regelmäßig von praktischen
Solidaritätsprojekten zu berichten. Es ist Zeit für ein anderes, ein solidarisches Europa.


Mit solidarischen Grüßen aus Griechenland,
einige Aktive des Infomobil und des antirassistischen Netzwerks „Welcome to Europe“

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Kliniken der Solidarität gegen die Auswirkungen der Krise in Griechenland
Wir haben uns am 17.November in der sozialen Arztpraxis in Elliniko bei Athen mit Giorgos Vichas getroffen, um darüber zu sprechen, was sie konkret an Unterstützung brauchen.

Vorausgegangen war ein Solidaritätsaufruf, den wir über verschiedene antirassistische Listen geschickt hatten (Siehe Oben) – und die Überlegung unsererseits, dass wir a) uns momentan in Griechenland schwerlich nur auf die Situation von Flüchtlingen und MigrantInnen beschränken können, wenn die Angleichung von Rechten darin besteht, dass die griechische Bevölkerung ebenfalls entrechtet wird und dass es b) eine gute Möglichkeit sein könnte auf einer praktischen Ebene solidarische Kontakte mit selbstorganisierten Strukturen in Griechenland zu entwickeln und von ihnen zu lernen.

Die Klinik in Elliniko war eine der ersten selbstorganisierten Kliniken in Griechenland, sie
haben vor 10 Monaten angefangen und haben das Tempo der Entwicklung selbst nicht
erwartet: der Bedarf ist rasant gestiegen, aber zugleich ist auch die Beteiligung und
Unterstützung unerwartet groß: „Solidarität ist heute wie ein Virus, den man aber nicht
behandeln braucht.“ sagte uns Giorgos Vichas. Die Klinik versorgt inzwischen 60-70
Personen täglich. Sie hat eine eigene Apotheke in der Medikamentenspenden ausgegeben
werden. Inzwischen gibt es über Griechenland verteilt 17 miteinander vernetzte Kliniken/
Krankenstationen, die kostenlosen Zugang zu Gesundheitsversorgung für Unversicherte
bereitstellen, aber auch für Leute mit Krankenversicherung, die sich die Zuzahlung nicht
leisten können.

Die Kliniken arbeiten nicht rein karitativ, sie haben einen politischen Ansatz. Eines der
vorangingen Ziele ist momentan den Zugang zu Gesundheitsversorgung in den öffentlichen
Krankenhäusern auch für Unversicherte zu erstreiten. Am Donnerstag (15.November 2012) wurde ein wichtiger Schritt gemacht: die selbstorganisierte Polyklinik in Elliniko kündigte in einer Presseerklärung an, dass eine der großen Athener Kliniken zugesagt hatte, von nun an mit ihnen zu kooperieren und offiziell auch Unversicherte zu behandeln. Die Antwort aus dem Gesundheitsministerium kam direkt: noch am selben Abend wurde bekannt gegeben, dass es Umstrukturierungen und Neubesetzungen in den Athener Klinikleitungen geben werde.

Vor diesem Hintergrund könnte eine wichtige Unterstützung darin bestehen, wenn ÄrztInnen und am besten Krankenhäuser im europäischen Ausland ebenfalls öffentlich verkünden könnten griechische PatientInnen zu behandeln. Wünschenswert für die griechischen Kliniken wären breit angelegte Solidaritätserklärungen – auf einer symbolischen Ebene, um eine Debatte um ein Recht auf Gesundheitsversorgung auch auf der europäischen Ebene auszutragen. Denn die Einsparungen im griechischen Gesundheitssystem sind eine der direkten Auswirkungen der Spardiktate der Troika. Hier wäre sicherlich auch Schnelligkeit gefragt, denn in Athen ist die Auseinandersetzung momentan akut und es wäre wünschenswert, wenn es dazu direkt Erklärungen aus anderen Ländern gäbe und damit auch Öffentlichkeitsarbeit gemacht würde.

Sie sammeln zudem momentan Einzelfälle von KrebspatientInnen, die aufgrund mangelnder Versorgung eine massive Verschlechterung ihrer Erkrankung erlitten haben oder bereits verstorben sind. Mit diesen (momentan bereits zehn Fällen) wollen sie vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof klagen. Auch hier wäre zum richtigen Zeitpunkt Unterstützung in Sachen Öffentlichkeit gefragt.Die Kliniken sind sehr an Austausch interessiert. Wir haben von den Medinetzen in Deutschland erzählt (auch wenn wir nicht direkt an diesen Strukturen beteiligt sind) und dass seit den Anfängen in den 90er Jahren inzwischen zumindest in einigen Städten auf kommunaler Ebene medizinische Sprechstunden für Papierlose und Unversicherte entstanden sind – und dass es in Deutschland momentan eine Verschiebung im Klientel der PatientInnen gibt und vermehrt auch EU-BürgerInnen vor allem aus Bulgarien und Rumänien diese Angebote nutzen. Sie wären sehr an Erfahrungen aus diesen Projekten interessiert, vor allem was die Ebene des politischen Drucks hin zu einer Gesundheitsversorgung für alle betrifft.

Zudem geht es um praktische Unterstützung, denn auch wenn die Solidarität innerhalb
Griechenlands groß ist, gibt es vor allem Schwierigkeiten an Krebsmedikamente und teurere Geräte zu kommen. Eine Liste mit benötigten Materialien befindet sich ebenfalls im Anhang. Wir haben uns als Infomobil (http://infomobile.w2eu.net/) an dieser Stelle eingemischt – und wären aber mehr als froh, wenn andere diesen Aufruf aufgreifen würden, weiterverbreiten und selbst aktiv werden. Sei es aus den Medinetzen oder anderen Medizinstrukturen. Wir könnten anbieten, dass eine Person in Athen sich in die Kommunikation einschaltet, wenn es Schwierigkeiten gibt, per Mail direkt zu kommunizieren – dafür könnt Ihr gerne Kontakt aufnehmen mit Chrissa Wilkens (Email: chrisawilkens(AT)gmail.com).

Am liebsten wäre es uns aber, wenn sich dieser Solidaritätsaufruf verselbstständigt. Wir
wissen auch von anderen, die unter anderem gute Kontakte nach Thessaloniki haben und
hängen daher ein Interview mit einer Ärztin aus dem dortigen Projekt, das in der letzten
Ausgabe der „Graswurzelrevolution“ erschienen ist ebenfalls an. Darin wird auch expliziter
auf den Ansatz der Ausweitung solidarischer Alltagsstrukturen eingegangen.
Wir haben diese Mail an die verschiedenen Medinetz-Gruppen in Deutschland geschickt, an den Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte und an Medico. Falls Euch noch weitere einfallen, die evtl. in dieser Richtung aktiv werden könnten – seien es Gruppen, seien es einzelne Kliniken und/ oder ÄrztInnen, wäre das super.

Herzliche Grüße,
Infomobil

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athenklinik

Medikamentenliste für die Sozialen Krankenstationen in Griechenland
Unsere PatientInnen brauchen u.a. die folgenden Medikamente, die wir ihnen nicht anbieten können. Am dringendsten werden Krebsmedikamente benötigt, weil sie teuer und schwer erhältlich sind. Diese Liste ist vom 18.11.12 und wird ständig aktualisiert. Bitte im Zweifelsfall immer erst Rücksprache halten (Email: mkiellinikou(AT)gmail.com).

Reminyl 8mg
Ladose 20mg
Arimidex
Oxeda
OncoTICE
Evangio 10mg
Aerolin inhaler
Bicalutamide 50mg
Dexarhina spray
Maalox suspension (keine Tabletten)
Glucophage 1000mg
Glucoplus 1000mg
Reminyl 8mg
Galvus 50mg
Eucreas (50mg/850mg κ 50mg/1000mg)
Ritalin 10
Concerta
Copalia 5mg/160mg
Omacor
Creon 10,000
Iscover 75mg & 300 mg
Nexium 40mg
Mirapexin 0.18mg
Mixtard 30
Humulin M3
Humalog Kwik Pen Mix50

Kardiologische Medikamente:

EXFORGE (COPALIA, DAFIRO) 5/160 mg
LIPITOR (ATORVASTATIN, XANADOL,
ZARATOR, ATROST, ATORSTAT, ATORLIP,
ATORCHOL, LIPIGAN, BIGER) 10 mg
LESCOL 40mg
LESCOL XL 80 mg
CORENITEL 80/12.5 mg
CONCOR 10 mg
INERGY 10/20 mg
EXFORGE HCT (COPALIA HCT, DAFIRO HCT)
5/160/12.5 mg
5/160/25 mg
10/160/12.5 mg
10/160/25 mg
CRESTOR
10 mg
20 mg

Weitere Medikamente:

1) Insulin (mit Kontrollstreifen und
Nadeln)

Lantus und Lantus Solostar
NPH
Levenit
Humalog
Mixtard 30
Humulin M3
Levemir flexpen
NovoRapid flexpen
Humalog Kwik Pen Mix500

2) Impfungen für Heranwachsende:

Boostrix Polio (Diphterie, Tetanus, Polio,
Keuchhusten)
Menveo (Menengitis)
Impfstoff gegen HPV

3) Kontrastmittel:

DOTAREN 20mg
XENEDIX 200mg

4) Zahnarzt-Geräte und Instrumente
und sonstiges wie Füllmaterial etc. (bitte
genauer nachfragen)

5) Röntgenschutzschürzen

6) Entwickler für Röntgenbilder

7) Impfstoffe für Kinder:

Prevenar 13
Neisvac
Engerix 10
Infarix – IPV – Hib
Infanrix x1 (1 pv)
infanrix 1pv + engerix 10 + valiroux
MMR
Havrix
Tetravac
Vagta
Viread 245mg
Ritalin 10mg
Epaxal
Boostrix polio
Repevax
Menveo

8) Einweguntensilien für Test Papp für
gynäkologischen Krebsabstrich:

9) Spirometer (Σπειρόμετρο)

Wir nehmen nur Sachspenden und Dienstleistungen, keine Geldspenden.
Gemeinsam können wir das unmögliche möglich machen.

Blog http://mki-ellinikou.blogspot.com/, Email mkiellinikou(AT)gmail.com

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Informationen zur sozialen Arztpraxis Elliniko/Athen

Von Giorgos Vichas – Kardiologe und ehrenamtlicher Arzt in der sozialen Arztpraxis in Elliniko

Die soziale Arztpraxis im Athener Stadtteil Elliniko wurde im Dezember 2011 mit dem Ziel eröffnet, medizinische Versorgung für diejenigen Patienten anzubieten, die ihren Arbeitsplatz und somit auch ihre Krankenversicherung verloren haben und mittellos sind.
Im Zeitraum von Dezember 2011 bis August 2012 besuchten 1.200 Patienten die soziale
Arztpraxis. Allein im September und Oktober 2012 waren es dann schon 1.300!
Abgesehen von dieser rasanten Zunahme der Patienten, die wir täglich behandeln, haben sich auch deren Bedürfnisse drastisch erhöht:

– Eltern, die wegen finanzieller Schwierigkeiten an Babymilch sparen müssen, bringen uns
ihre unterernährten Babys. Es handelt sich meist um arbeitslose Eltern. Aus diesem Grund
sammeln wir Säuglingsnahrung um diese Familien zu unterstützen.

– Es kommen auch viele schwangere Frauen in die soziale Arztpraxis. Davon sind viele schon im siebten Monat schwanger ohne bislang einen Frauenarzt besucht zu haben und ohne dass irgendeinen pränatalen Test gemacht zu haben (Bluttests, Ultraschall ersten oder zweiten Niveaus, etc.).

– Es kommen Krebspatienten zu uns, die schon ein ärztliches Rezept für Chemo- oder
Strahlentherapie besitzen, das drei, vier oder sogar fünf Monate alt ist, die aber keine
Behandlung gemacht haben, weil sie diese in keinem öffentlichen Krankenhaus erhalten.

Seit der Verabschiedung der Sparmemoranden – in den letzten 2,5 Jahren – muss man
entweder krankenversichert sein oder aus der eigenen Tasche zahlen, damit man in einem
öffentlichen Krankenhaus behandelt werden kann! Die unversicherten und mittelosen
Patienten sind zum Tode verurteilt! Es kommen auch Patienten zu uns, die an schweren
Krankheiten leiden und teure Untersuchungen machen müssen, wie CT- oder MRTAufnahmen, es sich aber nicht leisten können.

In letzter Zeit besuchen die soziale Arztpraxis in Elliniko auch Patienten, die zwar noch
versichert sind, aber ihre Kostenbeteiligung an den Medikamenten nicht bezahlen können (der Eigenbetrag liegt inzwischen bei 25%) oder an Untersuchungen (Eigenbetrag 15%). Es
handelt sich um Patienten mit niedrigem Einkommen oder niedriger Rente, die durch die
dramatische Verringerung der Löhne und die Erhöhung der Steuern nicht in der Lage sind, für ihre Gesundheitsversorgung zu zahlen.

In den nächsten Monaten, vor allem in Folge der Annahme neuer Maßnahmen des dritten
Sparmemorandums, wird nach unserer Einschätzung die humanitäre Krise in Griechenland
noch dramatischere Ausmaße annehmen. Tausende Patienten werden sterben und die Anzahl derjenigen, die Hilfe von der sozialen Arztpraxis in Elliniko suchen werden, wird enorm zunehmen!

Wir hoffen mit unserem Aufruf auch außerhalb Griechenlands auf praktische Solidarität zu
treffen. Wir machen in Griechenland eine sehr schwierige Zeit durch, versuchen aber
gleichzeitig auf eigenen Füßen zu stehen – mit Kampfgeist, Solidarität und Würde!

Giorgos Vichas
Email: mkiellinikou(AT)gmail.com
http://mki-ellinikou.blogspot.gr/

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Informationen zur Situation der Krebskranken PatientInnen in Griechenland
Von Evi Galazidou
– Präsidentin der Kommission für die Forderung der Rechte von Krebskranken

Die Situation der Krebskranken, aber auch der chronisch Kranken, ist in Griechenland zurzeit tragisch. Die Wirtschaftskrise und die Einschnitte der Löhne, Renten und sozialer Zuschläge hat das Einkommen aller Menschen stark gekürzt. Krebs ist weltweit eine kostspielige Krankheit, wegen den sehr teureren Therapien, den teureren Medikamenten aber auch allen anderen Produkten, die für eine ordnungsgemäße Behandlung
notwendig sind (Nahrungsergänzungsmittel, Hormontherapien, Hygieneprodukte, und andere Produkte).

In den letzten zwei Jahren ist es bezüglich der Belastung für eine medizinische Behandlung von Krebspatienten in Griechenland zu signifikanten Änderungen gekommen. Die Versicherten müssen bei der Lieferung der Medikamente mit bezahlen. Der Eigenanteil bei den Nahrungsergänzungsmitteln liegt bei 10%, was sehr teuer ist (850 Euro monatlich). Diese sind aber notwendig, um die durch den Krebs verursachte Anorexie und Kachexie zu behandeln.

Die Unfähigkeit der öffentlichen Krankenhäuser und diagnostischer Institute Hilfe anzubieten führt die Krebspatienten zwangsläufig in den privaten Sektor wo sie ebenfalls mit 10% Prozent Eigenanteil an den medizinischen Untersuchungen beteiligt werden und bei der Therapie mit größeren Beträgen. Die Krebspatienten werden auch mit anderen Beiträgen belastet (je nach Preis des Medikaments) wenn sie das Original-Medikament und nicht Generika auswählen.

Mit den neuen Sparmaßnahmen wird sich auch die Teilnahme der Patienten an den
Arzneimittelausgaben erhöhen. Dazu gibt es noch eine große Anzahl von Personen, die wegen Arbeitslosigkeit und ihrer schlechten finanziellen Lage nicht mehr ihre Beiträge an die Pensionskassen zahlen können und deswegen auch von denen nicht mehr gedeckt werden.

All dies macht die medizinische Behandlung von Krebs und seinen Auswirkungen und Symptomen sehr oft nahezu unmöglich. Somit werden viele Patienten nicht behandelt oder können ihren Anteil an den Arzneimittelkosten nicht bezahlen. Eine direkte Gefahr für viele Leben!

Wegen den wiederholten Protesten der Apotheker haben seit Juni zwangsläufig viele Patienten ihre sehr teuren Medikamente aus der eigenen Tasche bezahlt. In vielen Fällen habe sie diese bis heute nicht von ihren Krankenkassen rückerstattet bekommen. Die Erstattung der Gelder für Nahrungsergänzungsmittel verzögert sich um zwei Monate. Deswegen können viele Krebskranke nicht mehr diese Medikamente kaufen.
Dazu kommt noch der Mangel an Chemotherapeutika in den öffentlichen Krankenhäusern und dem nationalen Träger für Gesundheitsleistungen des öffentlichen Gesundheitssystems (EOPYY). Erst vor kurzem wurde beklagt, dass Krebspatienten auf Kreta – unter ihnen auch Kinder – aus abgelegenen Dörfern in die staatlichen Krankenhäuser von Heraklion gefahren sind, um ihre Chemotherapie zu
machen, aber diese dann annulliert worden ist, weil es nicht die notwendigen Medikamente gab.
Wegen der oben geschilderten Situation fordern wir aus tiefstem Herzen Eure Solidarität und bitten um jede Art von Unterstützung.

Evi Galazidou
Präsidentin der Kommission für der Forderung der Recht von Krebskranken


Für weiterführende Informationen zum Thema, siehe (zusammenstellung von einige Aktive des Infomobil und des antirassistischen Netzwerks „Welcome to Europe“) :


http://www.presseurop.eu/de/content/article/2964301-griechenlands-robin-hood-aerzte
http://www.nytimes.com/2012/10/25/world/europe/greek-unemployed-cut-off-from-medicaltreatment.html?smid=fb-share&_r=0
http://www.tagesschau.de/ausland/griechenland2550.html
http://fm4.orf.at/stories/1705934/
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/erbitux-merck-liefert-keinekrebsmedikamente-an-griechische-kliniken/7341406.html

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Hamburg: Soli-Aktion für #Villa_Amalias – #Villa_Amalia #Greece

hhamaliasRund 40 Aktivist_innen demonstrieren in Hamburg vor griechischem Generalkonsulat und fordern die Freilassung der acht inhaftierten Genoss_innen in Athen.
Anschließend Spontandemo durch die Fußgängerzone . Die Aktion fand einige Stunden vor der Freilassung der 8 Gefangenen statt.  (Mehr Informationen: http://enough14.org/2012/12/24/villa_amalias-gefangenen-heute-freigelassen-brandstiftung-in-xanadu-greece-antifa-villa_amalia/)

Am heutigen Heilig Abend versammelten sich rund 40 Aktivist_innen aus Kiel, dem schleswig – holsteinischen Umland und Hamburg vor dem griechischen Generalkonsulat um für die Freilassung der acht in Athen, nach einer Razzia der „Villa Amalias“ Festgenommenen zu demonstrieren.
Zeitgleich wurde vor einem Athener Gericht über eine Verlängerung der U-Haft der gefangenen Genoss_innen geurteilt.
hhamalias_2Anlass der Kundgebung ist eine Razzia des seit 22 Jahren in Athen besetzten Hauses “Villa Amalias” von Spezialeinheiten der griechischen Polizei in den Morgenstunden des 20.12.2012. Alle sich zu der Zeit im Haus befindlichen acht Personen wurden festgenommen und ins Athener Zentralgefängnis gebracht. Unter den Inhaftierten befinden sich auch zwei Genoss_innen aus Kiel/Deutschland.Gegen 11.00 Uhr fanden sich die Anwesenden zu einer Kundgebung auf der Straße vor dem Konsulat zusammen. Es wurde ein Redebeitrag, welcher den Hintergrund der seit 22 Jahren in Athen besetzten „Villa Amalias“ und den politischen Zusammenhang der Razzia, den aktuellen Gesetzesverschärfungen und den Auswirkungen der EU – Krisenpolitik darstellte, verlesen.

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Außerdem konnten die Genoss_innen, interessierte Passant_innen und hoffentlich auch die Mitarbeiter_innen des Konsulats einer verlesenen Stellungnahme der Aktivist_innen der „Villa Amalias“ zu der Durchsuchungsaktion im Kontext der sozialen Kämpfe lauschen. Und um sicher zu stellen, dass das Anliegen der Kundgebung nicht an den Außenwänden des Konsulats abprallt begab sich eine Delegation ins Innere des Gebäudes und übergaben den anwesenden Mitarbeiter_innen das Flugblatt, welches um die Kundegebung herum verteilt wurde.
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Die Aktion verlief so reibungslos, dass sich die Anwesenden spontan entschlossen im Anschluss an die Kundgebung ihre Wut und ihre Solidaritätsbekundungen mit den Gefangenen nicht nur dem Generalkonsulat sondern auch den Last-Minute-Einkäufer_innen in der Hamburger Fußgängerzone zugänglich zu machen und zogen mit Transpis, Megaphon und Parolen rufender Weise als Spontandemo durch die Shoppingmeile.Sehr erfreulich ist die Nachricht, die uns gegen 15.00 Uhr erreicht hat, dass mittlerweile alle acht Gefangene aus dem Knast freigelassen wurden.
Da zu aktueller Stunde noch unklar ist ob und in welcher Form noch Anklage erhoben wird, bleibt aufmerksam und checkt die bekannten Seiten.
hhamalias_4Wir hoffen mit der Kundgebung ein kraft gebendes Zeichen der Solidarität an unsere zwei Freund_innen aus Kiel, die weiteren sechs Genoss_innen sowie den kämpfenden Genoss_innen in Athen gesendet zu haben!Keep your hands away from our squats and comrads!
Solidarität mit der „Villa Amalias“ und den sozialen Kämpfen in Griechenland und überall!

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Video Solidarität mit Villa Amalias:

Siehe auch: http://enough14.org/2012/12/24/villa_amalias-gefangenen-heute-freigelassen-brandstiftung-in-xanadu-greece-antifa-villa_amalia/, http://enough14.org/2012/12/20/griechenland-polizei-uberfall-auf-die-besetzte-villa-amalias-in-athen-greece-squat/,  http://enough14.org/2012/12/20/update-griechenland-polizei-raumt-besetzte-villa_amalias-in-athen-greece-squat/ und http://enough14.org/2012/12/22/griechenlandvilla_amalias-festgenommene-immer-noch-in-haft-greece-antifa-villa_amalia/

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#Villa_Amalias Gefangenen heute freigelassen – Brandstiftung in #Xanadu / #Greece #Antifa #Villa_Amalia

Heute, Montag den 24. Dezember 2012, wurden die 8 Menschen, die sich während der Räumung am 20.12.2012 in dem besetzten Gebäude Villa Amalias in Athen befanden und dabei verhaftet wurden, freigelassen. Gegen drei der heute Freigelassenen wurden alle Vorwürfe fallen gelassen. Die 5 anderen Menschen, die heute freigelassen wurden, müssen sich ein mal im Monat auf einem lokalen Polizeirevier melden. Der heutige Termin vor dem U-Haft Richter im Evelpidon Gerichtsgebäude wurde von 300 solidarischen Demonstranten begleitet. Villa Amalias wird immer noch von der Polizei überwacht.

In Bielefeld gab es am Wochenende mehrere Bannerdrops aus Solidarität mit Villa Amalias.
In Bielefeld gab es am Wochenende mehrere Bannerdrops aus Solidarität mit Villa Amalias.

Wir werden uns Villa Amalias zurückerobern.

Nichts ist vorbei… es ist erst der Anfang.

Video Solidemo für Villa Amalias gestern in Athen:

Video Solidemo für Amalias am 21.12.2012 in Athen:

Brandstiftung im sozialen Zentrum in Xanthi 

Erklärung der Aktivisten vom sozialen Zentrum Xanadu:

Am Samstag den 22. Dezember, wurde das soziale Zentrum Xanadu (aktiv seit 2009 in der Stadt Xanthi) im Morgengrauen von einem faschistischen Angriff heimgesucht.

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Das soziale Zentrum Xanadu in Xanthi

Faschisten versuchten durch Brandstiftung das soziale Zentrum Xanadu zu vernichten, sie verursachten schwere materielle Schäden und brachten das Leben von den Nachbarn in Gefahr.

Sie schafften es aber nicht, das Gebäude komplett zu zerstören. Wir haben schon angefangen das Gebäude zu renovieren und Xanandu wird bald wieder geöffnet werden.

Dieser Angriff kam als eine Erweiterung der fortlaufenden Angriffe gegen Xanadu durch halbstaatliche Agenten in letzter Zeit.

Sie werden uns nicht aufhalten, wir sind nicht eingeschüchtert. Wir werden weiterhin hier sein und weiter kämpfen.

Xanadu wurde von uns allen aufgebaut.

22.12.2012 – Das Xanadu Kollektiv.

Siehe auch: http://enough14.org/2012/12/20/griechenland-polizei-uberfall-auf-die-besetzte-villa-amalias-in-athen-greece-squat/,  http://enough14.org/2012/12/20/update-griechenland-polizei-raumt-besetzte-villa_amalias-in-athen-greece-squat/ und http://enough14.org/2012/12/22/griechenlandvilla_amalias-festgenommene-immer-noch-in-haft-greece-antifa-villa_amalia/

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#IMC Erklärung des Kollektivs #Indymedia #Athen, 22.12.2012 – #Greece #Griechenland

Am Dienstag, den 20. Dezember 2012, äußerte sich der  Rektor der POSDEP (der so genannten panhellenischen Föderation der UniversitätsprofessorInnen- Vereinigung der WissenschaftlerInnen) Nikos Stavrakakisin in einer Stellungnahme schluchzend über die Gewalt an griechischen Fakultäten. Er forderte den Staat auf, alle besetzten Räume in Universitäten zu beseitigen und ebenfalls Indymedia Athen loszuwerden. Diese Ausführungen wurden unter dem Vorwand zweier Vorfälle  an der  Technischen Universität Athen (Metsovio) und der  Aristoteles Universität Thessaloniki (Aristotelio) getätigt.  Vorfälle, die miteinander nichts zu tun haben und ganz offensichtlich in keinerlei Verbindung mit dem Administratorenteam von Athens IMC stehen.

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Die Stellungnahme  wurde im Fernsehen der gesellschaftlichen Massenverblendung kolportiert, die spektakuläre Schlagzeilen wie „Terrorismus in Fakultäten!“ benutzten und die wahren Fakten verfälschten. Jeden Abend verkaufen dieselben Massenmedien der Gesellschaft Angst, lecken die Stiefel des Staates, unterstützen die Bosse und helfen somit ihren Plänen von ganzen Herzen.

Der Rektor der POSDEP repräsentiert einen Haufen konservativer UniversitätsprofessorInnen, die wohlklingende Wörter wie „Demokratie“ benutzen. Dann machen sie sich selbst zum Gespött, indem sie Gewalt verurteilen, egal wo sie herkommt, während sie gleichzeitig die gewaltsame Räumung selbstverwalteter Räume und das Verstummen jeder Stimme fordern, die wie Indymedia Athen das Establishment kritisiert, dem sie loyal dienen. Sie unterstützen die gewaltsame Unterdrückung jeder Protestmobilisierung, ob von ArbeiterInnen oder StudentInnen, und die gewaltsame Beseitigung der Wahrscheinlichkeit jeglicher Kämpfe. Sie wollen ihren Traum einer Universitäts-Industrie fügsamer Staatsbürger mit dem Entwurf des neuen Bildungsgesetzes verwirklicht sehen. Aber das POSDEP ging nicht auf die Rechte der VertragsarbeiterInnen der Aristoteles Universität von Thessaloniki und deren jüngsten Kämpfe ein.

Außerdem offenbart die POSDEP Erklärung, die sich ausdrücklich gegen Indymedia Athen richtet, eine verblüffende Ähnlichkeit zu den einschlägigen Anfragen der Neo-Nazis von Golden Dawn im griechischen Parlament. Die POSDEP Delegierten können sich tarnen, indem sie die Maske eines friedensliebenden Demokratiestrebens aufsetzen, ihre Worte aber sind im Wesentlichen identisch: sie sind das Wesen von Totalitarismus und dem Zermalmen jeden freien  Ausdrucks.

Wir sind nicht verblüfft, das Indymedia und selbstverwaltete Räume zum soundsovielten Male zum Angriffsziel genommen wird. Das ist genau die Periode, in der Angriffe der Herrschenden sich gegen alle Kämpfenden und Widerstandleistenden entfalten. Und die Höflinge der Macht treiben jetzt an die Oberfläche und schlagen Schaum.

Indymedia Athen ist ein Teil derer, die kämpfen und dem Frontalangriff von Staat / Kapital Widerstand leisten. Daher, gibt Indymedia Athen denen eine Stimme, die keine haben und bekämpft die Hässlichkeit des Kapitalismus.

Solidarität mit selbstorganisierten besetzten Räumen innerhalb und außerhalb der akademischen Fakultäten.
Solidarität mit den gegenwärtigen Kämpfen der ArbeiterInnen der Aristoteles Universität von Thessaloniki und anderswo.
Indymedia Athen wird erst stillgelegt, wenn das Ende der Welt nah ist.

22.12.2012 – Athen IMC Kollektiv

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#Griechenland:#Villa_Amalias Festgenommene immer noch in Haft – #Greece #Antifa #Villa_Amalia

Heute, Samstag 22.12.2012, gab es eine Antifa Demo die in der Nähe  der am vergangenen Donnerstag geräumten Villa Amalias in Athen endete. Knapp 2000 Antifaschisten nahmen Teil und bekundeten ihre Solidarität mit den 8, immer noch im Knast sitzenden, Menschen die sich  im Moment der Räumung im Gebäude befanden. Zwei der Verhafteten wurden in Deutschland geboren und laut unbestätigten Berichten, die wir von Antifa-Aktivisten aus Athen bekommen haben, schrieben die beiden gerade einen Bericht über die Unterstützung des deutschen Innenministeriums an griechische Faschisten.

Video Solidemo für Villa Amalias heute in Athen:

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2000 Antifaschisten demonstrierten heute in Athen. Die Demonstration endete in der Nähe von Villa Amalias.

Erklärung Villa Amalias:

Heute, 20.12.2012, um 7 Uhr Morgens durchsuchten Polizeikräfte das besetzte Haus Villa Amalias. Der Vorwand für diese unterdrückerische Zurschaustellung der Macht war eine “anonyme Beschwerde” bei der Polizei.

Acht GenossInnen, die sich im besetzten Haus befanden, wurden festgenommen und in die Polizeihauptwache GADA in der Alexandras Allee verschleppt, wo sie immer noch festgehalten werden.

GenossInnen, die aus Solidarität mit den HausbesetzerInnen in das Gebiet kamen, wurden von den Repressions-Motorrad-Einheiten auch in Gewahrsam genommen, dasselbe passierte anderen GenossInnen, die im Athener Rathaus in der Liosion Straße gefangen genommen wurden. Dorthin gingen sie, um gegen den Repressions-Bürgermeister Giorgos Kaminis zu intervenieren. (Letztere wurden laut Berichten nach einer Weile wieder entlassen.)

Video Solidemo für Villa Amalias am 21.12.2012 in Athen:

Vom Anbeginn der Razzia versammelten sich dutzende GenossInnen vor dem besetzten Haus; bis zu diesem Moment verbleiben wir in der Acharnon Straße, um unsere Solidarität kund zu tun.

Bürgermeister und Minister kriegt es in eure Köpfe rein: nicht einmal in euren wildesten Träumen könntet ihr uns die Villa Amalias wegnehmen.

Nehmt eure Hände weg von den besetzten Häusern!
Sofortige Befreiung unserer GenossInnen!

Villa Amalias SquatAcharnon 80 und Heyden Str.

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Gestern gegen 15:30 Uhr 20.12.2012, (griechische Zeit) war das besetzte Haus nicht versiegelt, die polizeiliche Durchsuchung lief noch unter Anwesenheit eines Staatsanwaltes und eines Zeugen von anarchistischer Seite. Etwa 200 solidarische Menschen waren zu dem Zeitpunkt noch vor dem besetzten Haus versammelt, das seit 22 Jahren existiert und in dieser Zeit schon vielen repressiven Angriffen widerstanden hat.

Die Polizei hat die HausbesetzerInnen in der Vergangenheit schon mehrfach vorübergehend geräumt, aber die Villa Amalias wurde immer wiederbesetzt. Erwähnenswert ist, dass das Gebäude circa 1860 erbaut wurde und seit 1990 nur dank der autonomen Aktion der HausbesetzerInnen und vieler solidarischer Menschen instand gehalten wurde. Die Villa Amalias hat bei vielen Gelegenheiten immer wieder erklärt, dass sie sich AusbeuterInnen, Schergen, Zuhältern und Drogenbaronen jeglicher Nationalität in den Stadtteilen der Innenstadt bewusst entgegensetzt und dauerhaft gegen faschistische und rassistische Gewalt kämpft, um die interkulturelle Koexistenz und Selbstorganisation voranzutreiben.

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Das älteste anarchistische Squat Athens, Lelas Karagianni 37, ruft zur dringenden Solidarität mit der Villa Amalias auf und fordert auch die sofortige Freilassung aller Festgenommenen des gestrigen Tages.

Gestern Mittag begannen GenossInnen vom Skaramaga Squat Erklärungen zur Razzia in der Villa Amalias über ein Lautsprechersystem in der Pattison Straße zu verlesen.

Zusätzlich dazu, schickten viele anarchistische Kollektive, HausbesetzerInnen und Einzelpersonen aus ganz Griechenland seit dem frühen Morgen der Villa Amalias ihre vorbehaltlose Solidarität. Einige Aktionen zur Gegeninformation, die gestern Abend zwischen 17 und 18 Uhr stattfanden, umfassten die Städte Thessaloniki, Veria, Patras und Heraklion (Kreta) und es werden mit Sicherheit mehr folgen…

Video Spontane Demonstration für Villa Amalias am Donnerstagabend (Athen):

Update (21.12.): Die Festgenommenen (sechs in Griechenland und zwei in der BRD Geborene) werden immer noch gefangen gehalten und mussten sich einem Vorverfahren unterziehen. Gegen 13:45 Uhr kamen die acht GenossInnen unter starker Polizeipräsenz am Athener Gericht an. Dutzende solidarische Menschen waren am Evelpidon Gerichtsgebäude versammelt und begrüßten sie mit lauten Sprechchören und Soliparolen. Etwa zwei Stunden lang wurden die acht Festgenommenen durch den Staatsanwalt verhört, der vorschlug, sie wegen der Straftat des Herstellens von explosiven Materialien und einiger Ordnungswidrigkeiten anzuklagen. Somit waren die Angeklagten verpflichtet, vor einem Untersuchungsrichter, der über die Anklageschrift entschied, zu erscheinen. Gegen 16:00 Uhr wurde berichtet, dass die acht GenossInnen mehr Zeit verlangen, um ihre Verteidigung vorzubereiten. Die nächste Anhörung soll am Montag, 24.12.2012 (also zu Weihnachten) stattfinden. Bis dahin bleiben sie eingekerkert in der Polizeihauptwache in der Alexandras Allee!

Video Villa Amalias:

Für aktuelle Informationen und weitere Soliaktionen nach der Polizeiinvasion im Villa Amalias Squat, wurden Asambleas in der ASOEE (Patission Straße) einberufen.

Alle raus auf die Straße! Villa Amalias bleibt!

Siehe auch: http://enough14.org/2012/12/20/griechenland-polizei-uberfall-auf-die-besetzte-villa-amalias-in-athen-greece-squat/ und http://enough14.org/2012/12/20/update-griechenland-polizei-raumt-besetzte-villa_amalias-in-athen-greece-squat/

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UPDATE #Griechenland: Polizei räumt besetzte #Villa_Amalias in #Athen – #Greece #squat

Heute Morgen sah es so aus, als gäbe es nur eine Razzia im besetzten Haus Villa Amalias in Athen. (Siehe auch: http://enough14.org/2012/12/20/griechenland-polizei-uberfall-auf-die-besetzte-villa-amalias-in-athen-greece-squat/) Später wurde gemeldet, dass die Polizei das Haus nach der Durchsuchung geräumt hat.

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Laut einigen Quellen hat der griechische Minister für öffentliche Ordnung, Nikos Dendias, vergleichbar mit dem Bundesinnenminister in der BRD, erklärt, dass der Befehl zur Räumung von Ministerpräsident Samaras höchstpersönlich kam. Dendias hat wohl auch noch nie von Glasrecycling gehört. Die von der Polizei gefundenen leeren Flaschen im Gebäude wären laut des Ministers nur für die Produktion von Molotov-Cocktails da. Zur Erinnerung: In der Villa Amalia wurden in den letzten 22 Jahren hunderte von Konzerten, Theatervorstellungen und anderen Veranstaltungen organisiert. Es gab auch eine Bar, damit die Menschen während den Veranstaltungen etwas trinken konnten.

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Heute Morgen gab es direkt eine spontane Aktion von 7 Menschen im Athener Rathaus, alle 7 wurden in Gewahrsam genommen. Sie kamen nach einigen Stunden wieder frei. Die 8 Menschen die in Villa Amalias heute Morgen festgenommen wurden, sitzen allerdings immer noch fest. Laut diversen, unbestätigten Twitter-Nachrichten dürfen sie keinen Kontakt nach draußen haben, noch nicht einmal zu Anwälten.

Leere Bierkisten in Villa Amalias, und schon werden Menschen als Terrorist diffamiert..
Leere Bierkisten in Villa Amalias, und schon werden Menschen als Terrorist diffamiert..

Heute Abend findet um 20:00 Uhr (Lokalzeit) in der Athener Wirtschaftsfakultät eine Asamblea statt, in der das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

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“Wir können nicht durch Feuer verbrennen, denn das Feuer brennt in uns selbst – Solidarität mit Villa Amalias”

Auch wird es heute Abend  Solidaritäts-Demonstrationen in u.a. Thessaloniki, Patras, Heraclion, Karditsa und Veroia geben und es kommen stündlich neue Städte dazu. Die letzte Nachricht, die wir aus Athen bekommen haben, ist dass Villa Amalia Aktivisten die Studios von Radio Yiannena in Athen besetzt haben. Es dürfte also noch eine lange Nacht werden, in Athen.

Erklärung von Villa Amalias (von heute Abend, Englisch):

http://en.contrainfo.espiv.net/2012/12/20/athens-announcement-of-comrades-from-villa-amalias-squat-20-12-2012/

Video Villa Amalias (Juli 2009):

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#Griechenland: Polizei-Überfall auf die besetzte Villa Amalias in #Athen – #Greece #squat

Der Staat versucht uns abermals zu terrorisieren mittels Überfällen auf besetzte, selbst organisierte Freiräume.

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Die seit 22 Jahre besetzte Villa “Amalias” befindet sich in einem Gebäude an der Ecke Heyden- und Acharnon-Straße. In den besetzten Freiräumen fanden hunderte politische und kulturelle Veranstaltungen (Konzerte, Theater- und Filmaufführungen usw.) statt. In diesen Räumen hat die antikommerzielle Kultur, die ein Gegengewicht zu der auf Verkauf, Profit, Macht und Eigentum orientierten Kultur ist, ihren Platz gefunden. Nach den vielen täglichen Attacken gegen die antiautoritäre/anarchistische Bewegung, ist jetzt klar, dass es sich die antisozialen, autoritären, politischen und ökonomischen Kräfte zum Ziel gemacht haben, die Bewegung zum Schweigen zu bringen. Und dass sie die öffentliche Diskussion über ihre Agenda, die einzig und allein von den Mainstream-Medien und den Nazis bestimmt wird, einschränken wollen. Zu diesem Zweck verbieten sie selbstorganisierte Aktionen, die von unten und außerhalb der politischen Parteien gestartet werden.

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Laut Informationen die auf Athens Indymedia publiziert wurden, wurden 8 Genossen, die sich im besetzten Haus befanden, festgenommen. Das Haus wird durchsucht von den repressiven Kräften des Staates. Gegenüber vom Gebäude haben sich jetzt schon 200 Menschen auf der Acharnon Straße für eine Solidaritäts-Aktion versammelt.

Wir erklären uns solidarisch mit der Villa Amalias und mit den Genossen, die für diese Freiräume kämpfen.

PS: Da wir die rechtsradikalen Blogs und die einheitlich gestalteten Mainstream-Nachrichten beobachten, wissen wir, dass sie mit ihrem Rufmord an der Bewegung und ihrem Jubel über den Erfolg des unterdrückenden Staates, die Freude der pflichttreuen Diener des Machtapparates schüren. Wir verstehen das. Wir versprechen aber auch, dass die Freude der Feinde der Gesellschaft nicht für immer anhalten wird.

Quelle: http://eagainst.com/articles/police-raided-occupation-of-villa-amalias-athens/

Video Villa Amalias (Juli 2009):